Kurzmeldungen aus dem Hochtaunuskreis

Umlaufsperren am Bommersheimer Weg
Bad Homburg. Die Stadt Bad Homburg hat auf dem Bommersheimer Weg eine neue Schranke mit Umlaufsperren für Radfahrer errichtet. Diese Konstellation ersetzt die bisherige Lösung, nach der über der gesamten Straßenbreite mehrere Pfosten dafür sorgten, dass keine Kfz passieren können.

Der Bommersheimer Weg liegt nicht nur an der Rundroute um Bad Homburg, sondern ist auch eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Bad Homburg und Oberursel und außerdem Schulweg nach Oberursel und nach Bad Homburg.

Die Umlaufsperre stellt nach Ansicht des ADFC eine unzumutbare, weil vermeidbare Einschränkung für den Radverkehr dar. Deshalb wurde eine ausführliche Ausarbeitung angefertigt, die der Stadt übermittelt wurde. Hierzu gibt es bereits eine vorläufige Rückmeldung. So wurde zunächst die Stelle entschärft, d.h. der Abstand vergrößert. Nach Besichtigung durch den ADFC ist festzustellen, dass dies jedoch nur marginale Verbesserungen bringt. Die Meinungsfindung in der Stadtverwaltung läuft noch, nach der ersten Rückmeldung gibt es hierzu stark unterschiedliche Meinungen innerhalb der Verwaltung. Wir sind auf das Ergebnis gespannt und erwarten auch, dass die Argumente des ADFC widerlegt werden können, falls die Umlaufsperre beibehalten wird. Lesen Sie auch die ADFC-Stellungnahme, die im Web zum Download bereitsteht.

Umlaufsperren auf Radweg nach Unfall
Friedrichsdorf-Burgholzhausen. Nach einem Unfall wurden Umlaufsperren auf einem Radweg aufgestellt. Der ADFC hält die Maßnahme für unangemessen und versucht, Verbesserungen zu erreichen.

Zum Hintergrund: Eine Motorradfahrerin wollte aus einer Grundstückausfahrt über einen gemeinsamen Fuß-/Radweg auf die Straße fahren, achtete dabei nicht auf querenden Verkehr auf dem Fuß-/Radweg und stieß mit einem Radfahrer zusammen, der sich schwer verletzte. Die Stadt Friedrichsdorf reagierte schnell und stellte eine Umlaufsperre auf, so dass der vorfahrtberechtigte Radverkehr eingeschränkt wird. Gleichzeitig ist für Radfahrer die Benutzungspflicht des Fuß-/Radweges angeordnet. Es handelt sich um den Ortseingang Burgholzhausen von Friedrichsdorf her kommen.

Ein Friedrichsdorfer Bürger hat sich über die Aufstellung der Umlaufsperren beschwert und dies dem ADFC zur Kenntnis geschickt mit Bitte um Stellungnahme. Der ADFC hat diese Problematik aufgegriffen und stellte die Umlaufsperren in Frage. Die Stadt Friedrichsdorf ist bislang nicht bereit, auf die Umlaufsperren zu verzichten, will sie aber für den Radverkehr günstiger gestalten. Einige wichtige Fragen, die der ADFC in diesem Zusammenhang gestellt hat, sind bislang nicht beantwortet. Hier wird noch nachgehakt. Lesen Sie die umfangreichen Ausführungen im Web des ADFC Hochtaunus.

Radverkehrskonzept
Steinbach. Auf Anstoß vom Bauamt der Stadt Steinbach wurde vom ADFC zu einem Treffen eingeladen, das ein Radverkehrskonzept für Steinbach zum Thema hatte. Dabei soll für das mit 4,4 Quadratkilometern relativ kleine Stadtgebiet ein Konzept erarbeitet werden, aus dem sich ein Maßnahmenkatalog ableiten lässt, der dann auch bessere Fördermöglichkeiten bringen soll.

Am 8. November ab 19 Uhr trafen sich neben dem Chef des Bauamtes, Hr. Müller, und dem gastgebenden ADFC Kreisverband, vertreten durch Stefan Pohl als Projektleiter „Radroutennetz Hochtaunus“, insgesamt sieben weitere interessierte ADFC-Mitglieder, die über den Stand der städtischen Planungen informiert wurden.

Für die Stadt ist es zunächst notwendig zu wissen, welche Maßnahmen den Radverkehr fördern könnten. Als erstes wird eine Erhebung des Ist-Zustandes benötigt. Hierbei hat der ADFC seine Unterstützung bei dem Treffen zugesagt. In mehreren Gruppen werden Teilgebiete abgefahren und Zustände (positive und negative) dokumentiert und ggf. bereits Verbesserungsvorschläge eingebracht. Dieser Schritt soll bis Anfang 2008 abgeschlossen werden, so dass die Stadt aus den Angaben einen ersten Entwurf des Konzeptes bis zum Sommer erarbeiten kann. Dabei soll eng mit dem ADFC zusammen gearbeitet werden.

Wer hierbei mithelfen möchte und eigene Ideen einbringen will, kann jederzeit zu der Gruppe  stoßen. Eine Meldung an den Projektleiter Radroutennetz (siehe Kontakt) oder den Sprecher der Ortsgruppe Oberursel/Steinbach, Niels Raczek, genügen. Wir melden uns dann bei Ihnen.

