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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main
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Falko Görres

„Wir sind Verkehr und wir sind wichtig.“

Mobilität zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Falko Görres: Beruflich hat er in seiner Rolle als Sachbearbeiter Verkehrsplanung in Oberursel damit zu tun, privat zeigt es sich in seinem verkehrspolitischen Engagement für den ADFC, bei Radtouren oder auf der Laufstrecke. In Norddeutschland geboren, zog Falko 2009 für die Arbeit in die Main-Metropole und hat die Stadt mittlerweile ins Herz geschlossen, ist bei vielen lokalen Projekten tätig und seit 2020 auch in unserem Verein.

Bitte stelle Dich in drei Adjektiven vor.

Umtriebig. Humorvoll. Ungeduldig.

Wie bist Du zum Fahrradfahren gekommen?

Mich musste man nicht zum Fahrrad bringen, es war für mich schon immer das praktischste Verkehrsmittel. Los ging es mit der ca. 5 Kilometer langen Fahrt in die Grundschule. Auch später während meines Studiums in Greifswald war das Rad die logische Wahl, ich habe nie ein Auto besessen. Witzigerweise waren meine Eltern überhaupt nicht fahrradaffin. Aber ich nutze es nicht nur im Alltag zur Fortbewegung, sondern auch aus Freude am Fahren. Für den ADFC leite ich Touren mit einer Länge von 100 – 200 Kilometern. Das mag auf den ersten Blick viel sein, aber die Teilnehmenden sind oft überrascht, was sie alles leisten können.
Im Urlaub fahre ich gerne mal durch die Alpen oder das Riesengebirge, auch bin ich schon innerhalb von 24 Stunden von Konstanz nach Frankfurt geradelt. Für mich dürfen Strecken gerne lang sein, es muss ja nicht immer schnell gehen.

Gibt es etwas Besonderes, das Du mit dem ADFC erlebt hast?

Das sind natürlich die großen Veranstaltungen wie die Fahrt über die A66 oder die bike-night. Bei letzterer war ich erst als Teilnehmer dabei, dann als Ordner und nun bin ich Leiter des Events.
Ich kann wirklich allen nur empfehlen, hier einmal mitzufahren.

Mit Tausenden anderen auf einer gesperrten Bundesstraße zu radeln und die Skyline bei Nacht zu sehen ist ein irres Gefühl. Darüber hinaus mag ich, dass der Verein so ein großes Spektrum abdeckt: Es gibt die Schrauber, die Codierer, die Tourenleiter, aber auch die Aktiven in der Verkehrspolitik. Ich bin sehr dankbar für den ADFC.

Welchen Tipp rund ums Fahrrad hast Du für die Leser:innen von „Frankfurt aktuell”?

Die gesamte Fahrradszene soll weiter laut und aktiv bleiben.
Wir sehen es in vielen anderen Städten und Kommunen, dass der Mobilitätswende der Stillstand droht. Wir müssen dem laut entgegenstehen und politischen Druck machen. Lücken im Radwegenetz müssen dringend geschlossen werden und Radfahren muss sicherer werden. Wir als Verband, aber auch alle anderen müssen ihre Stimme erheben. Wir sind Verkehr und wir sind wichtig.
Das darf nicht aufhören.

Was bewegt Dich neben dem Fahrradfahren?

Ich bin auch über das Fahrrad hinaus sehr sportlich. Als ich 2009 nach Harheim zog, habe ich mit dem Laufen angefangen, an der Nidda lag das einfach nahe. Daraus wurde dann der erste Halbmarathon. Der erste Marathon folgte schnell und nun bin ich in den letzten zehn Jahren 14 Marathons gelaufen. Es waren auch einige eher ausgefallene dabei, wie zum Beispiel der auf Helgoland, wo noch einiges an Höhenmetern hinzu kam. Als nächstes steht der Marathon am Hockenheimring an, dort werde ich acht Mal die Runde der Rennstrecke zurücklegen müssen. Es macht mir aber auch großen Spaß, bei Sport-Events zu helfen. Bereits seit vielen Jahren bin ich im Helfer-Team des Frankfurt City Triathlons. Eine herrliche Veranstaltung sowohl für Profis als auch für Amateure. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, in einem Jahr auch selbst mitzumachen – aber nur die Jedermann-Distanz. Auch beim Radrennen am 1. Mai bin ich im Helfer-Team und betreue meistens das Info-Telefon.

Das Gespräch führte Hannah Kessler