Skip to content

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main   

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

Riederwald: Geh-/Radweg gesperrt

Pfeile, Schilder, Lageplan, QR-Code: Über das Einrichten einer Umleitung für den Radverkehr

Der Radweg entlang der Straße Am Erlenbruch verläuft idyllisch jenseits der Gleise der U-Bahn und ist eine wichtige Verbindung zwischen Ostend/Bornheim und Enkheim oder Maintal. Während sich der Autoverkehr auf der Straße entlang der Riederwaldsiedlung im Dauerstau befindet, rollt der Radverkehr davon unbeeinträchtigt im Grünen. Doch seit Ende Oktober ist der Weg gesperrt.

Eine Umleitungsbeschilderung hängt an einem Pfahl
„Erste Hilfe“ bei der Umfahrung der gesperrten Strecke

Ein Schild informiert darüber, dass es länger dauern könnte, geplant bis zum 30.06.2027. Ein weiteres, großes Schild informiert ebenfalls über die Sperrung und ergänzt „Riederwald via Raiffeisenstr.“. Damit gemeint ist wahrscheinlich der Verlauf einer Umleitungsempfehlung. Es fehlt jedoch jeglicher Hinweis darauf, dass dies die Umleitungsstrecke bezeichnet noch wo diese Straßen sind und wie man dorthin gelangt. Auf der (vermuteten) Umleitungsstrecke ist kein einziger Hinweis auf diese Umleitung zu finden. Die wenigsten Radfahrenden kennen die Straßennamen im Riederwald, so dass eine Orientierung mühsam ist. Auch mir, der ich häufig im Riederwald unterwegs bin, sind Straßennamen nicht unbedingt geläufig. Wie sollen Ortsfremde hier zurecht kommen?

Meine Fragen stelle ich der Meldeplattform Radverkehr. Noch bevor ich eine Rückmeldung erhalte, hat „Die Autobahn“ ein großes Schild ergänzt, auf dem über die Baumaßnahmen informiert wird. Wir wissen nun also, wem wir die Sperrung zu verdanken haben.

Anfang November dann kommt ein Anruf vom Radfahrbüro. Man wisse dort um die Situation im Riederwald und sei dran. Man habe bewusst auf die üblichen gelben Umleitungsschilder verzichtet. Die Erfahrung zeige, dass diese häufig verdreht oder geklaut werden – und auf den schmalen Gehwegen Fußgänger:innen behindern. Alternativ seien die grünen Radwegweiser, die durch die Riederwaldsiedlung leiten, gedreht worden, so dass diese nun die Umleitung zeigen. Dazu sei der Fußweg entlang der Straße Am Erlenbruch jetzt in Richtung Osten für den Radverkehr freigegeben. Dort waren dann auch entsprechende Schilder auf dem (Fuß-)Weg platziert. Geplant sei auch, Geländepläne mit der Umleitung aufzuhängen, versehen mit einem QR-Code, über den die Fahrstrecke auf dem Smartphone angezeigt wird.

Ende November sind dann gelbe Umleitungsschilder für den Fußverkehr zu sehen, Anfang Dezember hängen auch Lagepläne mit dem QR-Code – leider aber so, dass sie von vorübereilenden Radfahrenden kaum wahrzunehmen sind. Meine Verbesserungsvorschläge, die die Perspektive Radfahrender aufnehmen und die Lagepläne deutlicher sichtbar machen sollen, wolle man berücksichtigen, heißt es freundlich aus dem Radfahrbüro. Dass es so kurz vor Weihnachten nicht mehr dazu komme, sei sicherlich verständlich. Überraschenderweise ist dann jedoch direkt am zweiten Weihnachtstag ein gelbes Umleitungsschild zu entdecken, leider noch ohne den dazugehörigen Lageplan. Der hängt weiterhin da, wo er kaum Beachtung findet.

Mein Fazit: Es lohnt sich, miteinander zu reden, das Radfahrbüro habe ich hier sehr zugänglich und kooperativ erlebt. Dass dort ausgearbeitete Pläne vor Ort nicht immer richtig umgesetzt werden, deutet darauf hin, dass den Ausführenden offensichtlich die Radfahr-Perspektive fehlt. Doch auch darüber hinaus bleiben Fragen. Warum ist es bei einer Sperrung von fast zwei Jahren (falls keine Verzögerungen eintreten) nicht möglich, eine Umleitung deutlich mit gelben Schildern zu markieren, wie das im „Leitfaden Radverkehr an Baustellen“ vorgesehen ist? Masten, an denen man diese diebstahlsicher befestigen könnte, gibt es im Verlauf der Umleitungsstrecke genug, einen Fußweg blockieren müsste man so schon gar nicht. Und warum wird über die Umleitung noch wochenlang debattiert, nachdem die wichtige Radverbindung längst gesperrt ist? Gerade im Osten der Stadt, wo der Radverkehr seit Jahren immer wieder durch die Autobahn-Baustelle beeinträchtigt wird, hatte ich mir mehr Vorausschau erhofft.

Peter Sauer