City Wild West

Schön, dass Verkehrsdezernent Lutz Sikorski sich für Radfahrer einsetzt und für ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer wirbt. Konkret geht es um Radwege, die nicht als Parkplätze missbraucht werden sollen. Schade, dass diese Aktion nur auf ausgewählte Bereiche begrenzt ist. Denn nötig wäre das überall in Frankfurt. Doch der gute Wille ist gezeigt und irgendwann erreicht er vielleicht auch die City West.

Dieses chice neue Büro- und Wohnviertel zwischen Westbahnhof und Katharinenkreisel sollte vielleicht besser in City Wild West umbenannt werden – zumindest in Bezug auf den „ruhenden Verkehr“. Denn geparkt wird nicht nach Recht und Gesetz, sondern nur nach dem Recht des Stärkeren. Zum Beispiel in der Voltastraße: die hat in Richtung stadtauswärts vor wenigen Jahren einen hübschen neuen Radweg neben einem hübschen neuen Fußweg bekommen. Auf den Skizzen der Planer sah das sicher sehr nett aus. In der Realität ist daraus aber leider nichts geworden. Im ersten Teil der Voltastraße verunstalten Massen von grau getarnten Pollern das Bild, die noch dazu den dazwischen eingezwängten Radfahrern ein erhöhtes Maß an Konzentration abverlangen. Und im zweiten Teil haben parkende Autos sehr schnell vom Gehweg Besitz ergriffen (Bild 1). Fußgänger haben gar keine andere Wahl, als auf den Radweg auszuweichen. Im weiteren Verlauf sind es dann Bistro-Tische oder die Auslagen der Geschäfte, die den Gehweg vereinnahmen (Bild 2). Aber gleich danach gibt es die ausgleichende Gerechtigkeit: Jetzt wird auf der anderen Seite geparkt; jetzt ist der Fußweg frei und die Radfahrer müssen Slalom fahren (Bild 3). Diese Situation ist übrigens, das möchte ich ausdrücklich betonen, keine Ansammlung besonders krasser Einzelfälle, sondern völlige Normalität.

Der Höhepunkt kommt kurz vor der Straße „An der Dammheide“: hier ist es auch mit der ausgleichenden Gerechtigkeit vorbei. Da gibt es eine Baustelle, die weder für Fußgänger, noch für Radfahrer ausreichend Platz lässt (Bild 4). Und das direkt an einer Straßenbahnhaltestelle – mit dem entsprechenden Andrang an Menschen. Der einzige Lichtblick: das Haus steht, bald ist es vorbei! Aber zu früh gefreut, etwas weiter östlich wird gerade eine neue Baugrube ausgehoben… Wie man hier den querenden Fußgänger- und Fahrradverkehr berücksichtigt, macht Bild 5 deutlich.

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Katherina Kokot

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