Der Gute-Laune-Macher – Aktivenporträt Josef Brückl

Seit ich Josef kenne – und das ist nun immerhin schon rund zehn Jahre lang –, habe ich ihn nie schlecht gelaunt, betrübt oder verärgert gesehen. Zu unseren Vorstandstreffen erscheint er stets mit einem fröhlichen Lächeln. Und was er anpackt, das packt er mit sichtlichem Spaß an der Sache an.

Wahrscheinlich liegt darin zumindest ein Teil des Geheimnisses seines Erfolgs als Tourenleiter unserer Ortsgruppe. Josefs Touren sind diejenigen, die auf die größte Resonanz stoßen. An seinen Touren nehmen selten weniger als zehn Leute teil. Im Durchschnitt sind es zwölf, während der allgemeine Durchschnitt quer über unser Programm hinweg bei sieben liegt. Dabei war der Start von Josefs Karriere als Tourenleiter, wie er sagt, nicht sonderlich erfolgreich. Bei seiner Premiere vor vielen Jahren gingen ihm einige seiner Teilnehmer verlustig, die vom Tempo der vorderen Radlergruppe überrascht wurden und den Anschluss nicht halten konnten. Klar, dass ihm eine solche Panne seither nie wieder passiert ist! 

Josef ist in Furth im Wald geboren, einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze. Gerne erinnert er sich an dessen jährlich im August stattfindendes Drachenstich-Festspiel zurück, mit einer 500-jährigen Tradition das älteste Volksschauspiel in Deutschland. Seit Ende der 1990er Jahre ist er Mitglied des ADFC und in unserer Ortsgruppe aktiv. Der 44-Jährige Informatiker arbeitet als Projektleiter im IT-Bereich einer großen Frankfurter Bank. In den Frankfurter Raum verschlug es ihn im Jahr 1994, als er vor der Wahl stand, nach seinem Informatikstudium in seinem Studienort Passau zu bleiben und weiter auf Stellensuche zu gehen oder aber ein Angebot seines ersten Arbeitgebers anzunehmen – dem er übrigens noch immer treu ist. Vier Jahre später schloss Josef sich, nachdem er in den  Vilbeler Ortsteil Gronau umgezogen war, unserer Ortsgruppe an. Er freute sich über die Gelegenheit, neue Kontakte zu Leuten knüpfen zu können, die genauso fahrradbegeistert sein würden wie er. Dabei hatte auch sein Radfahrerleben nicht gut begonnen: Als er acht Jahre alt war, erlitt er einen schweren Unfall mit dem Rad, dessen gesundheitliche Folgen erst nach einer langwierigen Behandlung Monate später ausgestanden waren.

Mit seiner Begeisterung fürs Radfahren hat Josef seine Frau Susi, mit der er seit neun Jahren verheiratet ist, und seine achtjährige Tochter Sonja angesteckt. Sonja hat natürlich schon frühzeitig das Radfahren gelernt.

In unserer Ortsgruppe ist Josef nicht nur einer von derzeit sieben Tourenleiter(inne)n, sondern er führt auch als Schriftführer mit nie nachlassender Geduld und mit stoischer Ruhe die Protokolle unserer Vorstandstreffen, bei denen es zuweilen recht bunt durcheinander geht. Immer wieder bewundernswert ist, wie kurz und knapp seine Protokolle „zum Punkt“ kommen, ohne dass es dabei im Geringsten an Präzision fehlt. Auf diese Weise ist Josef sozusagen unser kollektives Gedächtnis: Was er festhält, hat Bestand und wirkt in unserer Aktivenarbeit fort. Denn was nützt die schönste Idee, wenn sie bis zum nächsten Treffen wieder in Vergessenheit gerät, weil niemand sie schriftlich fixiert hat?

Dr. Ute Gräber-Seißinger

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