Fünf Fragen an …
„Mein Faltrad ist wie ein zweites Paar Beine“
Die Nähe zur Natur ist für den im Sauerland geborenen Mittzwanziger sehr wichtig. Deshalb zog Matthias Rohr 2024 kurz nach seiner Ankunft in Frankfurt von der Innenstadt nach Sulzbach. Dort fühlt er sich extrem wohl und bleibt dem Kreisverband Frankfurt dennoch eng verbunden. Der studierte Politikwissenschaftler, der hauptberuflich eine kaufmännische Abteilung bei der Deutschen Bahn leitet, ist in unserem Verein vor allem für sein Engagement im Jungen ADFC bekannt. Wenn er nicht auf dem Rad sitzt, geht er gerne klettern, probiert neue Kochrezepte aus oder lernt Dänisch.
Bitte stelle Dich in drei Adjektiven vor.
Naturverbunden, Optimistisch. Zielstrebig.
Wie bist Du zum Fahrradfahren gekommen?
Als Kind war ich erst mal nur Freizeitradler. Erst als Jugendlicher habe ich dann immer häufiger das Rad als Verkehrsmittel genutzt, um unabhängiger von meinen Eltern und dem schlechten öffentlichen Nahverkehr im Sauerland zu sein. Während meines Studiums in Duisburg nahm meine Leidenschaft dann wortwörtlich Fahrt auf. In dieser Zeit machte ich die ersten Radreisen mit meinem Bruder. Häufig sind wir direkt von zu Hause losgefahren, zum Beispiel nach Prag oder in die Niederlande. Heute bin ich am liebsten in Dänemark unterwegs. Ich liebe die dortige Fahrradinfrastruktur – kein Vergleich mit Deutschland. Wir gehen in Dänemark gerne zelten oder schlafen in einer der vielen Schutzhütten, die für kleines Geld oder teils ganz umsonst einen Platz für die Nacht in der Natur bieten. Heute ist das Fahrrad in Kombination mit dem ÖPNV mein absolutes Hauptverkehrsmittel. Man könnte sagen, mein Faltrad ist wie ein zweites Paar Beine. Es begleitet mich fast überall hin – ob zum Supermarkt, zur Arbeit oder bei Reisen.
Gibt es etwas Besonderes, das Du mit dem ADFC erlebt hast?
Einiges! Am meisten werden mir das Bundesjugendforum und die erste Bundesjugendversammlung des Jungen ADFCs in Erinnerung bleiben. Als AG zur Vorbereitung der Gründung haben wir lange darauf hingearbeitet. Dann zu sehen, dass unsere Idee durch so viele junge Menschen, die aus ganz Deutschland nach Frankfurt gekommen sind, mit Leben gefüllt wird, ist unglaublich schön. Ansonsten bin ich auch sehr gerne bei Demos oder Veranstaltungen wie der bike-night dabei. Ein Highlight ist dabei immer, wenn wir über Autobahnen oder Schnellstraßen fahren, die normalerweise Autos vorbehalten sind. In NRW wurden Demos auf Autobahnen leider vor einigen Jahren verboten, was ich sehr schade finde. Eine weitere schöne Erinnerung ist eine Radtour in Duisburg zum geplanten Radschnellweg 1. Der ist ein richtiges Ewigkeitsprojekt, dagegen läuft sogar die Planung des Radschnellwegs Frankfurt-Darmstadt in Höchstgeschwindigkeit.
Welchen Tipp rund ums Fahrrad hast Du für die Leser:innen von „Frankfurt aktuell“?
Engagiert euch aktiv! So schlägt das Frustgefühl, das manchmal beim Radeln mit schlechter Infrastruktur aufkommt, in ein Ermächtigungsgefühl um und es fährt sich gleich viel besser. Der Einfluss, den jeder einzelne hat, mag begrenzt sein, aber wenn sich viele Menschen zusammentun, können wir Großes bewirken.
Was bewegt Dich neben dem Fahrrad noch?
Ein Radschnellweg von Sulzbach nach Frankfurt (lacht).
Ich wünsche mir, dass wir auch hier mehr junge Aktive haben. Beim Hessenforum im November letzten Jahres habe ich einen Workshop dazu gegeben und hoffe, damit schon einen ersten Impuls dafür gesetzt zu haben.














