Lobenswert – beklagenswert!
Über zwei Aktionen der Stadtverwaltung ist zu berichten. Die eine ist lobenswert, die andere ist nicht zu akzeptieren.

Lobenswert
Die Eckenheimer Landstraße ist eine von Radlerinnen und Radlern vielbefahrene Strecke. Stadteinwärts wird sie vom Marbachweg bis kurz hinter den Alleenring von einem Radweg begleitet. Dieser endet(e) kurz hinter der Einmündung der Cronstettenstraße, wo er als Radstreifen markiert ist (war). Hier gabeln sich Eckenheimer Landstraße und Oederweg. Da die motorisierten Verkehrsteilnehmer auf zwei Spuren in den Oederweg einfahren oder nach links in die Eckenheimer Landstraße einbiegen, wird es genau an der Stelle eng wo der Radweg unvermittelt endet. Außerdem haben Autofahrer hier vor der leichten Rechtskurve des beginnenden Oederwegs keinen Einblick in die Straße, sie erkennen erst spät, wo sich Radfahrer befinden können.

Diese Situation wurde vor einigen Wochen geändert. Wie man Bild 1 entnehmen kann, wurde der Radweg an der Ein- und Ausfahrt der Deutschen National-Bilbliothek auf die Straße geführt und bis vor die Fußgängerampel als Radstreifen verlängert. Vor der Fußgängerampel wurde eine Aufstellfläche für die Radfahrer markiert, so dass diese sich bei roter Ampel gefahrlos nach links zur Eckenheimer Landstraße hin orientieren können (Bild 3). Vor dem Beginn des Radstreifens hinter der  Bibliothek wurde auf der rechten Fahrspur eine Sperrfläche markiert und die motorisierten Fahrzeuge müssen auf die linke, dann einzige Fahrspur ausweichen (Bild 2). Uns scheint, dass diese Änderung die Gefährdung der Radfahrer vermindert und wir hoffen, dass die Autofahrer diese Regelung auch beachten.
Zu hoffen ist darüber hinaus, dass auf der gegenüberliegenden Seite der Eckenheimer Landstraße, stadtauswärts, für die Radfahrer ebenfalls eine akzeptable Lösung ihrer Probleme gesucht und gefunden wird. Hier ist neben den Fahrzeugen auf den beiden Fahrspuren kaum Platz für die Radfahrer. Und zu bestimmten Tageszeiten stauen sich die Fahrzeuge vor der roten Ampel. Besonders kritisch ist der Abschnitt von der Einmündung der Händelstraße bis zur Nibelungenallee. Hier sieht man auch immer wieder auf den Gehweg ausweichende Radfahrer.

Beklagenswert
In der Nähe dieser lobenswerten Veränderung haben wir eine nicht akzeptable Änderung festgestellt, die so nicht bestehen bleiben kann. Zwischen der Adickesallee und der Feldgerichtsstraße, in Verlängerung des Kühhornshofwegs, entlang des Sportclubs 1880 und der Oberfinanzdirektion, verläuft ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Dieser beginnt an der Einfahrt in das Sportgelände des Clubs. Hier gab es früher eine sehr schmale Absenkung des Bordsteins auf der rechten Seite, so dass Radfahrerinnen und Radfahrer stadteinwärts zwar eine Absenkung vorfanden, wenn auch sehr weit rechts. Doch stadtauswärts fahrende mussten entweder rechts die Bordsteinkante hinunterfahren oder ganz nach links zum Maschendrahtzaun hin ausweichen. Dies wurde vor einigen Monaten geändert und die Absenkung über die ganze Breite des Geh- und Radweges verlängert. Auf dem Foto (Bild 4, Blick auf den Beginn des gemeinsamen Geh- und Radwegs Richtung Adickesallee) erkennt man den kurzen Abschnitt der alten Absenkung an dem dunklen Grau auf der rechten Seite. Links daneben der hellere neue Abschnitt nun über die ganze Breite des Weges.

Kurz darauf wurde vor dem Ende des Weges die Markierung mit Fahrradpiktogramm und schräg abgeknicktem Pfeil aufgebracht. Die Absenkung war notwendig und diese Maßnahme begrüßen wir ausdrücklich. Über die Notwendigkeit der Markierung lässt sich streiten. Diese Ausgaben hätte man sich wohl sparen können. Doch aberwitzig ist die Änderung, die in den letzten Wochen vorgenommen wurde. Wie die Fotos (siehe auch Seite 9, „Bück-Rad“) zeigen, wurde nämlich ein Drängelgitter angebracht, das genau über der Markierung steht, der die Radfahrer ja offenbar folgen sollen. Der Sinn dieses Gitters ist absolut nicht einsehbar. Nicht nur Radfahrer, auch Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen werden dadurch erheblich behindert und müssen sich mühsam um das Gitter bewegen. Im übrigen stellt es auch bei Nacht im Dunkeln eine erhebliche Gefahr dar, zumal die weiß leuchtende Markierung dem Radfahrer genau diesen Weg weist. Folgt er oder sie dieser Markierung, ist der Sturz unausweichlich. Und dieser kann zu schweren Verletzungen führen.
Hier wurde offensichtlich doppelt Geld verschwendet. Wir fordern und erwarten, dass das Gitter unverzüglich wieder entfernt wird.

Fitz Bergerhoff, AG Unfall

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24. 1. 2009 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt