Frankfurt am Main, 15. Juni 2026 – Der ADFC Frankfurt hat den Koalitionsvertrag mit Blick auf die zukünftige Mobilität in der Stadt geprüft. Viele Ansätze sind sinnvoll, aber es gibt auch kritische Punkte.
Der ADFC Frankfurt begrüßt, dass sich die neue Römer-Koalition zum Ziel von Null Verkehrstoten und Schwerverletzen bekennt und auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit neue Radwege einrichten und den Weg des Radentscheids mit seinen über 40.000 gesammelten Unterschriften weiter gehen möchte. Weitere attraktive Radwege sind aus Sicht des Fahrrad-Clubs mit seinen 4800 Frankfurter Mitgliedern ein Mittel gegen die ebenfalls im Koalitionsvertrag erwähnten Autostaus, weil dadurch mehr Menschen aufs Fahrrad gelockt werden, sie das Auto häufiger stehen lassen und damit mehr Platz auf den Straßen zur Verfügung steht. Die in den letzten Jahren umgesetzten Maßnahmen zeigten das und waren auch sehr kostengünstig, was gut zur im Koalitionsvertrag festgelegten „Finanzwirksamkeit von Beschlüssen“ passt.
Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt: „Wir begrüßen, dass die vier Parteien den Rad- und Fußverkehr weiterhin fördern und die Verkehrssicherheit mit zusätzlichen Radwegen erhöhen möchten. Bestehende Radwege wieder zu entfernen lehnen wir aber entschieden ab, weil dadurch neue Lücken im Radwegenetz geschaffen werden. Insbesondere Kinder, ältere und unsichere Menschen werden so vom Radfahren abgehalten. Wir hoffen, dass wir nach dem Wahlkampf wieder zu sachlichen und konstruktiven Diskussionen zurück kehren können. Dafür stehen wir bereit, auch für die Lösungssuche an möglichen Problemstellen.“
Kritisch bewertet der ADFC Frankfurt insbesondere, dass der Rückbau von Radwegen an nicht näher definierten Stellen geprüft werden soll. So würden die politisch Verantwortlichen neue Lücken im Radwegenetz schaffen, deren Schließung im selben Koalitionsvertrag als Ziel genannt werden. Auch der Fokus auf die „Leistungsfähigkeit“ von Straßen sieht der Fahrrad-Club kritisch, weil dadurch die Sicherheit und Lebensqualität (mehr Lärm, Abgase, Hitze) in den Hintergrund gerückt werden. Außerdem wird der Verband nach den Wahlkampf-Forderungen der CDU aufmerksam beobachten, wie das von der zukünftig von der CDU geführte Mobilitätsdezernat mit den vielen nicht im Koalitionsvertrag genannten Themen umgeht.














