Spontanreise nach Mallorca

In der zweiten Februarwoche ließ ich einen lang gehegten Wunsch wahr werden: einmal den Frühling vorwegnehmen, sich einfach absetzen und die Radsaison in der wärmenden Sonne Mallorcas deutlich früher beginnen. Schließlich ist genau das in den letzten Jahren in Mode gekommen. Ich weiß jetzt auch, warum. Kurzum: Mallorca war eine Spitzensache.

Um den Organisationsaufwand gering zu halten und vor Ort Gleichgesinnte zu treffen, meldete ich mich kurzerhand bei einem der mindestens zehn Mallorca-Radreiseanbieter (www.radferien-mallorca.com) an. Im Paket enthalten sind in der Regel Flug, Hotel, Tourenpaket und, sofern gewünscht, ein Mietrad. Die Tourenangebote reichen vom Radwandern bis hin zu Fahrten auf strammen Rennradstrecken.

Dieses breite Spektrum fand sich auch bei den Gästen wieder. Der Ort, in dem ich mich wieder fand, hieß Magaluf, ein an in Beton gegossenen Bausünden überaus reich gesegneter, aber in seiner Art leider auch nicht untypischer Ort. Letztlich war das aber absolut nebensächlich, da wir die meiste Zeit des Tages ja ohnehin unterwegs waren.

Meine Erwartungen an den einwöchigen Sporturlaub wurden voll und ganz erfüllt: nur tolles Wetter, nette Leute im Radsporthotel (in der Summe etwa 30 Radbegeisterte, in anderen Wochen können es wohl auch mal an die 100 werden) und herrliche Touren in Gruppen von drei bis zu sieben Leuten, einmal auch allein, durch die wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft, die teilweise recht flach, teils aber auch reichlich gebirgig ausfällt. Da kann nach Geschmack und Vorliebe gewählt werden. Für mich hieß das eine Reihe anspruchsvoller Pässe und Schwindel erregender Abfahrten, gepaart mit faszinierenden Ausblicken auf die Küste und ins Innere der Insel.

Anfang Februar ist die Mandelbaumblüte in vollem Gang, die ganze Insel leuchtet weiß und rosa. Die Temperaturen waren noch nicht sommerlich, ließen aber doch teilweise kurze Hosen und Trikots zu und reichten immer für eine gemütliche Rast im Straßencafé, sofern der Tisch in der Sonne stand.

Vor Ort wurde ich verwöhnt durch ein klasse Mietrennrad, das mein eigenes ganz schön alt aussehen ließ. Die Küche des Viersternehotels ließ kaum Wünsche offen: nach dem Frühstück war eine ordentliche Grundlage für den Tag gelegt, und mit dem Abendessen wurden die tagsüber neu entstandenen Löcher im Magen auf köstliche Weise beseitigt.

Die Wassertemperatur des Mittelmeeres ist im Februar nicht jedermanns Geschmack. Das hielt mich aber nicht davon ab, zumindest ab und zu schwimmen zu gehen, wobei ich beileibe nicht der einzige Verrückte war.

Es wäre nicht ganz richtig, zu behaupten, das Schönste an meiner Mallorca-Reise sei der abendliche Wetterbericht für Deutschland gewesen. Der Kontrast zum Wetter vor Ort hat meiner Urlaubslaune aber auch keinen Abbruch getan.

Tolles Wetter, nette Leute und herrliche Touren in Gruppen von drei bis zu sieben Leuten, mitgemütlicher Rast im Straßencafé, sofern der Tisch in der Sonne stand.  

Text & Fotos: Christian Martens

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16. Mai 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt