Ausgabe 4/2001   Juli/August

Bunter Kirchentag 2001 – und der ADFC mittendrin
Waren der ADFC-Stand, die Radtour und die Sternfahrt ein voller Erfolg?

Übersehen hat ihn wohl niemand, den Kirchentag 2001. Wer wollte, fand jederzeit Kontakte, oder konnte die geballte Bundesprominenz bei Veranstaltungen erleben. Wer nicht wollte, fluchte über volle S-Bahnen, Straßensperrungen und manchen "Lärm". Je nach Zählmethode bis zu 300.000 Teilnehmer waren es, die vom 13. bis 17. Juni das Stadtbild, die Gespräche und Medien, den Verkehr bestimmten.
Radfahrer kamen mit dem Verkehrschaos sicherlich besser zurecht als Autofahrer. Da es an der Messe und am Paulsplatz einen günstigen Verleih gespendeter Fahrräder gab – sogar für One-way-Benutzer – mussten manche Einheimischen wohl auch ihre Ortskenntnisse hilfreich weitergeben.
Wer, aktiv oder als zahlender Gast, bis auf die Messe vordrang, fand im traditionellen "Markt der Möglichkeiten" auch den Stand des ADFC Frankfurt. Thematisch war er neben "Car Sharing", "Mobil ohne Auto" und den "Christlichen Motorradfahrern" e.V. angeordnet, gegenüber von "Pro Flughafen" und den Ausbaugegnern. Oberbegriff über alledem: "In Würde Leben"... .
Bunt war der Stand, behängt mit T-Shirts und ADFC-Fahne. Seitlich standen Tafeln mit Informationen zum Verein; um dort alles zu sehen, musste man etwas in den Stand hineintreten. Blickpunkt war das Radkarten-Material, von dem unter der Leitung von Gisela Schill einiges verkauft werden konnte. "Etwa wie beim Museumsuferfest", sagte Rüdiger Paeltow. "Vor allem die dicke, farbige Broschüre "Deutschland per Rad entdecken" nimmt fast jeder kostenlos mit." Engagierte diskutierten mit Fritz Biel; da regionale Themen wenig gefragt waren, beriet Wolfgang Preising in Fernkarten-Detailfragen und Anderem. Ferner meisterten den Ansturm Neugieriger: Gisela Falk, Michael Genthner, Klaus Konrad, Viola Meyer, Erich Reif und Irmhild Specha.
Durch die Wetterau führte die Kirchentags-Radtour des Ortsverbandes Bad Vilbel. Für 10 Teilnehmer, Gemeindemitglieder und Gäste, organisierte sie der Pfarrer und ADFC-Aktive Harald Wysk. Start: bei Friedberg; in Wickstadt (Richtung Florstadt) und Hirzenhain (Vogelsberg) besichtigte die Gruppe Gedenkstätten ehemaliger Arbeitslager. Danach ging’s über Lißberg (älteste Kirche Hessen-Nassaus) nach Windecken, wo "Wetterauer Sandstein-Rosen" künstlerisch ausgestellt sind.
Wer am ersten Veranstaltungstag 450 bunten Radlern in der Stadt begegnete, hatte die Demonstration "Bike and Help" entdeckt. Bundesweit und internet-unterstützt hatten Jugendliche des evangelischen Jugendverbandes ihre Anreise per Rad organisiert. "Brot für die Welt" stand Pate, und war meine Informationsquelle. Selbst Berlin, Bremen und Usedom waren ihnen nicht zu weit weg. Der Clou: in einer angeleitete Suche waren vorher potente Sponsoren gefunden worden, die jeden gefahrenen Kilometer mit einigen Groschen vergüteten. In Frankfurt-Höchst versammelten sich die Brot-Biker und feierten dann auf der Bertramswiese ihren Gesamterlös von knapp 10.000 DM – Hilfe für indische Steinbrucharbeiter/innen. Am ADFC-Stand noch Idee, hier bereits Wirklichkeit: Prominente waren zu Gast, u.a. Norbert Blüm, BdR-Vorsitzende Sylvia Schenk und ein beliebter Radio-Moderator feierten mit.
An dieser Stelle zu erwähnen: der ADFC-Kirchentagsstand kam durch die Initiative des Kreisverbandes Frankfurt zustande. Genauer: durch viel ehrenamtlichen Einsatz – seit Oktober – der Kirchentags-Vorbereitungsgruppe um Klaus Konrad. Ohne diese hätte der ADFC einige hundert Neu-Interessenten nicht erreicht – darauf können die Aktiven sicherlich stolz sein!
Hier setzt auch mein persönlicher Kommentar an. Ich hielte es für sinnvoll, dass der Bundesverband die Tragweite dieser Aktion prüft, z.B. durch Befragung der aktuell eintretenden Neumitglieder. Die Gestaltung eines Bundes-Ereignisses sollte auch vom ADFC-Bundesverband unterstützt werden! Beim Kirchentag 2003 in Berlin könnte dann ein noch größerer Stand, evtl. mit Nutzung der offenen Aktiven-Bühne und des Kirchentags-Radios, für noch mehr Publicity sorgen. Auch "Bike and Help", möglicher Partner und Multiplikator, braucht dann wieder tourtechnische Unterstützung, was eine überregionale Aufgabe ist. In Berlin werden sicher noch mehr Prominente dem ADFC Kontakt- und Lobbying-Möglichkeiten eröffnen, aber auch das "Kirchenvolk" scheint mir wichtig. Schließlich sind die kirchlichen Laienorganisationen ein Sammelpunkt für aktive, oft innovative Menschen, kurz: für Bewegung.

Andreas Kloiber

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