Noch mehr Mängel... Sehr geehrte Damen und Herren,
dem Beitrag in der Ausgabe Nr. 5 über die Behinderung in der Bertramstraße kann ich nur zustimmen. Die Abfahrt vom Radweg ist auch teilweise Samstags zugeparkt. Aber ich habe noch zwei Anmerkungen:
1. Die im Bild gezeigte Abfahrt ist ca. 3 - 4 cm hoch. Kennt man (frau) die Stelle nicht und fährt im zügigen Tempo, kann man sich leicht die Hände stauchen, anderweitig verletzen oder auch sein Rad beschädigen. Die Bordsteinkannte dieser Abfahrt ist höher als die der PKW-Zufahrt zum ca. 50m weiter gelegenen großen Sendesaal.
2. Warum der Radweg dort endet ist auch unverständlich, denn der zum Gehweg farblich abgesetzte Radweg führt weiter bis zur Ecke der Bertamstraße.
Und noch etwas: praktisch unter den Augen der Beamten des 3. Reviers, das seit einigen Monaten schon im neuen Polizeipräsidium residiert, wird der Radweg der dem Revier gegenüberliegenden Seite der Adickesallee häufig von Motorradfahrern benutzt, die den dortigen POLO-Laden aufsuchen.
Last but not least: auch die neu gestaltete Zufahrt zum Radweg an der Ecke Adickesallee / Eschersheimer Landstraße stadtauswärts ist dermaßen hoch, dass leicht „Verbiegefahr“ der Felgen besteht. Hier ist unbedingt Nachbesserung zu fordern. Kümmern Sie sich darum?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Clauss

Parkmarken zum Wegwerfen!?
Folgender Brief an das Management des Hessen Centers erreichte die Redaktion in Kopie:
Betr.: Fahrradwege am Hessen Center.
Mit Verwunderung habe ich festgestellt, dass die Einfahrt mit dem Rad neuerdings auf der Nordseite von Osten kommend durch eine Klappverlängerung der Schranke verhindert wird.
Bei erstmaliger Durchfahrt kann dies leicht übersehen werden und ist eine echte Unfallgefahr. In Folge wurde ein Pylon an diese Gefahrstelle gesetzt. Auf Rückfrage wurde mir im Büro erklärt, die Maßnahme sei aus Sicherheitsgründen erfolgt und vor der Schranke seien Fahrradständer aufgestellt.
Ich halte dies für einen groben Unfug und den Kunden gegenüber mehr als unüberlegt. Ich gehe davon aus, dass 10% der Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß zum Hessen Center kommen, weitere 10% mit dem Rad und der Hauptteil mit dem Auto. Die Radfahrer sind von Anbeginn schlechthin vergessen worden, das Aufstellen von Fahrradständern erfolgte zögerlich mit wechselnden Standorten und war zuletzt erträglich. Was jedoch immer vergessen wurde, ist die Ausfahrt der Radfahrer. Es fehlt ein langfristiges Gesamtkonzept in und um das Hessen Center. Hier sollte eine Absprache mit der Polizei, dem Ortsbeirat 16 und dem ADFC als Radexperte eine Klärung herbeiführen.
Aus der Sicht eines Radfahrers möchte ich folgendes zu bedenken geben:
1. Die Anfahrt im Center kann weitgehend auf der Straße erfolgen, es sind kaum Unfälle zwischen Radler und Autofahrern bei Tempo unter 30 zu erwarten.
2. Die Aufstellung der Fahrradständer muss in der Nähe der Einkaufswagen erfolgen. Nach Umladen der Einkäufe vom Wagen auf das Rad steht dieses unbeaufsichtigt und nicht gegen Diebstahl geschützt (im Gegensatz zum verschlossenen Kofferraum des Autos), wenn der Einkaufswagen zum Standplatz zurückgebracht wird.
3. Zur Ausfahrt nach Norden und somit stadteinwärts ist seit kurzem eine für Rollstuhl geeignete Rampe zur Borsigallee errichtet worden. Dies ist sehr schön, aber leider keine Meisterleistung des Architekten, weil die Schleife nach Westen in einem zu engen Bereich geführt wurde. Nach Osten wäre viel mehr Platz gewesen.
4. Zur Ausfahrt nach Osten, was die meisten Radler betrifft, wäre eine Abmarkierung auf der Einfahrtsstraße direkt am Gehweg auf der Nordseite des Gebäudes angebracht. Das Radfahren entgegen der „Einbahnstraße“ setzt sich zunehmend durch und dient bei beiderseitiger Rücksichtnahme der Verkehrsberuhigung. Hier müsste auf dieser Trasse dann ein Kanaldeckel um 90 Grad gedreht werden, der von Anfang an falsch eingesetzt wurde. Die Rillen müssen quer und nicht längs zur Fahrtrichtung verlaufen.
5. Auf der Ostseite außerhalb des Gebäudes könnte die Markierung bis zur gegenüberliegenden Straßenseite fortgeführt werden. Die Weiterfahrt nach Norden und weiter nach Osten auf vorhandenem Radweg führt nach Enkheim.
6. Nach Süden über die Autobahnbrücke nach Fechenheim wäre ein Radweg auf der Südseite der Straße „Am Hessen-Center“ einzurichten. Dieser sollte an der Einmündung der von Norden kommenden Straße beginnen und zuletzt auf dem Fußweg bis zur Vilbeler Landstraße führen. Es ist zu überlegen, ob für die Busse an dieser Stelle eine abknickende Vorfahrt errichtet wird.
7. Bei der Installation von Radständern sind diese meist zu eng konzipiert. Die alten Normen mit schmalen Lenkern stimmen nicht mehr. Die heute breiteren Lenker verhaken sich leicht. Zum Einkauf werden meist Räder mit Einkaufskorb auf dem Gepäckträger benutzt. Es hilft dann wenig, wenn das Vorderrad hochgestellt ist und der Korb hinten das Nachbarrad versperrt.
Ich hoffe auf eine Beseitigung der verlängerten Schranke oder wollen Sie, dass die Radler an der Einfahrt eine Parkmarke ziehen und sie wegwerfen?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. G.W. Eckardt

Radweg ohne Funktion
Liebes ADFC-Team,
ich wohne im westlichen Gallus-Viertel in Frankfurt und benutze häufig den Radweg an der Mainzer Landstraße, um in die Innenstadt zu kommen. Dieser Radweg, der durch einen Streifen von der Straße abgegrenzt ist, wird von Taxis, Lieferfahrzeugen und anderen Autos offensichtlich als Haltestreifen missverstanden, da ich fast noch nie die gesamte Länge des Radweges fahren konnte, ohne mehrmals wegen haltender Fahrzeuge auf die Fahrbahn ausscheren zu müssen. Besonders um die Mittagszeit gleicht die Fahrt einem Spießrutenlaufs um haltende Lieferfahrzeuge herum. Als besonders unangenehm empfinde ich die Situation, seit ich mit einem Kinderanhänger unterwegs bin, mit dem ich mich dann durch den starken und schnellen Verkehr der Mainzer Landstraße durchschlängeln muss.
Meiner Meinung nach büßt dieser Radweg durch die haltenden Fahrzeuge seine Funktion völlig ein; erhöht im Gegenteil das Risiko für den Fahrradfahrer, da Autofahrer weniger auf die Fahrräder achten (denn es gibt ja einen Radweg...) und ständiger Spurwechsel unvermeidbar ist. Kann in einem solchen Fall etwas unternommen werden, um den Radweg für Fahrradfahrer freizuhalten? Oder wird eine solche Situation als unabwendbar hingenommen?
Ich würde mich freuen von ihnen zu hören, ob dieses Problem bekannt ist und ob über geeignete Maßnahmen nachgedacht wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Christine Heeren (geb. Schüll)

Radweg = Rad weg!
Meiner Ansicht nach ist eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht dringend erforderlich, denn Radwege und auch die als Alternative so vielbeschworenen Fahrradstreifen auf der Fahrbahn tragen nicht zur Sicherheit des Radverkehrs bei, sondern vorzugsweise zu dessen Gefährung und Behinderung. Die Liste der Mankos ist lang:

  • zu schmal (gilt auch für fahrbahngleiche Radstreifen)
  • Zweirichtungsradwege, die oft gerade mal breit genug für ein Rad sind
  • aberwitzige Streckenführung im Slalom
  • häufig extrem verschmutzt
  • keine Winterreinigung
  • in baulich katastrophalem Zustand
  • zugeparkt (gilt auch für fahrbahngleiche Radstreifen)
  • unübersichtlich
  • von Autofahrern nicht als Teil des Verkehrsraums wahrgenommen und respektiert
  • Parkstreifen links vom Radweg
  • von Fußgängern nicht als Fahrweg respektiert
  • sehr häufig zwangsweise gemeinsame Nutzung mit Fußgängern (Radfahrer = „Fußgänger auf Rädern“)

Das Gefühl der Sicherheit auf Radwegen und Radstreifen ist nur eine Illusion, denn wenn auf der Fahrbahn ein Auto ein Fahrrad mit einem Mindestabstand überholen muss (was leider zu oft missachtet wird), so rauscht der motorisierte Verkehr an Radwegen und Radstreifen erlaubterweise oft nur wenige Zentimeter entfernt vorüber. Aus dem verkehrsrechtlich viel kritischer bewerteten Überholvorgang wird so eine relativ harmlose „Vorbeifahrt“, obwohl sich die gefährliche Situation genauso oder schlimmer darstellt. Tödliche Unfälle durch unachtsame Rechtsabbieger, die im Kreuzungsbreich den geradeausfahrenden Radler einfach übersehen, passieren mit unschöner Regelmäßigkeit, ebenso wie nicht selten aus Einmündungen und Einfahrten herauspreschende Kfz den Radweg und seine Vorfahrt missachten. Viele Radstreifen sind so eng, dass Fahrradfahrer gezwungen sind, zu nah am Fahrbahnrad und evtl. rechts davon parkenden Kfz zu fahren, was dem von den Gerichten geforderten Sicherheitsabstand des Radlers zum Fahrbahnrand und ruhemdem Verkehr widerspricht. So werden die Radwege und Radstreifen regelrecht zur gefährlichen Falle. Wie sich hier für Fahrradfahrer ein subjektives Gefühl der Sicherheit einstellen kann, ist mir vollkommen schleierhaft.
Radwege dienen lediglich dazu, das vermeintlich langsame Fahrzeug Fahrrad von der Fahrbahn zu entfernen (Radweg = Rad weg!) und diese zur „Autospur“ zu machen. Dies zeigt sich auch darin, dass viele Kommunen immer noch die Fahrradnovelle von 1997 (also geltendes Bundesrecht!) hartnäckig ignorieren und widerrechtlich Wege als benutzungspflichtige Radwege ausschildern oder ausgeschildert lassen, die nicht den gesetzlichen Standards entsprechen. Denn leider herrscht in vielen Köpfen noch die Meinung vor, ein Fahrrad sei langsam und somit Verkehrshindernis. Durch diese Sichtweise wird dem Fahrrad bzw. Radfahrer einerseits abgesprochen, selbst Teil des Verkehrs zu sein, andererseits wird verkannt, dass der motorisierte Verkehr selbst sein allergrößtes Hindernis ist: Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Autos in den Städten liegt oft unter der eines Fahrrades, und allermeist blockiert sich der Kfz-Verkehr selbst durch schlicht hohes Fahrzeugaufkommen.
Aus all diesen Gründen kann ich als Mitfrau im ADFC auch nicht nachvollziehen, dass sich Teile des ADFC noch für Radwege und Radstreifen einsetzen (d.h., aus meiner Sicht dem ADAC in die Hände spielen), statt sich dafür stark zu machen, dass das Fahrzeug Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel auf die Fahrbahn gehört und nicht in ein Fahrradghetto abgedrängt wird. Jeder Meter Radweg und Radstreifen, der sang- und klanglos verschwindet, ist für mich vielmehr ein Erfolg, statt dass ich diesem Stück verkehrspolitischer Katastrophe auch noch hinterweinen wollte.
Eva Kröcher

Das Schlimmste...
Ohne einen Unfallgegner zu haben, ist das Zweitschlimmste, das einem Radler passieren kann, in die Straßenbahnschienen zu geraten, denn dann kippt man um. Das Schlimmste aber ist, mit dem Vorderrad im Gitter eines Gully-Deckels stecken zu bleiben, dessen breite Schlitze längs statt quer zur Fahrbahn liegen. Denn dann landet man nach kurzem, heftigem Flug auf der Stirn. Die Chance, das mal auszuprobieren, hatte man kürzlich in Alt-Praunheim. Zuständig u.a. für diese „Senkkästen“ ist die Frankfurter Entsorgungs-Service (FES) GmbH; sie ist Teil der Stadtverwaltung. Die Frau am Service-Telefon (21 23 23 63) war freundlich, aber ich fragte mich, über welche langen Dienstwege die Behörde in diesem zum Glück ungewöhnlichen Fall jetzt wohl einen Mitarbeiter veranlassen wird, in ein paar Wochen mal zu schauen, was da wohl los sein könnte. Da lag ich aber völlig falsch: am nächsten Morgen war das Problem schon beseitigt. Dank an die FES, und gute Fahrt.
Wolf Lauterbach

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12. November 2002 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt