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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Editorial

Ein Fahrrradfahrer fährt über eine Brücke, darunter verlaufen Bahnschienen, auf denen eine Bahn fährt
Peter Sauer

Es ist die Zeit für Rückblicke auf das vergangene und für Ausblicke auf das vor uns liegende Jahr. Hier jedoch werfe ich einen Blick gleich zehn Jahre zurück. In unserer Januarausgabe 2016 haben wir im Editorial ein Brückenprojekt vorgestellt, mit dem der Radverkehr zum Flughafen deutlich verbessert werden könnte. „Airport-Bogen“ nannte sich die Vision, die der ADFC zusammen mit einem Architekturbüro entwickelt hatte und die bisher Vision geblieben ist. Im vergangenen Jahr nun wurde wieder eine Vision entwickelt, die den Radverkehr verbessern soll. Die „Adlertrasse“ soll die Fahrt zum Waldstadion erleichtern, soll helfen, Rad- und Fußverkehr vor großen Veranstaltungen im Stadion zu trennen und damit die Anreise auch für Radfahrende attraktiver zu machen. Der Radentscheid Frankfurt hat hier bereits Vorarbeit geleistet und erste Ideen sowie einen Entwurf für eine Fahrradhochbahn über den Bereich am Oberforsthaus mithilfe von KI visualisiert. (www.radentscheid-frankfurt.de).

Dass solche Projekte keine Visionen bleiben müssen, hatten wir im Editorial vor zehn Jahren bereits erwähnt und einige Brücken, die ausschließlich für den Radverkehr gebaut wurden, vorgestellt. Inzwischen sind neue Projekte verwirklicht worden, beispielhaft sei hier die elegante Fahrradbrücke über die Bahngleise in Tübingen genannt. Spätestens dann, wenn eine Multifunktionshalle am Stadion entsteht, sollte auch bei uns aus der Vision Wirklichkeit geworden sein.

Im englischen Guardian gibt es eine Rubrik mit dem Namen „The long read“. Darin werden Themen ausführlich beleuchtet, so dass man sich Zeit zum Lesen nehmen muss. Nun wäre es vermessen, Frankfurt aktuell mit der britischen Tageszeitung vergleichen zu wollen, doch erinnert mich unsere vorliegende Ausgabe an diese Rubrik. Auch wir beleuchten ein Thema ausführlich und dabei recht textlastig. Unter dem Titel „Wem gehört die Stadt“ beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aspekten des Öffentlichen Raums, seinem Wert, seiner Nutzung, seinen Regeln und der Kontrolle darüber. Das bietet interessanten Lesestoff, für den ihr euch Zeit nehmen solltet – nicht nur als Radfahrende. Denn der Öffentliche Raum ist für alle da, auch wenn der Eindruck oft ein anderer ist und ein erhebliches Ungleichgewicht unter den ihn Nutzenden besteht. Dabei ist uns nicht daran gelegen, hier einzelne Nutzergruppen pauschal zu verurteilen oder alle „über einen Kamm zu scheren“. Aber wenigstens hin und wieder stärker auf Recht und Gesetz zu achten täte uns allen gut.

Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und ich wünsche euch weiterhin gute Fahrt im Öffentlichen Raum. Auch, wenn wir diesen zum Stadion hinaus etwas höher legen könnten.

Peter für das Redaktionsteam