Ausgabe 4/2000   Jul. / Aug.


Von einem Radwegenetz kann nicht gesprochen werden


Besuch bei Stadtplanungsamt Eschborn am 14.06.2000
Der neue Leiter des Stadtplanungsamtes, Herr Hach, informierte über eine Magistratsanfrage zum Thema Radwege. Diese Anfrage war für das Stadtplanungsamt der Anlass, ein Kataster der vorhandene Radwege zu erstellen, in dem auch der Zustand der einzelnen Wege aufgenommen wurde.

Ergebnis: Es gibt nur vereinzelte, bruchstückhafte Radwege, die offiziell als solche beschildert sind. Von einem Radwegenetz kann auch nach Auffassung von Herrn Hach nicht gesprochen werden. Dazu kommt, dass die meisten der jetzt noch beschilderten Wege den Anforderungen der StVO nicht mehr standhalten. Das Ordnungsamt plant deshalb, die vorhanden Schilder zu entfernen.
Auch die ADFC-Ortsgruppe hatte im Vorfeld ein Radwegekataster mit Mängelliste erstellt und die Unterlagen im Rahmen des Gesprächs übergeben. Bezüglich der Anforderungen nach StVO wurde die Stadt auf die Möglichkeit der Umwidmung der nicht StVO-gerechten Wege in "andere Radwege" hingewiesen. Von dieser Möglichkeit sollte u.E. immer dann Gebrauch gemacht werden, wenn als Alternative für die Radfahrer nur stark befahrene, z. T. 4-spurige Straßen, wie z.B. die Sossenheimer Straße, zur Verfügung stehen.
Es wurde versucht, den Grundgedanken der StVO-Änderung von 1998 zu vermitteln, der nicht darin lag, den Bestand an vorhandenen Radwegen durch das Abschrauben der vorhandenen Schilder weiter zu minimieren. Vielmehr sollten die Kommunen dazu bewegt werden, diese Wege in einen für die Benutzer zumutbaren Zustand zu versetzen. Weiterhin wurde die Gelegenheit genutzt, der Stadt ein grob skizziertes Konzept der ADFC-Ortsgruppe für ein zukünftiges Radwegenetz in Eschborn zu übergeben. Wichtig für uns war es, zu vermitteln, dass besonders die Alltagsradler kurze, direkte und gefahrlose Verbindungen von der Wohnung zum Bahnhof oder den einzelnen Gewerbegebieten benötigen. An den Zielpunkten sollten unbedingt sichere Fahrradabstellanlagen geschaffen werden. Darunter können u. E. an den Bahnhöfen nur abschließbare Fahrradboxen verstanden werden.
Ein weiterer Vorschlag der Ortsgruppe ist eine gemeinsame Überarbeitung des Schulwegeplans aus Radfahrersicht. Hier sieht auch Herr Hach den dringendsten Handlungsbedarf. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass bei der Entwicklung eines Radwegenetzes der Einrichtung von Fahrradspuren Vorrang einzuräumen ist gegenüber den üblichen Bordsteinradwegen.
Das Stadtplanungsamt will sich mit den Vorschlägen des ADFC nun erst einmal auseinandersetzen. Es wurde vereinbart, in Kontakt zu bleiben. Allen Beteiligten ist bewusst, dass die Schaffung eines Eschborner Radwegenetzes, das diesen Namen auch verdient, nur mit der entsprechenden politischen Unterstützung möglich ist. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Thomas Buch

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