Austrägers Leid

Nachdem im letzten Editorial über das harte Leben der Redakteure gejammert wurde, soll hier auch das Wirken anderer Aktivengruppen entsprechend gewürdigt werden.

Jede/r kann sich vorstellen, dass es nicht immer ein Spaß ist, frankfurt aktuell unter die Leute bzw. in die Briefkästen zu bringen.

Sofort einsichtig sind die Wetterunbilden denen man sich aussetzt, wenn die Hefte bei klirrender Kälte oder strömendem Regen verteilt werden müssen. In der Hoffnung, dass sich das Wetter bessert, die Verteilung um ein bis zwei Tage zu Verschieben, lässt sich sicher meistens verantworten. Aber auf den nächsten Frühsommer zu warten und die bis dahin angefallenen Ausgaben en Block zu verteilen, wird von den Mitgliedern denn doch nicht akzeptiert. Und so muss man in den sauren Apfel beißen und sich auch bei ungeeignetem Wetter auf den Weg machen.

Gerade in den Außenbezirken mit den langen Wegen ist dies wenig gemütlich, von Höchst über Schwanheim, Oberrad und Fechenheim bis Bergen-Enkheim, weiter in den Bezirken im Nordwesten.

Und Sprüche vom bei geeigneter Kleidung nicht existierenden schlechten Wetter helfen da ebenfalls nicht weiter.

Aber auch in den Innenstadtbezirken vom Gallus über Bockenheim, und Westend über Sachsenhausen bis Bornheim, mit besonders hoher Mitgliederdichte, haben es die Verteiler/innen schwer.

Hier stellt sich sehr häufig das Problem, dass die Briefkästen von außen nicht zugänglich sind. Auf das Klingeln wird nicht reagiert, im besten Fall existiert ein Türschlitz zum Durchschieben des Heftes. Gelegentlich bleibt aber nur die Möglichkeit, mehr als einmal vorbeizuschauen, bis endlich geöffnet wird oder das Heft gut sichtbar in der Nähe des Eingangs zu platzieren, in der Hoffnung, dass es vom richtigen Adressaten entdeckt wird.

Allerdings ist es auch vorgekommen, dass nach Betätigung einer beliebigen Klingel sich die Tür praktisch sofort öffnete. Im gesamten Treppenhaus war dann niemand anzutreffen, der mal schaute, wer denn da um Einlass begehrt hat. An der Haustür prangt der Aufkleber „Hier wacht der Nachbar“… Da müssen sich Einbrecher keine zu großen Sorgen machen.

Doch auch bei vorhandenen Außenbriefkästen gelingt es den potenziellen Empfängern immer wieder, die Auslieferung des Heftes zu erschweren. Namensschilder sind häufig unleserlich oder – was die Zustellung deutlich zuverlässiger verhindert – gar nicht erst vorhanden.

Hier sind ebenfalls fantasievolle Lösungen gefragt, um das Heft den Empfängern zukommen zu lassen.

Es ist wirklich bewundernswert was hier durch ehrenamtliche Helfer für den ADFC in Frankfurt und im Umland geleistet wird. Dafür soll den Austräger/innen an dieser Stelle herzlich gedankt werden.

Außerdem bitten wir alle Bezieher von frankfurt aktuell um etwas Verständnis, wenn die Lieferung nicht immer ganz pünktlich erfolgt. Und nach Möglichkeit sollte doch im eigenen Umfeld geprüft werden, ob den Austeilern das Leben nicht mit wenig Aufwand etwas einfacher gemacht werden kann – z. B. durch das Anbringen gut lesbarer Namensschilder am Briefkasten.

Neben allen Unbilden wurde aber auch schon davon berichtet, dass Austräger/innen zu einer Pause bei einer Tasse Tee und Keksen eingeladen wurden. Da macht das Heftverteilen dann sogar bei richtig miesem Wetter wieder Spaß.

Klaus Konrad, (rha)

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10.03.2005 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt