Ausgabe 3/2002   Mai/Junil

Magerrasen-Määäher
Sonntags-Tagestour Ende April, Start Praunheim-Brücke. Nach ein paar Schlenkern über Sossenheimer Feld und Nieder Selzerbrunnen landeten wir wie verabredet um 12 Uhr mit der Höchster Fähre auf der Schwanheimer Seite. Von dort radelte Heidi Widuwilt vom BUND Frankfurt mit uns zu den drei Stileichen in den Schwanheimer Dünen.

Großes Hallo! Plötzlich verdreifachte sich – ganz zufällig – die Zahl der RadlerInnen: die Gemeinsame Tagestour der KunstGesellschaft und des ADFC fand sich just zum selben Zeitpunkt am Bohlensteg ein. Heidi wusste, wo sich „ihre“ Herde gerade aufhielt, und wir erfuhren eine Menge über die Dünen und die Wanderschäferei.

In Flughafen- und Autobahn-Nähe reichert die „gehaltvolle“ Luft auch die magerste Sanddüne mit Stick- und anderen Nährstoffen an. Unbezahlbar, den unerwünschten Zuwachs abzumähen und zu entsorgen, ein geschütztes Biotop wirft ja keinen Profit ab. Nach 10 Jahren hatte der BUND Erfolg: man fand einen fachkundigen Wanderschäfer; eine 300 Moor- und Heidschnucken starke Herde kaufte man quasi dem Schlachter ab.

Und nun rupfen sie 8 Stunden täglich Kräuter und Gestrüpp aus Naturschutzgebieten zwischen Mörfelden und Eltville. Die verschmähten Büschel bieten bodenbrütenden Vögeln Schutz vor Raubzeug. Die „Ernte“ entsorgen die wolligen Rasenmäher dann auf Flächen, die des Düngers bedürfen. Geschoren werden die Tiere im Frühsommer, aber die raue Wolle ist nur zum Stopfen von Plüschtieren geeignet. Nur Lammböckchen geraten mit 9 Monaten in menschliche Kochtöpfe. Die Määädchen sollen die Herde im Laufe der Zeit auf 1000 Exemplare aufstocken.

Zum Schluss gaben die beiden Hunde unter Anleitung ihres Herrn ein Schaustück ihrer Hütekunst, als sie die Herde mit Schwung zum Wiederkäuen und Ausruhen in ihren Pferch dirigierten. Heidi blieb bei den Schafen zurück, während wir zum Agendawald radelten.

Dort war für uns Picknick angesagt. Denn für richtige RadlerInnen ist kühles Wetter mit ein paar Regentropfen auch „gutes Wetter“. Nach ein paar Umwegen hatten wir dann bei der Schlusseinkehr in der Römerschänke am Niddaufer sogar etwas mehr als die versprochenen 45 Kilometer auf dem Tacho.

Freya Linder

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