„Nägel in den Reifen“ von Rainer Mai hat zu einer ganzen Zahl von Leserbriefen geführt, die sich mit dem Thema Spikereifen beschäftigen. Die meisten Schreiben erreichten Rainer Mai direkt per E-Mail. Wir haben seine Antworten oder Kommentare jeweils kursiv gesetzt.

Sehr geehrter Herr Mai,

mit sehr viel Interesse (und Vergnügen) habe ich Ihren Artikel „Nägel in den Reifen“ in der aktuellen Ausgabe von FA gelesen.

Vielen Dank für diesen sehr gelungen Beitrag!

Ich selbst fahre seit zwei Jahren im Winter auf NOKIAN 26" MTB-Spike-Reifen und kann ihre Erfahrungen nur bestätigen.

Gerade in den letzten Wochen war es ja doch recht glatt in/um Frankfurt und mein täglicher Arbeitsweg Frankfurt(Dornbusch) – Eschborn wäre ohne „die Nägel“ nicht immer problemlos zu schaffen.

Spätestens, als ich nach Weihnachten an einigen leichten bis mittleren Steigungen (S-Unterführung in Rödelheim, ansteigende Hauptstraße in Eschborn,...) an dem wegen Glätte zum Erliegen gekommenen Autoverkehr mit Leichtigkeit vorbeirauschte (OK, ich habe alles gegeben was aus meinen Waden und Oberschenkeln zu holen war), war das Mehrgewicht der Reifen vergessen.

Ein Frage habe ich aber doch:

Sie schreiben man könnte die Spikes tauschen, wie denn?

Erneuern, tauschen macht keinen Sinn.

Einfach Dreck aus den Loch rausholen und Spike (ggf. mit Gleitmittel, ich nehme Spucke) reindrücken, fertig.

T&S hat drei verschiedene Sorten Nokian-Spikes (also bei der Bestellung Reifentyp angeben) und ein Werkzeug zum Einstöpseln, das ein paar Euro kostet.  Man kann aber irgendwas Längliches mit 4mm-Bohrung am Ende nehmen – bei mir hat sich ein Stück Alurohr 6x1mm bewährt.

Viele Grüße

Christoph Pietrek


Sehr geehrter Herr Mai,

vielen Dank für Ihren interessanten Artikel .

Trotz mehrmaligem Lesens ist mir die Verwendung des Wortes "Autisten" in Ihrem Artikel nicht klar geworden, ein Blick in einschlägige Fachliteratur hätte Ihnen gezeigt, daß es sich bei einem Autisten um einen an Autismus Leidenden handelt, es ist eine Krankheit, die man keinem wünschen sollte, daher halte ich die Verwendung des Wortes nicht für angebracht.

Mit freundlichen Grüßen

Wigand Tiedemann


Hallo Rainer,

habe Deinen sehr informativen Artikel auf http://www.adfc-frank furt.de/ffa gelesen. Zwei Ergänzungen hätte ich noch beizutragen:

1. Mir fehlt ein deutlicher Warnhinweis, dass Umrüster unbdingt prüfen sollten, ob der Reifen noch unters Schutzblech passt. Mir ist es nämlich passiert, dass ich sehr erstaunt war darüber, wie hoch (in meinem  Fall der W106) die Dinger aufbauen. Andere Reifen gleicher Größe passten so grade noch.

Das ist ein generelles Problem, das besonders oft bei dick profilierten (z.B. grobstolligen) Reifen auftritt.  Aber nicht nur dort.  Das - Normtoleranzprobleme der ETRTO - ist ein Thema für sich, es verdient locker 4 Seiten.  Und es ist für FFA zu speziell.

Werde mich dafür einsetzen, dass Fahrradzukunft, www.fahrradzukunft.de, dazu mal was bringt.

2. Und - die Guten von Nokian haben gegenüber  von denen  z.B. von Schwalbe den  Nachteil, dass es sie i.d.R nur ohne Reflexstreifen gibt - für manche sind Speichenstrahler halt uncool, wenngleich Reflexstreifen im Winter leichter verschmutzen. Aber von Utopia gibt es die Nokians auch mir Reflexstreifen, siehe https://ssl.uto pia-fahrrad.de/4DCGI/tshop.a4d

Dort habe ich mir den W106 geholt  und bin sehr zufrieden (außer, dass ich mir dann zum Reifen ein anderes Rad besorgen musste, weil er so hoch ist).

Naja, das Seitenlametta ist generell Geschmackssache.  Persönlich kann ich Reflexreifen nichts abgewinnen, weil sie (besonders im Schnee) ruckzuck mit Felgen (brems)abrieb zukleistern, ich meine Maschinen nur selten putze – und es traditionell Haltbarkeitsprobleme (Karkassenrisse, -versprödung) gibt.  Dass gute Reifen schwarz sind, hat technische Gründe ...

Stefan Steurer


Lieber Rainer Mai,

habe den Artikel über Spikes-Reifen mit Interesse gelesen.

Ich habe selbst vier Spikes, einen (!) davon aufgezogen. ...

Kleines Problem am Rande: ich habe den Spikes-Reifen auf einer separaten Felge aufgezogen, sodass ich nur die Laufräder austauschen und nicht den Reifen ab- und aufziehen muss. Da ich einen Nabendynamo habe, fällt der dann weg und ich muss umstecken (ist vorbereitet) auf den Seitenläufer.

Ansonsten: Wetter ist egal, die richtige Kleidung und Bereifung macht’s.

Wohlrad Lang


Hallo Rainer,

ich habe mit großem Interesse Deinen Artikel über Spikes gelesen.  Ich habe mir im Dezember die Spikes von Schwalbe gekauft. Zu meiner großen Verwunderung bin ich – als es Eis gab – auch bei sehr moderater Geschwindigkeit mit diesen Reifen auf Eis gerutscht und hatte überhaupt kein sicheres Gefühl (bin allerdings auch kein mutiger Fahrer). Nach Lektüre Deines Artikels habe ich mir die Spikes mal genauer angeschaut und habe festgestellt, daß sie inzwischen ziemlich „platt“ sind, Laufleistung um die 600 km (größtenteils Asphalt).

Das ist an sich normal.  Die Stifte der Schwalbe-Spikes haben im Neuzustand zylindrisch-flache Enden.

Ich habe mir inzwischen Nokian-Reifen bestellt und mir noch mal genau das Bild auf Seite 15 angeschaut. Da erscheinen mir die Spikes beim W106 allerdings – im Gegensatz zu denen beim WXC300 – ebenfall ziemlich „platt“;

Ja (sehr flache Halbkugel).  Die WXC-300-Nägel sind, im Vergleich mit dem neuen Nagel auf Seite 13 aber auch schon stark gerundet.

so ähnlich wie meine Schwalbe (kann am Bild liegen).

Bist Du sicher, daß diese Reifen auf Eis noch ordentlich halten?

Tun sie.

Oder täuscht das Bild, und es sind tatsächlich noch Spitzen vorhanden?

Die Nägel müssen nicht spitz auslaufen, um zu greifen - siehe Schwalbe neu (kannste dir im Laden mal angucken, die Schwalbe-Reifen sind ja ziemlich gängig).

Viele Grüße

Helmut Schulz 


Rainer Mai schreibt unterhaltsam und fundiert über den Einsatz von Spikes am Fahrrad -- aber in seiner Einleitung gallopiert er m.E. über das Ziel hinaus. Es ist ganz zweifelsfrei so, daß Zweiradfahren auf teilweise vereisten Straßen zu unangenehmen, ja auch gefährlichen, Stürzen führen kann. So wie übrigens das Autofahren auf solchen Straßen zu häßlichen, ja auch gefährlichen Unfällen führen kann.

Das Problem zu verstehen und keinen Spikesreifen zu benutzen bedeutet, dass man vorsichtiger fährt, bis man es vielleicht vergisst. Mehr Erfahrung zu haben bedeutet, dass man es seltener vergisst.

Das Problem nicht zu verstehen bedeutet, sich ordentlich oft hinzulegen, wenn man bei solchem Wetter Rad fährt, bis man es irgendwann versteht.

Ich habe selbst jahrelang Spikes auf dem Rad gefahren (und inzwischen fahre ich Dreirad und warte auf moderat breite 20-Zoll-Spikes). Trotzdem erinnert mich die Art, mit der Rainer Mai hier die Notwendigkeit von Spikes zu verkaufen versucht, fatal an die vielen anderen „Sicherheitsempfehlungen“, die ich als Radfahrer ständig goutieren darf -- und die die irrige Annahme vieler Menschen widerspiegeln (und auch wieder erzeugen), Radfahren sei gefährlich (gefährlicher als andere Arten der Teilnahme am Straßenverkehr).

Rainer Rauschenberg

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