Hochtaunusschule: Neugestaltung Umlaufsperre 
Oberursel. Der Radverkehr zwischen Bad Homburg und Oberursel wird nördlich der L 3004 über das Gelände der Hochtaunusschule und über den angrenzenden Parkplatz geführt. Auf diesem Parkplatz hat es einen Unfall gegeben, weil ein Schüler der Fahrradwegweisung folgend eine enge Kurve mit spitz endenden Bordsteinkanten auf dem Parkplatz befuhr, die für die Befahrung in dieser Richtung nicht optimal geeignet ist. Dies wurde bereits erkannt, deshalb ist eine Umlaufsperre in der Nähe umgestaltet worden, um eine andere Wegführung zu ermöglichen. Es wird derzeit noch geprüft, ob kurzfristig auch die Fahrradwegweisung auf die neue Wegführung angepasst werden kann. Von Bad Homburg kommend wird dann nicht mehr voll über den Parkplatz, sondern zunächst geradeaus auf dem begleitenden Fuß-/Radweg gefahren, die umgestaltete Umlaufsperre passiert und anschließend der Rand des Parkplatzes zur Hochtaunusschule hin befahren.

Da auf eine Umlaufsperre an dieser Stelle nicht verzichtet werden kann, wurde die Position der Gitter so verändert, dass man nun deutlich mehr Platz hat. Zwar muss man eine größere Kurve fahren, kann aber dafür den von rechts kommenden Kfz-Führern frontal entgegensehen, was die Unfallgefahr drastisch verringern dürfte. Diese Lösung wurde mit dem ADFC abgestimmt. Die Breite des Durchlasses ist noch nicht optimal. Ob hier nachgebessert werden muss, wird spätestens im Rahmen des Radverkehrskonzeptes, noch in diesem Jahr, entschieden.

Radweg zwischen Nassauer und Gablonzer Straße – enge Pfosten
Oberursel. Die Verbindung zwischen der Nassauer Straße (Anschluss Bahnhof Oberursel) und der Gablonzer Straße (Weg an der S-Bahn nach Stierstadt und Steinbach) zählt zu einer der wichtigsten Routen für Radfahrer in Oberursel. Grundsätzlich zu bemängeln ist hier eine längere Engstelle zwischen einem Firmengelände und der S-Bahn-Strecke. Begegnungsverkehr ist hier nur schwer möglich. Auch von Fußgängern wird dieser Weg rege genutzt, der Abschnitt ist konfliktträchtig. An der Engstelle gibt es an beiden Seiten Pfosten, um das Einfahren von Kfz zu verhindern (der Weg ist ohnehin für Kfz zu schmal). Nun wurde auf der einen Seite ein einzelner Pfosten durch zwei Pfosten ersetzt. Ermöglichte der einzelne Pfosten noch relativ problemlos die Passage auch für Fahrradanhänger, wurden die neuen Pfosten mit einem Abstand unter 1,10 Meter zu eng gesetzt. Der ADFC fordert eine Durchfahrtsbreite von mindestens 1,40 Meter. Die Prüfung wurde zugesagt, der ADFC geht davon aus, dass die Engstelle erweitert wird und eventuell sogar 1,50 Meter Abstand realisiert werden können.

Im Rahmen des Radverkehrsnetzes wird der ADFC auch dieses Thema einbringen und die Frage stellen, warum an einer Stelle, die ohnehin eng ist, überhaupt Pfosten stehen müssen. Zudem gibt es immer wieder Probleme, weil Mofa- und Motorradfahrer (Schulweg) auf dem engen Fuß-/Radweg fahren, ohne dass hiergegen etwas unternommen wird. Denkbar ist Aufklärungsarbeit vor allem zu den Zeiten des Schulbeginns an Ort und Stelle und bei Uneinsichtigkeit die rechtliche Verfolgung der Verstöße. Auch die Wegbreite könnte besser sein, hier kann der Grünstreifen am angrenzenden Bahngelände für eine Verbreiterung genutzt werden.

Sperrung Epinayplatz
Oberursel. Der Epinayplatz in Oberursel wurde nach dem Neubau eines angrenzenden größeren Hauses („Sunrise“) nicht mehr für den Radverkehr freigegeben. Die Querung für den Busverkehr ist aber weiterhin möglich. Die Querung des Platzes ermöglichte es Radfahrern bisher, relativ verkehrsarm vom Holzweg über die Henchenstraße zur Liebfrauenstraße / Oberhöchstädter Straße bzw. zur Bärenkreuzung zu gelangen. Hält man sich an die Beschränkung, muss nun auf die stark befahrene Feldbergstraße ausgewichen oder geschoben werden.

Die aufgehobene Freigabe ist eine erhebliche Verschlechterung für den Radverkehr. Der gesamte Komplex zwischen Holzweg, Kumeliusstraße und Adenauerallee (Bärenkreuzung) ist durch die Fußgängerzone für den Radverkehr nun nicht mehr nutzbar, sämtliche Ausweichstrecken bedeuten teilweise erhebliche und praxisferne Umwege und die Benutzung stark verkehrsbelasteter Straßen. Der ADFC befürchtet, dass dadurch nun verstärkt Radfahrer die Fußgängerzone komplett befahren, weil jegliche Alternativen genommen wurden. Der ADFC wird sich dafür einsetzen, dass die Querung des Epinayplatzes per Fahrrad wieder ermöglicht wird.

Stefan Pohl

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09.01.2008 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt