Leserbriefe

GeFAHRgasse
Liebe ADFClerInnen,
ich bin ADFC-Mitglied seit vielen Jahren und Alltagsradfahrer.
Neulich habe ich einen ziemlichen Sturz gebaut und zwar auf der Strecke Fahrgasse – Große Friedberger Straße. Am Beginn der Großen Friedberger Straße, Höhe Mc Donalds, ist seit einigen Tagen eine Baustelle eingerichtet. Mal abgesehen davon, dass diese Stelle nun für Radfahrer fast unpassierbar ist, liegt dort kurz vor der Baustelle (etwa Höhe S-Bahn-Abgang) eine Kabelbrücke, die ich am 30. April übersehen habe und deshalb gestürzt bin. Ich fahre diese Strecke sehr oft und achte, weil es Fußgängerzone ist, verstärkt auf die Fußgänger und nicht auf derartige Stolperfallen, die sonst dort nicht sind. Es war auch schon dunkel, da ist diese Kabelbrücke noch leichter zu übersehen, als vielleicht am Tag.
Nun bin ich halt gestürzt. Pech gehabt. So sieht es jedenfalls die Polizei, bei der ich war. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich nicht der Einzige bin, der hier stolpert oder stürzt. Es wäre zu prüfen, ob hier eine andere Verlegung der Kabel oder eine bessere Kennzeichnung der Gefahrenstelle notwendig ist.

Vielleicht könnt ihr euch die Stelle mal ansehen.

Herzliche Grüße und vielen Dank!
Michael Besser

Lieber Papier als Mattscheibe
Mir persönlich ist die Lektüre eines Buches lieber als das Ablesen einer Mattscheibe. Und bei einem Tourenprogramm einer ADFC-Gliederung geht es mir genau so. Es würde mich deswegen freuen, wenn die Ortsgruppe Bad Homburg wieder mehr Liebe in die Gestaltung ihrer „Printmedien“ investieren würde. Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder interessierte Mitradler über einen Computer verfügt. Wir als ADFC gestehen jedem Radfahrer zu, dass er über kein Auto verfügt. Warum sollte man dann davon ausgehen, dass jeder Mensch ca. 1000,- Euro für eine EDV-Anlage ausgeben muss.

Wulfhard Bäumlein

Virtuelle Radfahrer?
Von einem generellen „Paradigmenwechsel“ von den gedruckten Medien hin zum Web halte ich gar nichts. Vielmehr ist das Web ein zusätzlichen und auch wichtiges Medium, das der ADFC nutzen sollte und das möglichst ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit sein sollte – aber eben nur ein Element unter mehreren. Alle aufgezählten Vorteile sind nur für diejenigen verfügbar, die auch das Internet nutzen und regelmäßig Zugang haben. Leider erreichen wir damit nur einen Teil unserer Kunden. Damit dürfte jedem unmittelbar einleuchten, dass gedruckte Medien in wesentlichen Bestandteilen nicht daraus bestehen können, auf das Internet zu verweisen. Ein Paradigmenwechsel ist also völlig unangebracht und ist wie hier über das Ziel hinausgeschossen, wenn deshalb Printmedien bis zur Unbrauchbarkeit hin reduziert werden.Was kommt als nächstes? Gemeinsames Radeln im Internet auf virtuellen Radwegen, 20 m breit, womöglich als Rundkurs mit durchgehendem Gefälle von 10%? Aber dann nur mit Helm! Echtes Fahrradfahren wird dann verboten, es geht ja auch im Internet. Autofahrer können wieder rücksichtslos rasen und parken, alle virtuellen Radfahrer haben 100% Übergewicht – ich verzichte dankend auf einen Paradigmenwechsel und nutze das Internet „nur" als zusätzliches Medium mit spezifischen Vor-, aber auch Nachteilen.

Stefan Pohl

Gefahr durch falsche Wegzeichen auf dem Frankfurter Grüngürtel-Radweg
Liebe Radfahrfreunde,
verleitet durch einen halboffenen Bauzaun bin ich am 29.4.2004 auf der alten Route zwischen S-Bahnhof Sportfeld und Oberschweinstiege über die Mörfelder Landstraße gefahren. Dort gab es ein 50 Meter kurzes Stück, wo der Radweg links neben den Leitplanken zur alten Brücke Richtung Parkplatz Waldstadion führte.

Dieser Teil des Radweges ist durch eine Straßenbaumaßnahme restlos verschwunden.

Für alle Radfahrer, die wegen der noch unveränderten Beschilderung diese Strecke fahren besteht eine riesige Unfallgefahr, denn sie müssten das Fahrrad auf der verkehrsreichen schmalen Fahrbahn in Gegenrichtung des Verkehrs schieben.

Ich bin am nächsten Tag wieder dort erschienen und habe die falschen Wegweise mit weißem Papier abgedeckt und jeweils 2 Warnungen und Wegskizzen auf DIN A-4 Seiten angebracht. Ob das ausreicht, beurteilen Sie bitte selbst. Auf jeden Fall müssten schnellstens neue Radwegschilder für die Route über die neue Brücke angebracht werden.

Knut Voelkner

Wassergebundene Decken kontra bituminöse Befestigungen
Was Hans-Peter Heinrich ausgeführt hat, wird nach Darstellung des Fachausschusses Verkehr des ADFC in dem Papier Fakten-Argumente-Forderungen Nr. 11 (FAF11) anders beurteilt, wobei man eine fachlich fundierte Grundlage unterstellen darf. Ein wichtiges Zitat aus dem FAF11 in diesem Zusammenhang:

„Die weitverbreitete Praxis, die sogenannten wassergebundenen Decken als nicht bodenversiegelnd einzustufen und deshalb gegenüber anderen Belägen zu bevorzugen, entbehrt jeder Grundlage. Die ökologischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Radwegoberflächen (wassergebundene Befestigung, Betonsteinpflaster, Asphalt usw.) sind meist gering und rechtfertigen nur in den seltensten Fällen die Wahl eines weniger gut befahrbaren Belages.“

Natürlich stellt jede Baumaßnahme einen Eingriff in die Natur dar. Im Vergleich zum Bau von Straßen für den Kfz-Verkehr sind die Beeinträchtigungen jedoch deutlich geringer, da für normale Radwege wegen ihrer geringen Breite meist keine gesonderte Entwässerung nötig ist, kann Regenwasser am Wegrand versickern. Dies gilt für die Neuanlage von Wegen. Die Rede ist aber in Hans-Peters Stellungnahme vom Ausbau vorhandener Wege. Hier greift das oben genannte Zitat, so dass seine Aussage auch bezüglich Umwelt und Flächenversiegelung nicht haltbar ist: Die Fläche ist durch einen Schotterweg schon als versiegelt anzusehen. Wenn nun ein heller bituminöser Belag aufgetragen wird, ändert das nichts an der versiegelten Fläche, sondern verbessert den Weg an sich und führt letztendlich zu erhöhter Fahrradnutzung. In Einzelfällen und Abschnittsweise mag das anders aussehen, aber grundsätzlich ist das Asphaltieren vorhandener Wege nicht per se als nicht umweltfreundlich anzusehen.

Stefan Pohl

Eine positive Erfahrung mit der DB
Sehr geehrte Damen und Herren,
letztes Jahr hatte ich mit der Bahn Kontakt um für mich eine Verbesserung zu erreichen. Ziel war es, ein Fahrad auch im Sitzen in den „alten“ S-Bahnen mitnehmnen zu können, da ich ein gehbehinderter Radfahrer und S-Bahnbenutzer bin.

Inzwischen hat die Bahn, ihre Fexilibilität sei gepriesen, den jeweils letzten Wagon einer Bahn für die Fahrradmitnahme freigegeben. Dies ermöglicht nun mir und auch allen anderen Fahrradfahrern ein Fahrrad in der S-Bahn im Sitzen mitzunehmen.

Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass die Bahn auf meine Ideen reagiert hat und das bis dahin gültige Transportverbot für den ersten und letzten Wagen entsprechend modifiziert hat. Wenn Sie noch ein Möglichkeit sehen, diese sinnvolle Änderung einer größeren Anzahl Fahrradfahrer mitzuteilen, würde mich das freuen.

Pior

… und die Antwort von Fritz Biel:
Sehr geehrter Herr Pior,
Ihre Nachricht wurde an mich weitergeleitet. Ich bitte um Nachsicht, dass ich erst jetzt antworte, aber ich war in Urlaub. Zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Initiative danken. Auch wir stellen fest, dass zumindest im Bereich des Nahverkehrs die langjährigen Bemühungen um eine vernünftige Berücksichtigung der Fahrradmitnahme zunehmend auf fruchtbaren Boden fallen. Leider werden wir noch eine Weile mit „Altlasten“ leben müssen. Das betrifft insbesondere die Konstruktion und Ausstattung der Fahrzeuge für die Fahrradmitnahme, aber auch die mangelnde Barrierefreiheit an den Bahnhöfen. Umso mehr freut es uns, dass nicht zuletzt durch Ihre Initiative zumindest für ein Problem nun ein Kompromiss gefunden wurde, mit dem bis zur Inbetriebnahme besserer Fahrzeuge alle Beteiligten leben können.

Ihre Anregung bezüglich weiterer Verbreitung dieser guten Nachricht gebe ich mit dieser Antwort gerne weiter an die Redaktion unserer Mitgliederzeitschrift „ADFC frankfurt aktuell“.

Fritz Biel

HomeArchivnach oben

16. Mai 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt