Editorial

Neulich, an einem sonnigen Sonntagmorgen, bin ich ausnahmsweise mit dem Rennrad auf dem Weg zum Arbeitsplatz gewesen. Dieses Fahrzeug, für Fahrten auf städtischen Radverkehrsanlagen ungeeignet, ließ mich vom gewohnten Weg durch Grünflächen, über Radwege und Bordsteine abweichen. Wer ist schon mal sonntags morgens mit dem Rennrad über den Anlagenring gesaust? Die Fahrbahn ist frei, nur wenige Kraftwagen überholen in gebührendem Abstand. Wellen und Löcher im Asphalt, im brodelnden Alltagsverkehr lebensgefährlich, werden souverän umfahren. Ruhig liegt die Straße in der Morgensonne, sinnlos schalten Ampeln zwischen Rot und Grün hin und her, während ich auf die breite Mainzer einbiege und ungestört in Richtung Messe rolle.

Montags dann, das Rennrad hängt längst im Keller, rollt das Stadtrad wieder gemächlich durch die Grünanlagen, die pannenfesten Reifen holpern Bordsteine rauf und runter. Auf der Verkehrsinsel am Eschenheimer Tor warten bereits Radfahrer dicht an dicht auf Grün. Dass auf diesem Inselchen noch Platz ist für mich, habe ich den Eiligeren unter uns zu verdanken. Sie haben bereits bei Rot die Straße überquert und damit Aufstellfläche geschaffen für die Nachfolgenden. Es wird eng auf unseren Radverkehrsanlagen, in Spitzenzeiten sind sie kaum dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen gewachsen. Und das ist ja auch eine gute Nachricht, denke ich, während ich von breiten Fahrradstraßen, wie am frühen Sonntagmorgen, träume.

Genug geträumt. Das ewige Thema Zeil und Radverkehr wird von Fritz Biel bearbeitet, Fitz Bergerhoff informiert über die Unfallentwicklung, Alfred Linder korrespondiert über Raddiebstahl und Harald Lutz fährt mit dem HR durchs verregnete Hessen. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Joachim Hochstein hat in Massenheim einen senationellen Fund gemacht – die Nullabsenkung!

Mehr gute Nachrichten wünscht

Peter (für das Redaktionsteam)

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06.09.2007 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt