Skip to content

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main   

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

Bad Vilbel/Karben – Aktivenporträt

Dieter Schönberger – seit vier Jahrzehnten Vorrang für den ADFC

Dieter fährt seit seinem achten Lebensjahr regelmäßig Fahrrad, zuerst in die Schule, dann während des Studiums zur Universität. In den Anfangsjahren seines Berufslebens hingegen spielte das Rad für den Weg zur Arbeit keine Rolle. Demgegenüber war Dieter gemeinsam mit seiner Frau immer wieder in der Freizeit mit dem Rad auf Tages- und Mehrtagestouren unterwegs. Donautal, Lahntal, Westerwald – das waren in den ersten Jahren die Regionen, die die beiden besuchten. Auch auf einer Flugreise nach Portugal hatten sie ihre Räder dabei und radelten von Porto nach Lissabon.

Anfang der 1990er Jahre legte sich die Familie, um die beiden Kinder radelnd mitnehmen zu können, einen Fahrradanhänger zu. Später hatte jedes Kind ein eigenes Rad, und am Wochenende unternahm man Ausflüge in die Region. Später radelte die ganze Familie eine Woche lang die Donau entlang von Passau nach Wien. Als die Kinder erwachsen geworden waren, umrundete Dieter gemeinsam mit seiner Frau mit dem Rad den Bodensee und fuhr den Main entlang von Bayreuth bis zur Mündung.

Mitte der 1980er Jahre trat Dieter unter dem Eindruck des Waldsterbens aus dem ADAC aus und in den ADFC ein. Seit 2010 nimmt er an Tagestouren des ADFC teil. „Besonders beeindruckt hat mich der Vulkanradweg von Wächtersbach aus“, sagt er und fügt hinzu: „… und die Vogelsberg-Ausfahrt zum Segelflugplatz am Hohenrodskopf und die Regionalparkausfahrten nach Gustavsburg.“ Die Touren waren zuweilen über 100 Kilometer lang.

Eine weitere Leidenschaft Dieters ist das Bergsteigen in den Alpen. So verwundert es nicht, dass er Mitte der 1990er Jahre ein Mountainbike als Zweitrad erwarb. Gerne denkt er an Touren in den Alpen wie etwa die Ostrampe des Tremalzo in den Südalpen zurück. Mit dem MTB bewältigte Dieter Höhenunterschiede von bis zu 1500 Metern.

Wegen Knieproblemen stand Mitte der 2010er Jahre der Wechsel zum E-Bike an. „Jetzt waren für mich auch die Taunusberge von Karben aus nur noch Halbtagestouren, und entsprechend häufig habe ich sie gefahren. Dabei habe ich dann auch im Freundeskreis Spaß daran gefunden, neue Touren zu planen, zu fahren und auch zu leiten.“

Während seines Berufslebens arbeitete Dieter als Informatiker bei Thomas Cook und leitete Projekte rund um das Reservierungssystem des Reiseunternehmens. Seit 2019 ist er im Ruhestand und hält an der dualen Hochschule Vorlesungen im Studiengang Softwaretechnik.

Engagement beim Radschnellweg FRM 6

Während der Corona-Pandemie unternahm Dieter in der Wetterau und den Nachbarkreisen viele Radfahrten solo. Dabei fielen ihm an vielen Orten Lücken und Schwächen im Radwegnetz auf. Dieter ist Mitglied einer Arbeitsgruppe des ADFC, in der um die Trassenführung des Radschnellwegs FRM 6 gerungen wird, der von Butzbach nach Frankfurt und dabei auch durch Karben führen soll. In diesem Rahmen wurde ihm erstmals klar, wie viele Instanzen zusammenwirken müssen, um ein so großangelegtes Radverkehrsprojekt durchzuführen. „Zuständig sind, wenn die Dinge kompliziert liegen, die Kommune, der Kreis, das Land und der Bund. Kein Wunder, dass die Sicht der Radelnden als den eigentlichen Nutznießern buchstäblich unter die Räder gerät. Im Grunde wollen wir nur eine sichere und schnelle Radverbindung von A nach B, und dies nicht erst in zehn oder zwanzig Jahren. Hier ist Umdenken angesagt – hin zu mehr Schnelligkeit und weniger Perfektion.“

Im vergangenen Jahr hat Dieter eine dreitägige Ausbildung zum ADFC-TourGuide absolviert und hat mittlerweile erste Touren offiziell geführt. Seit Mitte März 2025 ist er als Beisitzer für Karben im Vorstand des ADFC Bad Vilbel / Karben aktiv.

Dieter findet das Radfahren faszinierend: „Ich genieße die frische Luft, tue etwas für meine Gesundheit, aber auch für das Klima.“ Und um auf die Berge zu sprechen zu kommen: „Die Topografie einer Gebirgslandschaft prägt sich erst ein, wenn man sowohl die Pässe als auch die Täler mit eigener Muskelkraft befahren hat.“ Außerdem spart man Zeit: „Wenn es gilt, neue Strecken zu erkunden, bin ich mit dem Rad viel schneller als zu Fuß.“

Ute Gräber-Seißinger