Das Mampfmobil hält Leib und Seele zusammen

Die 15. Tour de Natur kommt nach Hessen zu den Brennpunkten verfehlter Verkehrspolitik

Es gibt lebenslustige Rad fahrende Menschen, die machen schon seit 15 Jahren immer wieder mit, und bei dem Demonstrationszug kommen regelmäßig beeindruckende 100 bis 150 Radfahrer zusammen, wobei auch einzelne Tagesetappen, spontan oder vorangemeldet, jederzeit mitgefahren werden können.

Wer es noch nicht miterlebt hat, stellt sich aber vielleicht erstmal die Frage: Anderthalb Wochen lang mit Isomatte und Schlafsack in Turnhallen übernachten, das gesamte Reisegepäck mit dem eigenen Fahrrad selber transportieren und dann – als angemeldete Fahrraddemo – nicht etwa auf idyllischen Radwanderwegen sondern auf dem erhitzten Asphalt von Landstraßen unterwegs zu sein, klingt das nicht eher nach Strapaze als nach Urlaubsvergnügen?

Natürlich motivieren die gemeinschaftlichen Aktivitäten: für eine ökologische und sozial verträgliche Verkehrspolitik und für eine nachhaltige Lebensweise, die auf Mensch und Natur Rücksicht nimmt.

Es kann auch tatsächlich Spaß machen, mal im großen Tross über eine Stadtautobahn zu rollen.

Aber es gibt viele verlässliche organisatorische Faktoren für das Gelingen der Tour.

Der Start in den Tag beginnt damit, dass schon vor dem Aufstehen gedämpft vielstimmiger Gesang erklingt und am Mampfmobil Tee, Kaffee, leckeres Brot, Müsli, Jogurt und andere Köstlichkeiten bereitgestellt werden. Die Lebensmittel werden auf Biohöfen der Region frisch eingekauft, eine der täglichen Aufgaben dieser wunderbaren mobilen Küche, die immer bereits vor Ort ist, wenn die Mittagsrast ansteht. Mittags und abends zaubern die Kochkünstler schmackhafte Gemüsegerichte, wobei das Vorbereiten („Schnippeln“) des Bio-Gemüses von Tourteilnehmern übernommen wird – übrigens eine günstige Gelegenheit, womöglich vorhandene Vorbehalte verschiedenster Art durch Erweiterung der persönlichen Kompetenz abzubauen und tolle vegetarische Rezeptideen in den Alltag mitzunehmen.

Abkühlung gibt es bei den hochsommerlichen Temperaturen auch genügend. Um Badeseen und Eisdielen wird nicht etwa ein Bogen gefahren.

Die Tour lebt von ihren Teilnehmern: Jeder bringt sich dort ein, wo sie oder er möchte und während der Tour werden phantasievolle Aktionen entwickelt.

Inhaltliche Veranstaltungen werden über Probleme und Lösungen informieren. Zusammen mit Bürgerinitiativen und ExpertInnen werden Kritik und Alternativen unter die Leute und an die Verantwortlichen gebracht.

Start der Tour de Natur ist am 27. Juli in Eisenach. Von Thüringen aus geht es durch Hessen: über Eschwege, Hann.-Münden, Kassel, Marburg, Gießen und Kelsterbach. Die Tour erreicht am 6. August Bad Vilbel, wo abends ein Abschlussfest gefeiert wird.

Etappen in Südhessen sind am 4. August von Gießen nach Bad Homburg, am 5. August von Bad Homburg nach Kelsterbach und am 6. August von Kelsterbach nach Bad Vilbel. Gestartet wird immer um 9.30 Uhr am Quartier.

Die aktuellen Informationen dazu sind im Internet zu finden (siehe Kasten).

Am 5. August wird nachmittags direkt vor Ort gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens demonstriert, abends wird in Kelsterbach der Schirmherr Dr. Winfried Wolf einen Vortrag halten.

Beim Mittagshalt am 6. August im Frankfurter Ostpark findet eine Aktion gegen Autobahnausbau und speziell gegen den geplanten Tunnelbau am Riederwald in Frankfurt statt.

Um das Anliegen der Tour sichtbar zu machen, sind entsprechend gestaltete Fahrräder gefragt.

Das Faltblatt mit allen für die Anmeldung nötigen Informationen liegt übrigens jetzt im Infoladen des ADFC aus.

Ulrike Klug

Kontakt Tour de Natur: www.tourdenatur.de

Fotos: ADFC Lahn-Dill

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