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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Leserbriefe:

Radstreifen besser abschaffen?

Zur Situation der Fahrradwege Robert-Mayer-Straße/Ecke E.-Sulzbach-Straße und Mainzer Landstraße

Robert-Mayer-Straße/

Ecke E.-Sulzbach-Straße

Der Fahrradweg an der Robert-Mayer-Straße (Schlossstrasse in Richtung E.-Sulzbach-Straße) ist größtenteils auf dem Bürgersteig. Erst ca. 20 m vor der Kreuzung E.-Sulzbach-Straße wird der Radweg auf der Fahrbahn fortgesetzt. Dieser Teil auf der Fahrbahn ist fast jeden Tag mit Autos zugeparkt, insbesondere während des Semesters. Da eine Ausweichmöglichkeit nach links nicht möglich ist, da dort ebenfalls Autos parken bzw. der Radweg zur Straße hin durch Querstreben und umzäunte Begrünung begrenzt ist, ist es oft weder möglich, den Fahrradweg vorzeitig zur Straße hin zu verlassen, noch auf dem Radweg weiterzufahren. Da ich mit einem Fahrradanhänger unterwegs bin, bleibt mir oft nichts anderes übrig, als auf dem Radweg zu wenden und zurückzufahren, um durch eine Lücke auf die Straße zu gelangen.

Obwohl in dieser Gegend das Ordnungsamt häufig parkende Autos kontrolliert, scheint dies wenig Auswirkung auf das Parkverhalten an dieser Stelle zu haben.

Da der Teil des Radwegs auf der Fahrbahn nur sehr kurz ist, wäre mein Vorschlag, den Radweg auf dieser Strecke (ca. 20 m bis zur Kreuzung E.-Sulzbach-Straße) mit Hindernissen zu begrenzen (z. B. das Aufstellen der Querstreben einfach fortzuführen), um damit Autofahrer am Parken zu hindern.

Mainzer Landstraße

Obwohl sich die Situation für Radfahrer in Frankfurt verbessert, gibt es Stellen, die Radfahrern das Radeln „abgewöhnen“ können bzw. die nicht dazu führen, dass man aufs Rad „umsatteln“ möchte. Dazu gehört meiner Meinung nach der Radweg auf der Mainzer Landstraße, zwischen Platz der Republik und Alte Oper.

Mittlerweile nehme ich weite Umwege in Kauf, um mich nicht täglich über haltende oder parkende Autos auf dem Radweg ärgern zu müssen.

Meiner Ansicht nach ist dieser Radweg ein Beispiel für ausgewiesene Radspuren, die dem Radfahrer das Leben schwerer machen. Wäre an dieser Stelle keine Radspur ausgewiesen, würden Autofahrer mit viel weniger Selbstverständlichkeit rechts halten oder parken, da dies ja eine „richtige“ Fahrbahn wäre. Fahrradfahrer könnten meiner Meinung nach viel ungehinderter auf der rechten Spur fahren und trotzdem großzügig von Autos überholt werden, wie es auf der Mainzer Landstraße der Fall ist, bevor der Fahrradweg beginnt.

Dort kann man für mein Gefühl relativ sicher auf der rechten Spur fahren und wird nicht dauernd von rechts haltenden Autos behindert. Ich jedenfalls fahre um einiges lieber auf dem Teil der Mainzer Landstraße, auf dem es keine Spur für Radfahrer gibt, und das gibt mir zu denken...

Ich habe vor einigen Jahren schon einmal über die Situation auf dem Radweg der Mainzer Landstraße berichtet und seither hat sich nichts geändert. Die haltenden Autos werden stillschweigend in Kauf genommen und es ist sicher auch schwierig, am Verhalten der Autofahrer etwas zu verändern.

Sollte es unrealistisch sein, die Radspur für Autofahrer nicht befahrbar zu machen (z. B. durch Hindernisse), wäre es meiner Ansicht nach eine Überlegung wert, die Radspur ganz abzuschaffen, obwohl dies vielen wie ein Rückschritt erscheinen mag.

Mit freundlichen Grüßen

Ch. Heeren

siehe hierzu: Erläuterungen des verkehrspolitischen Sprechers


Autoverkehr nicht stören…

Zum Leserbrief von Betram Giebeler und Anne Wehr in frankfurt aktuell  06/2005.

Lieber Betram Giebeler, liebe Anne Wehr,

schön für Euch und alle anderen, die stolz auf den neuen Radweg auf der Eschersheimer Landstraße sind. Ich will kein Spaßverderber sein, doch ich selbst lasse mir auch nicht gerne den Spaß verderben. Ohne die Radwegausschilderung der neuen autogerechten Fahrradbahn auf der Eschersheimer Landstraße hätte ich diese Diskussion gar nicht angefangen.

Ich bleibe dabei, dass die Fußgänger mal wieder die Dummen sind, weil erstens nicht überall wo heute Radweg ist, früher Autoparkplätze waren, zweitens der Magistrat angekündigt hat (B 737), für weggefallene Parkplätze anderswo welche auf dem Gehweg auszuweisen, und drittens, weil sie zu den fahrenden Radlern nicht grundlos einen größeren Seitenabstand als zu parkenden Autos halten, sich der Querschnitt somit für sie verengt hat. Da ihr (...) eine die Radlergeschwindigkeit dämpfende Maßnahme als für deren Sicherheit förderlich verkauft habt, werdet Ihr womöglich anders darüber denken und auch das Einbremsen von Fußgängern zum Sicherheitsgewinn für diese darstellen. Ihr schreibt, Recht gehabt zu haben, nütze Radlern wegen fehlender Knautschzone nichts, doch zugleich lobpreist ihr Ampeln als „sicher“, ebenso wohl Radwegmarkierungen. Aber verschaffen weiße Streifen und rote Lichtchen physischen Schutz, oder sind sie nicht bloß Symbole, die der Rechtsetzung und ggf. -sprechung dienen? Wahr ist bestimmt, dass niedrigere Geschwindigkeit im Durchschnitt sicherer ist. Das sollte sich jeder zu Herzen nehmen, der jetzt mit dem Rad zwischen den Stahlstangen am Radweg vor der Kreuzung durchfahren muss. So seid ihr dann wohl auch über die Magistratspläne glücklich, die vorsehen, den Radweg in Mittellage der Großen Eschenheimer Straße beim alten Rundschauhaus an den Rand zu verlegen. Was Ihr als „erfolgreiche Lobbyarbeit“ für „durchschnittliche Alltagsradler“ zu verkaufen versucht, ist die Erfüllung der Wünsche der Automobilismusplaner, die wegen des neuen Einkaufzentrums am Eschenheimer Tor die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr optimieren möchten. Ganz im Sinne des Gesamtverkehrsplans von 1961, worin es hieß: „Die Zahl der Radler wird nicht kleiner. Deshalb bekommen sie Radwege um den Autoverkehr nicht zu stören“. Wenn der „durchnittliche Alltagsradler“ (...) dadurch gekennzeichnet ist (...) dort geradeaus fahren oder links abbiegen zu wollen, wo es Autofahrern eingeräumt wird, wäre es besser gewesen, gleich auf eine Radwegführung über die Kreuzung Eschenheimer Tor zu verzichten. Irgendein Weg von einer Gasse über den Anlagenring hätte sich sicherlich gefunden und die „urbanen Kampfbiker“ hätten am Turm weiter ihren Spaß haben können.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Schmidt

25.01.2006 I ADFC Frankfurt am Main e. V. |