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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main
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Von: Ansgar Hegerfeld am 3. Juni 2026
Ride of Silence Mai 2026 – Gedenkminute an der Kreuzung Bockenheimer Anlage
alle Fotos: Eckehard Wolf | ADFC Frankfurt Foto AG

Frankfurt am Main, 2. Juni 2026 – Anlässlich des Weltfahrradtags am 3. Juni starten mehrere Verbände die öffentliche Suche nach den Frankfurter Kreuzungen, deren Überquerung zu Fuß oder mit dem Fahrrad am längsten dauert. Bürgerinnen und Bürger können Kreuzungen melden. ADFC Frankfurt, VCD Regionalgruppe Rhein-Main, Radentscheid Frankfurt, Fachverband Fußverkehr Rhein-Main und Kidical Mass Frankfurt rufen zur Teilnahme auf.

In Frankfurt werden immer mehr Radwege eingerichtet, die vermehrt Menschen aufs Fahrrad locken. Die Freude über entspanntes Radfahren endet aber schnell an den vielen Ampeln, die den Rad- und Fußverkehr benachteiligen: Dort erhält der Kraftverkehr bevorzugt grün und kann mit einer Ampelphase eine Kreuzung in mehrere Richtungen überqueren. Die Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, müssen dagegen oft erst per Taster um grün „betteln“ und bei vorhandenen Mittelinseln gegebenenfalls erneut warten. Beim „indirekten“ Abbiegen müssen mindestens zwei Straßen auf diese Art überquert werden.

Um diese alltäglichen Benachteiligungen zu erfassen, können Frankfurter Bürgerinnen und Bürger vom 3. Juni bis zum 24. Juni 2026 an Kreuzungen ganz einfach die Überquerungszeiten inklusive Wartezeiten messen und diese online melden. Die Verbände prüfen am Ende die Eingaben und zeichnen die langsamsten Kreuzungen anschließend öffentlich aus.

Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt: „Wer mit dem Fahrrad mehrere Minuten für die Überquerung einer einzigen Kreuzung benötigt, verliert nicht nur Zeit, sondern auch die Lust am Radfahren. Wir fordern daher von der neuen Römer-Koalition, dass Ampelanlagen den Rad- und Fußverkehr beschleunigen und ihn nicht mehr ausbremsen.“

Mathias Biemann vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalgruppe Rhein-Main: „Anforderungstasten an Ampeln größerer Kreuzungen haben in Frankfurt leider oft nur den Zweck zu verhindern, dass der fahrende Verkehr bei jeder Ampelphase auf den Fußverkehr Rücksicht nehmen muss. An einigen Kreuzungen wird eine Grünphase für den Fußverkehr sogar bewusst überrollt. Die Menschen am Straßenrand sehen dann doppelt Rot, während der Straßenverkehr aus allen Richtungen zweimal an ihnen vorbeifährt. Noch offensichtlicher kann die mangelnde Wertschätzung von Fußgängerinnen und Fußgängern kaum sein“

Das Mitmachen funktioniert so:

  1. Es wird immer die benötigte Zeit für die Überquerung der gesamten Kreuzung (ggf. inklusive mehrerer Zwischenstopps auf Mittelinseln, auch beim Abbiegen) erfasst. Bitte nicht während der Fahrt das Smartphone bedienen!

  2. Vor Ort per Smartphone mit aktivierten Standortdaten: https://rotphase.adfc-frankfurt.de aufrufen. Auswählen, ob man zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs ist, die Erfassung starten und am Ende der Kreuzung wieder stoppen. Alternativ kann auch der Automatik-Modus verwendet werden, damit werden Kreuzungen und die Zeiten automatisch auf der gesamten Route erkannt und protokolliert.

  3. Meldung ohne Smartphone: Über https://rotphase.adfc-frankfurt.de können auch nachträglich auf einer Karte Zeiten für Kreuzungen eingetragen werden

Die Teilnahme ist anonym, es werden keine personenbezogenen Daten erfasst.

Hintergrund

Beim ADFC-Fahrradklimatest 2024 belegte Frankfurt zwar bundesweit Platz 1 in der Größenkategorie, allerdings mit einer Schulnote 3,5. Besonders bemängelt wurden mit Schulnote 4,6 die benachteiligenden Ampelschaltungen für Radfahrende. Noch schlechtere Bewertungen wurden nur bei der Kontrolle Falschparkern und Fahrraddiebstahl vergeben (jeweils 4,7).