Ausgabe 3/2002   Mai/Junil

Renaissance einer ADFC-Ortsgruppe
Vom Niedergang und Aufstieg der OG der Stadt Oberursel
Es war einmal eine glückliche Zeit, fünf Jahre mag sie her sein, da gab es in dem Vordertaunusstädtchen Oberursel (nebst Steinbach) eine aktive Ortsgruppe. Mit allem, was man erwarten darf: einem netten, halbwegs dicht gepackten Tourenprogramm, regelmäßigen Treffen und guter Stimmung unter den Aktiven. Eine Mitradlerin erfragte alljährlich die Tourenvorschläge, trug sie zusammen und alle waren zufrieden.

Der Abstieg ...
Der erste Einbruch kam, als die Zahl der Aktiven so schrumpfte, dass man sich nicht mehr öffentlich traf, sondern nur noch in der Wohnung der Mitradlerin. Das erhöhte die Hemmschwelle für neue Interessenten, zum ADFC zu stoßen. Als diese Mitradlerin dann noch Oberursel verließ, stagnierte die Ortsgruppe völlig. Es gab zwar weiterhin eine Kontaktanschrift, aber dahinter kein Vereinsleben mehr.

... der Wendepunkt ...
Der neue Kreisvorstand des ADFC Hochtaunus schaute sich die Mitgliederstatistik mal genauer an. In Bad Homburg, Kronberg und Usingen (Usinger Land) gibt es weniger ADFC-Mitglieder als in Oberusel, aber dort existieren aktive Ortsgruppen. Das kritische Potenzial für eine Reanimation einer Ortsgruppe Oberursel müsste also vorhanden sein. Das unmittelbare Interesse im Kreisvorstand war auch vorhanden, da 60% aller Kreisvorstands-Mitglieder ihren Lebensschwerpunkt in Oberursel oder Steinbach sehen. Die Konsequenzen daraus: wir guckten uns drei Termine aus, schön im Monatsabstand, und einen zentral gelegenen Treffpunkt, ein ehemaliges Stellwerkerhäuschen am Bahnhof Oberursel, jetzt Wanderheim des Taunusclubs. Ein Einladungsschreiben wurde abgefasst und – gemeinsam mit dem Bad Homburger Tourenprogramm – politisch korrekt per Fahrradkurier den Oberurseler ADFClern zugestellt. Zum ersten der drei Termine, der „konstituierenden Sitzung“ (2002-04-08), fanden sich dann elf Interessenten zusammen.

... und der Aufstieg
Nach kurzem Abgleich der Wünsche und Vorstellungen aller Teilnehmer wurde vereinbart: ein Teilnehmer, der bisher je nach Wetterlage per Telefonrundruf zu spontanen Radtouren in seinem Bekanntenkreis einlud, versucht, diese Touren etwas langfristiger anzusetzen und diese Termine zusammen zu stellen. Zwei weitere Teilnehmer haben sich sofort bereit erklärt, selber Touren zu leiten und ein vierter Teilnehmer wird all diese Termine grafisch ansprechend umsetzen und vervielfältigen lassen. Dieses erste Tourenprogramm wird dann wieder allen Oberurseler und Steinbacher ADFClern zugestellt und an die Lokalpresse gegeben. Ein fünfter Teilnehmer kümmert sich um die Infokästen am Oberurseler Bahnhof, um sie mit aktuellen Infos zum ADFC zu bestücken. Die Newcomer unter den Teilnehmern wollen, soweit möglich, an den Touren teilnehmen und Tourenleitererfahrung erschnuppern. Die vereinbarten regelmässigen Stammtischtermine werden weiter durchgeführt (jeweils am 2. Montag im Monat, ab 19:00) und die Aktivitäten der Ortsgruppe gewinnen insgesamt wieder deutlich an Dynamik.

Volker Radek

Unsere Wünsche an eine Ortsgruppe

  • Radtouren anbieten
  • Infostände durchführen
  • Verkehrspolitik lokal kritisch begleiten und möglichst im Interesse der Radler beeinflussen
  • regelmäßige Aktionen (Feierabendtouren, Stammtisch, etc.
  • eigene Website einrichten und pflegen
  • Spaß am Radfahren fördern

Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Unsere Kriterien für eine Ortsgruppe

  • Regelmäßige, öffentlich zugängliche Treffen (mindestens einmal pro Monat)
  • Mitgliederversammlung (einmal pro Jahr)
  • Gewählter Ortsgruppensprecher
  • Protokoll der Mitgliederversammlung
  • Nachvollziehbare Kassenführung durch Kassenwart, zumindest jedoch Kassenprüfung durch gewählten Kassenprüfer – dann: gibt's Knete vom Kreisverband.

zur Hauptseite des ADFC Frankfurtzürück zum Inhaltsverzeichniss der Ausgabe 1/2001zum Seitenanfang

frankfurt aktuell 3/2002    © Copyright 1999 by ADFC Frankfurt am Main e.V.    Impressum | Kontakt