Schach den Dieben!

Gemeinschaftsarbeit in Ginnheim

Am 5. Juni hat ein ganzes Team versucht, die Chancen für „weiß“ zu verbessern. Die Arbeitsgruppe KLAUNIX hat eine große Codieraktion durchgeführt, organisiert vom Bettenstudio dormiCIEL auf dem Hof der Schreinerei Abt & Mendl in Ginnheim. Von 11 bis 15 Uhr hat Alfred Linder mit Hilfe der Stadtteilgruppe Nordwest sowie Unterstützung von Peter Schepko und Rainer Mai pausenlos graviert, so dass nun 30 Räder mehr mit dem Code verziert sind. Nebenbei konnten die Aktiven 4 neue Mitglieder begrüßen. Die Aktion zeigt, dass die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Gewerbe für alle Teile Vorteile bringen kann.

Die Schreinerei betreibt auch einen Schlüsseldienst; so hatte Volkmar Mendl die Idee, bei der Gelegenheit Fahrradschlösser fachmännisch zu testen. ABUS sponserte ein kleines Sortiment „Opfer“-Schlösser, und auch die kürzlich bei Aldi und ZEG im Sonderangebot erhältlichen „Sicherungsobjekte“ wurden einer hochnotpeinlichen Prüfung unterzogen. Zugegeben, es war nicht immer fair, so mit Hebelschere, Seitenschneider und Trennschleifer die Wahrheit abzufragen. Das „Panzerkabelschloss“ von Aldi (? 2,49) erwies sich als folienummanteltes Blech mit Drahtseil innen drin. Auch das ZEG Spiralschloss zu ? 4,99 gab spontan auf. Von den getesteten widerstand das ABUS Bügelschloss Buffo (? 22,50) am längsten. Sicher ist ein Schloss aus der GRANIT-Serie (? 47,50 bis ? 152) noch solider – hier darf man vertrauen: mehr Preis = mehr Leistung. Aber nicht nur die Schlösser wurden hart geprüft: ein ganz solider Seitenschneider hat beim Schloss-Knack-Versuch ebenfalls die Seele ausgehaucht – und das an einem normalen Kettengliederschloss.

Fazit: ein solides Schloss kann 10 % eines hochwertigen Fahrrads kosten. Es schützt dann aber auch recht gut, falls man es richtig benutzt. Wer das Vorderrad an einen festen Gegenstand anschließt, muss sich nicht wundern, wenn (nur) das später noch da ist. Praktische Klick-Halterungen und sichere Funktion moderner Schlösser lassen uns eigentlich auch vorm Bäcker keine Ausrede mehr. Vorderrad und Rahmen gehören mit einem Pfosten, Geländer o.ä. zusammengeschlossen.

Wenn dann trotzdem der Klauer mit der Scher’ ... Hoffentlich FEIN-codiert und P&P-versichert. Mehr dazu unter http://www.hessen. adfc.de/fahrradcodierung/angebote/html#termine und www.pundpgmbh.de. Beim Versicherer „Bike-ASSekuranz“ zahlen ADFC-Mitglieder 8 % Jahresprämie auf die Versicherungssumme, Nichtmitglieder 9 % (jeweils + 16 % Versicherungssteuer). Für FEIN-codierte Räder gibt’s 10 % Rabatt.

Die Codierung hat ein recht einfaches Prinzip. Niemand muss sich registrieren lassen in einer Datenbank, die gerade dann den Zugriff verweigert, wenn sie hilfreich wäre. Denn die einzelnen Bausteine des Codes sind amtlich bekannt und bei Behörden auch anderweitig im Einsatz.

Es muss nicht immer Fahrrad sein: codieren kann man fast alles, was einem lieb und teuer ist. Wird ein codierter Gegenstand (Rad oder nicht Rad) aufgefunden, ist die öffentliche Versteigerung nicht mehr Endstation. Was sich im Diebeslager findet, lässt sich anhand Codierung leicht zum rechtmäßigen Eigentümer zurückführen. Guten Glaubens kaufen kann man ein geklautes, codiertes „Gebrauchtes“ kaum. Sehr selten passen Hausnummer und Initialen eines Flohmarkt- oder EBAY-Händlers zum gravierten Code. Ein Anfangsverdacht kann einfach erhärtet werden. Bekanntlich ist es nicht möglich, an gestohlenem Gut Eigentum zu erwerben – gleich welchen Preis man dafür bezahlt.

Freya Linder

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16. Mai 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt