ADFC-Codegenerator

Deutschland ist für viele Regionen der Welt ein Vorbild. Die 16 Bundesländer haben viele Möglichkeiten, innerhalb der Bundesrepublik Eigenständigkeit zu bewahren und damit in mehreren Bereichen nicht an Weisungen einer Zentralregierung gebunden zu sein. So ist beispielsweise vor fast zehn Jahren das Projekt einer einheitlichen Diebstahlsprävention am Widerspruch des Landes Berlin gescheitert. Der an sich begrüßenswerte Versuch, Wertgegenstände, z.B. Fahrräder, nach einem einheitlichen Verfahren gegen Diebstahl zu kennzeichnen, schlug fehl.

Seither dümpelt die bundesweite Fahrradcodierung in mehreren Bundesländern, gottseidank nicht in Hessen, so vor sich hin, weil einheitliche Standards nicht durchsetzbar sind und jedes Bundesland seine individuelle Praxis durchexerziert. Dies hat gelegentlich dazu geführt, dass selbst engagierte Polizeibeamte daran scheiterten, ein aufgefundenes, codiertes, Fahrrad seinem Eigentümer zurück zu bringen, weil sie die Konvention der benachbarten Bundesländer nicht durchschauten. Der Fachausschuss Technik, Sektion Codierung, in der Alfred Linder aus Frankfurt maßgeblichen Einfluss hat, kann nach jahrelangen Bemühungen, die Fahrradcodierung dennoch bundesweit voran zu bringen, einen großen Erfolg vermelden. Es ist ihm gelungen, fast alle Straßenkennziffern der einzelnen Bundesländer ausfindig und in einem sogenannten Codegenerator bundesweit abrufbar zu machen. Unter http://www.fa-technik.adfc.de/Codierung/fein.pl kann jetzt (fast) jeder Bundesbürger erfahren, mit welchem Code er seine Wertgegenstände, also nicht nur Fahrräder, signieren müsste, um eine Identifizierung seines Eigentums bundesweit zu gewährleisten. Das Prinzip ist so simpel: Vergleichbar dem Autopiloten führt die Kennzeichnung auf dem Wertgegenstand bis zur Wohnadresse des Eigentümers. Das Einwohnermeldeamt ist schnell in der Lage, den mutmaßlichen Eigentümer des gefundenen Objektes zu identifizieren, denn nur etwa jeder zweihundertste Bürger hat identische Initialen. Dass dies nicht Kokolores ist, kann an praktischen Beispielen bewiesen werden: In e-bay werden tagtäglich Tausende von Waren (billig) verscherbelt. Erfahrungsgemäß sind viele davon gestohlen. Wären sie gekennzeichnet, hätten die Anbieter erheblich mehr Schwierigkeiten, ihre Sore los zu werden. Die Gefahr, dabei aufzufliegen, ist signifikant höher, wenn die verkauften Waren, wie vorgenannt, gekennzeichnet sind. Nur in so gegensätzlichen Ländern wie Bayern und Sachsen-Anhalt steht der ADFC vor einem Problem: Bayern hat die Straßenkennziffern komplett abgeschafft und Sachsen-Anhalt verlangt zu viel Geld dafür, diese nutzen zu dürfen. Wir sind optimistisch, dies bald vergessen zu können. Bezogen auf Fahrräder bietet der ADFC Frankfurt regelmäßig Codierungen an, auch in der dunklen Jahreszeit. Jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr kann man sein Fahrrad vor dem Bettenstudio dormiCIEL codieren lassen. Telefonische Voranmeldung unter 0176-29378714 ist Voraussetzung.

Alfred Linder

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13.12.2006 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt