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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Von: Bertram Giebeler am 31. Juli 2015, Kategorie: Politik/Verkehr

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Neuer Trend in der Frankfurter Verkehrspolitik:
Radfahrer sollen 6 Wochen aufs Auto umsteigen!
Beispiel Praunheim:

Bild zum Artikel Hier gehört ein "Radfahrer frei" - Schild hin, und für die Autos muss halt eine Weile gelten "Tempo 10"
Foto: Bertram Giebeler

Baustellenumleitung Heerstraße: für 6 Wochen wird der Kfz-Verkehr in westliche Richtung ab dem Praunheimer Kreisel umgeleitet über Steinbacher Hohl, einen Feldweg und die nördliche Fortsetzung der Ludwig-Landmann-Straße. Eben letzteres Stück ist eine wichtige Radverkehrsverbindung vom Frankfurter Nordwesten nach Steinbach, Oberursel und Eschborn, die täglich von hunderten radelnden Berufspendlern genutzt wird.

Diese sehen sich seit der Baustellenumleitung einer Autokolonne in Gegenrichtung gegenüber, einer Serie von Einbahnstraßen-Schildern (Einfahrt verboten), vom Freigabe-Schild für Radfahrer keine Spur. Erste Reaktion der Radfahrer: Wie bitte, geht's noch? Das ignorieren wir erst mal und kämpfen uns die 500 Meter gegen den Autoverkehr durch, zur Not auf dem unbefestigten Fahrbahnrand. Und dann schreiben wir eine Beschwerde über die Meldeplattform ans Straßenverkehrsamt.

Diese Reaktion ist auch völlig angemessen, denn unsere Nachfrage dort ergab: Straßenbauamt und Straßenverkehrsamt sind tatsächlich der Meinung, man könne die Radverbindung einfach mal ignorieren und die Radfahrer auf einen 1,6 Kilometer (!) langen Umweg über Heerstraße (momentan baustellenbedingt kaum beradelbar), Praunheimer Kreisel und Steinbacher Hohl schicken. Das Radfahrbüro wurde gar nicht erst nach seiner Meinung gefragt. Jetzt ist es einer Flut von - völlig berechtigten - Beschwerdemails ausgesetzt.

So etwas kann sich nur jemand ausgedacht haben, der sich Mobilität ausschließlich mit dem Gaspedalfuß vorstellen kann. Es ist doch wohl nicht zuviel verlangt, vor einer solchen Umleitungsmaßnahme erst mal zu prüfen, welche Fuß- und Radwegverbindungen dadurch beeinträchtigt werden, und durch begleitende Maßnahmen dafür zu sorgen, dass sich die Beeinträchtigung in Grenzen hält. In diesem Falle wäre mindestens eine provisorische Bankettbefestigung angezeigt gewesen.

Einzig praktikable, wenn auch nicht ganz "reguläre" Lösung jetzt: Radverkehr in Gegenrichtung sofort wieder freigeben, Autoverkehr auf Tempo 10 (wie z.B. bei der Durchfahrt durch Schweizer Grenzstationen) herunterregeln. Für 500 Meter über 6 Wochen ohne weiteres zumutbar.