Ausgabe 3/2000   Mai / Jun.


Kleines ABC
großer Radfahr-Irrtümer

Standard-PACKLISTEN seien inzwischen nachgerade für jeden Bedarf veröffentlicht worden, wer brauche schon eine individuelle...

Mitnichten: Irgendetwas hat man bzw. frau unterwegs kennengelernt, bei anderen gesehen, nötig gehabt und nun findet sichs dann doch nicht im Gepäck – vergessen!! Lieber etwas mehr auf die Liste schreiben – bewusst zu Hause lassen ist doch immer noch möglich. Erst wenn alles zusammengetragen ist, mit dem Packen beginnen – Habichdasschon??Woisdasdenn?? – und jeden Gegenstand bei jeder Tour immer schön in die gleiche Ecke – dann gibts keine Wühlerei mehr!

PACKTASCHEN sollten mit möglichst tiefem Schwerpunkt aufgehängt werden – es gibt ja schließlich speziell dafür die Lowrider...

Mitnichten: Für die hinteren bzw. die vorderen Packtaschen sind jeweils andere Kriterien wesentlich ausschlaggebender (für die vorderen sogar im eigentlichen Sinn des Wortes)! Für hinten gilt: So weit nach vorn wie möglich – die unabdingbare Hackenfreiheit setzt hier den Maßstab. Keinesfalls sollte der gemeinsame Schwerpunkt der Taschen hinter der Hinterradachse liegen (Nichtbeachtung dieser Regel bringt den Rahmen leichter ins Flattern)! Und: Packtaschen so befestigen, dass sie beim In-die-Kurve-legen nicht – der Schwerkraft folgend – senkrecht nach unten baumeln!

Für vorne gilt: am geringsten wird das Lenkverhalten beeinträchtigt, wenn der gemeinsame Schwerpunkt beider Vorderradtaschen, gleich schwer (besser leicht!) beladen, genau auf der Gabelschaft-Achse liegt (die ist genau die Fortsetzung des Klemmbolzens, mit dem der Vorbau im Gabelschaft steckt und geht bei allen gebogenen Gabeln hinter der Vorderradachse vorbei; bei neueren Lenkerbefestigungen ohne den antiquierten Klemmbolzen muss dieser halt gedacht werden).

PROFILTIEFE beim Fahrradreifen sei unabdingbar wie beim Auto...

Mitnichten: Erst über 80 (km!) fahren Sie Wasserski... (bei hohen Geschwindigkeiten wird das Wasser nicht schnell genug aus den Profilrillen verdrängt). Der Slick (= profilloser Reifen) bewährt sich insbesondere auf glatter Oberfläche, es gibt ihn sogar als Breitreifen für Mountainbikes; etwas teurere Fahrradreifen haben oft einen ganz glatten Laufsteg in der Mitte, was den Rollwiderstand zusätzlich minimiert (leider ist der dann auch bald wieder abradiert – insbesondere auf dem hinteren). Ein Slick ist ein solch abgefahrener Reifen aber nicht: die (etwas tiefer liegenden) Profilstollen auf beiden Seiten neben dem Steg kommen jetzt zur Bodenberührung und verrichten ihr Hemm-Werk (was sich oft durch Singen bemerkbar macht).

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