Bad Vilbel wieder mal „stets bemüht“
Einige Notizen zu Wegebaumaßnahmen in Bad Vilbel

v.l.n.r.: Neue Verbindung zwischen Dortelweil-West und Kernstadt.
Der neu angelegte Radweg endet im Nirwana.
Gefahrenquelle „linker“ Radweg..

Dortelweil rückt näher an die Kernstadt
Die Stadt Bad Vilbel hat zwischen Dortelweil-West (oberhalb des Unternehmens First Data) und der Landschaftsbrücke eine neue Wegeverbindung für den Radverkehr asphaltiert. Von der Veränderung werden sicherlich neben den Radfahrern auch die Fußgänger und die Landwirte profitieren, sodass diese Maßnahme nicht ausschließlich der „Kostenstelle Radverkehr“ zuzuordnen ist. Die neue Passage verbessert die Anbindung von Dortelweil-West an die Kernstadt und insbesondere an das Schulzentrum. Der Vorteil liegt insbesondere bei denen, die im unteren Abschnitt von Dortelweil-West, das heißt auf der Höhe der Willy-Brandt-Straße, wohnen, denn im oberen Bereich existiert bereits seit längerem ein Weg. Leider wurde hier das Stück zwischen dem Lortzingring und dem Feldweg nur mit sehr grobem Schotter bedeckt. Ein wenig Asphalt wäre auch hier sehr hilfreich.

Neuer Radweg … und es geht doch noch schlechter
Der beauftragte Verkehrsplaner der Stadt Bad Vilbel, Prof. Dr. Storost, hat abermals „zugeschlagen“, dieses Mal im Ortsteil Massenheim auf der Homburger Straße zwischen den Straßen Am Stock und Am weißen Stein. Es scheint fast müßig, darauf hinzuweisen, dass die Stadtverwaltung auch in diesem Fall auf eine beratende Funktion des ADFC verzichtet hat. Bemerkenswert ist auch, dass die Maßnahme im Rahmen der Verkehrskommission, in der der ADFC vertreten ist, nicht thematisiert wurde.

Wie nicht anders zu erwarten war, wurden in der Planung der Neugestaltung des Straßenabschnitts wiederum viele Punkte der unter Verkehrsplanern allgemein anerkannten Empfehlungen für Radverkehrsanlagen großzügig ausgeblendet. Mehr noch: es wurden sogar einige Maßnahmen getroffen, die mit der Straßenverkehrsordnung nicht konform sind. Dies gilt zum Beispiel für den auf der linken Straßenseite angelegten Radweg, der die Radfahrer zum Zweirichtungsverkehr auf ein und derselben Seite zwingen will, und die Auslassung von Fahrradpiktogrammen in den Furten. Es geht weiter mit Hindernissen in der lichten Breite des Radweges wie Bake, Ampelmast und Schilderpfosten. Und schließlich wurde wieder – damit der Radfahrer nur nicht in den Genuss von zu viel Fahrkomfort gelangt (?) –, wie schon seinerzeit auf der Friedberger Straße zwischen Kernstadt und Dortelweil, Verbundpflaster mit abgeschrägten Kanten (der sogenannten Fase) verwendet.

Ein Kuriosum ist die Situation zwischen Apfelkreisel und Hainstraße. Hier besteht einerseits Benutzungspflicht für den Radweg auf der Nordseite, andererseits kann der Radler aber auch den Gehweg („Radfahrer frei“) auf der gegenüber liegenden Straßenseite mitnutzen. Diese Variante lässt sich eigentlich nur als stillschweigendes Eingeständnis der Schwächen des neuen Angebots vonseiten der Stadtverwaltung verstehen.

Schon die Beobachtung des Verkehrsverhaltens vor Ort genügt, um festzustellen, dass der neue Radweg auf der Homburger Straße auf keinerlei Akzeptanz stößt. Und das vollkommen zu Recht. Schade um das Geld, das dem Radverkehr an anderer Stelle wieder fehlen wird. Die Kür des planerischen Schaffens stellt allerdings die Radverkehrsregelung rund um den Apfelkreisel dar. Dieser Fall verdient einen Extraartikel in der nächsten Ausgabe.

Sensationeller Fund in Massenheim: die Nullabsenkung
Ein positives Novum verdient es aber doch, hervorgehoben zu werden: Die Nullabsenkung an Bordsteinen ist tatsächlich auch in Bad Vilbel angekommen! Ein bisheriges regionales „Alleinstellungsmerkmal“ von Bad Vilbel scheint zu fallen, hatte doch in der Vergangenheit bei der baulichen Ausführung von Geh-/Radwegen stets kein Mittel an einem drei bis fünf Zentimeter hohen Rund- oder Kantbord vorbeigeführt. Also: in dieser Hinsicht ein Kompliment an die Verantwortlichen der Stadt … und weiter so.

Positives Novum: Die Bordstein-Nullabsenkung in der Homburger Straße

Joachim Hochstein

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