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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe
links: MdL Matthias Körner (links) quält sich mit Aktiven des ADFC auf losem Schotter steil bergauf
rechts: Gefährliche Querung der B521 vor der Ortseinfahrt Bergen
Ute Gräber-Seißinger (2)

Bad Vilbel/Karben

Der lange Weg vom Wunsch zur Wirklichkeit

Straßenbegleitender Radweg von Bad Vilbel nach Bergen-Enkheim

Ein direkter, komfortabler und sicherer Radweg zwischen Bad Vilbel und Frankfurts Stadtteil Bergen fehlt seit langem. Der Bedarf nach einem straßenbegleitenden Radweg entlang der stark befahrenen Bundesstraße 521, der die genannten Kriterien erfüllt, wurde bereits vor etwa 15 Jahren festgestellt.

Radfahrten auf der B 521 sind nicht zu empfehlen – heute weniger denn je, weil viel zu gefährlich. Der gesetzlich gebotene Mindestabstand von zwei Metern außerorts beim Überholen von Radfahrenden mit einem Kfz wird kaum je eingehalten. Was Radelnden bleibt, sind Ersatzrouten durch den Bad Vilbeler Wald oder den Waldrand entlang. Allerdings bedeuten diese Strecken teils erhebliche Umwege, denen es zudem an nächtlicher Beleuchtung fehlt und die generell, insbesondere aber bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, nur eingeschränkt befahrbar sind; hinzu kommt eine gefährliche Querung der B 521 kurz vor dem Bergener Ortseingang.

Mittlerweile hat Hessen Mobil die Planung des Baus begonnen. Unklar ist, wieviel Zeit noch verstreichen wird, bis das Planungsverfahren abgeschlossen sein wird, bis sodann mit dem Bau begonnen werden kann und bis wann der Weg fertiggestellt sein wird. Nicht unüblich ist, dass sich die besagte Zeitspanne im Fall von Projekten wie diesem auf fünf bis sechs Jahre beläuft.

Wie lässt sich der Bau beschleunigen? Wir haben einen ausgewählten Kreis von neun Abgeordneten der im Hessischen Landtag vertretenen demokratischen Parteien gebeten, sich für eine Beschleunigung der Umsetzung des Vorhabens einzusetzen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Körner hat unsere Bitte aufgegriffen, sich am 15. November 2025 vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und die Herausforderungen sowie mögliche Lösungsansätze gemeinsam mit uns diskutiert. Wir haben gemeinsam mit ihm, ausgehend vom Heilsbergkreisel, die kürzeste von mehreren Ausweichstrecken durch den Bad Vilbeler Wald und auf dem Rückweg den Streckenabschnitt der B 521 mit dem Fahrrad befahren. Wir, das ist eine Gruppe aus dem Kreis der Aktiven des ADFC Bad Vilbel / Karben, namentlich Wulfhard Bäumlein, Manfred Kissing, Jochen Waiblinger und Ute Gräber-Seißinger.

Die mit Radwegweisungen versehene Strecke bietet einige Herausforderungen. Nimmt sich der Radweg anfangs noch recht passabel aus – als befestigter Weg, wenn auch mit Schlaglöchern versehen –, so kommt nach etwa der Hälfte der Strecke bis zum höchsten Punkt auf dem Weg nach Bergen die Überraschung: Der Weg verwandelt sich in eine mit teils losem Schotter bedeckte, scharf ansteigende Piste.

Dieser Abschnitt fordert ohne Wenn und Aber: Absteigen und schieben – und das nicht nur bergauf. Auch bergab ist die Gefahr, auf dem losen Schotter wegzurutschen und zu stürzen, zu groß.

Im weiteren Verlauf stößt der Radweg auf die B 521, die hier die Nordumgehung Bergens bildet. Wer die Fahrt fortsetzen will, für den führt an der Querung der B 521 kein Weg vorbei. Allerdings: Eine Hilfe zugunsten der Sicherheit von Fuß- und Radverkehr – etwa eine Bedarfsampel – gibt es nicht. Doch die Lösung für all die beschriebenen Herausforderungen ist in Sicht: der in Planung befindliche straßenbegleitende Radweg entlang der B 521 – und er kommt hoffentlich schneller als binnen fünf oder sechs Jahren.

Immerhin konnte uns Matthias Körner, selbst begeisterter Radfahrer, ein wenig Hoffnung machen, denn auch im Hessischen Landtag wird derzeit rege über Bürokratieabbau diskutiert mit dem Ziel, die Umsetzung von Bauvorhaben auch auf dem Gebiet der Verkehrsinfrastruktur zu beschleunigen.

Ute Gräber-Seißinger