Kurzmeldungen aus dem Hochtaunuskreis

Radweg Westerfeld-Sonnenhof
Neu-Anspach. Merkwürdig verläuft die Sache bei einem etwa 600 Meter langen außerörtlichen Radweg zwischen Westerfeld und dem Sonnenhof, ab dem es über gute Feldwege nach Usingen weiter geht. Die Landesstraße selbst wird mit Mitteln des Konjunkturpaketes ausgebaut, ein begleitender Radweg wurde zwar unter anderem vom Landtagsabgeordneten Holger Bellino für sinnvoll gehalten, wird aber noch nicht realisiert. Auch die Grundstücksfrage war geklärt. Alle Eigentümer waren fahrradfreundlich gestimmt und wollten Grundstücksränder für den Radweg abgeben – eine wesentliche Hürde. Planungen für die Landesstraße selbst gab es schon vor Ende 2006, für eine Ergänzung eines Radweges waren aber keine Planungskapazitäten mehr verfügbar, hieß es. Nun wurde nach nicht bestrittenen Zeitungsberichten vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, den Radweg zurückzustellen, während das Stadtparlament im Nachgang gar die komplette Streichung vorgesehen hat. Als Gründe wurden gestiegene Kosten und, in einer Bürgerversammlung in Westerfeld, die ungeklärte Grundstücksfrage genannt. Zumindest letzteres ist nun nachweislich falsch. Zu der Höhe der gestiegenen Kosten, die Grundlage für die Entscheidung in Ausschuss und Parlament waren, konnte man in der Versammlung in Westerfeld keine Angaben machen. Der ADFC hat sich deshalb bei der Stadt nach den tatsächlichen Mehrkosten erkundigt, leider aber bislang keine Antwort erhalten. Der ADFC wird weiter dranbleiben, denn der Radweg ist im Alltag, als Schulweg und im Radtourismus (Usatalweg) von Bedeutung.

Vom Pfaffenweg zum Bahnhof
Oberursel. Wie zugesagt hat die Stadt Oberursel eine direkte Verbindung in Stierstadt vom Pfaffenweg zum Bahnhof Stierstadt hergestellt. Bislang wurde ein Trampelpfad über das Feld benutzt, nun gibt es einen richtigen Weg mit wassergebundener Decke. Leider wurde am Pfaffenweg der Bordstein nicht abgesenkt, so dass man über eine Kante fährt, die je nach Richtung auch schräg angefahren werden muss. Der ADFC wird hierauf aufmerksam machen.

Sperrpfosten zwischen Steinbach und Stierstadt
Steinbach. Der Feldweg zwischen Steinbach und Stierstadt stellt eine Hauptverkehrsachse für den Radverkehr dar, ist er doch Teil der Verbindung Eschborn – Oberursel. Der Feldweg wurde aber zunehmend von Autofahrern als Abkürzung genutzt, deshalb kam die Forderung nach einer baulichen Sperrung auf. Nach der Beschilderung war das Befahren für Kfz und Motorräder bereits vorher verboten. Jetzt wurden nahe der Steinbacher Bebauungsgrenze zwei Sperrpfosten aufgestellt, so dass in der Mitte ein ausreichend breiter Durchlass vorhanden blieb. Da seitlich nicht abgesperrt wurde, fuhren die Pkw eben über das Feld. Auch Baumstämme halfen nicht, man fuhr eben länger über den Acker. Erst als der Landwirt den Acker umpflügte, hörte das auf. Ein kleiner Kritikpunkt des ADFC: Man hätte durch eine bessere Positionierung der Pfosten zwei ausreichend breite Durchlässe schaffen können. Dies hätte zum einen im Begegnungsfall Vorteile, zum anderen müsste die Feuerwehr, für die extra kippbare Pfosten angeschafft wurden, dann nur einen mittig aufgestellten Pfosten umkippen – so sind es zwei.

Leider auch wahr ist, dass von Oberurseler Seite die StVO-Beschilderung für Radfahrer die Nutzung verbietet, gleichzeitig aber per grüner Fahrradwegweisung dieser Weg ausgewiesen wird. Das trägt nicht gerade dazu bei, dass Schilder der StVO für glaubwürdig gehalten werden. Im Rahmen des Radverkehrskonzeptes Oberursel sollen solche Probleme behoben werden.

Erich-Ollenhauer-Straße
Oberursel. Schön geworden ist die Oberfläche im Bereich der Fahrradfurt der Erich-Ollenhauer-Straße (Nähe Alte Leipziger). Hier wurde im Rahmen von Leitungsarbeiten die Oberfläche abschließend erneuert, bisher war sie in beklagenswertem Zustand. Die für den Radverkehr freigegebene Einbahnstraße ist damit wieder um ein gutes Stück attraktiver geworden.

MTB-Parcours
Weilrod. Die Bemühungen der Gemeinde um einen kleinen MTB-Parcours oder Dirt-Bike-Platz hängen weiter an ausstehenden Genehmigungen. Die Gemeinde hat einen Platz im Weiltal auserkoren, nun wird auf die naturschutzrechtliche Genehmigung gewartet. Derweil schuf ein Hasselbacher Privatier ein kleines, privates Übungsgelände. Die Gemeinde wird aber weiter das Gelände im Weiltal voran treiben. Während der Wartezeit wurde der ehrenamtliche Fahrradbeauftragte von Weilrod, Hans-Friedrich Lange, aktiv und hat über einen vom ADFC vermittelten Kontakt zur DIMB (Deutschen Initiative Mountain Bike) Informationen zum Betrieb einer solchen Anlage erhalten. Mal sehen, welche Kommune das Rennen macht: Neu-Anspach möchte seinen Dirt-Platz unter der Heisterbachbrücke, kommt irgendwie aber auch nicht voran, Grävenwiesbach hat Interesse bekundet, in Wehrheim hält man einen solchen Platz nicht für nötig.

Ab in den (Taunen-)Graben
Bad Homburg. Die Regionalparkroute nimmt Formen an, zumindest aktuell im Abschnitt Taunengraben zwischen Ober-Eschbach und der A661. Ein längeres Stück Weg wurde mit einer Asphaltdecke hergestellt, zudem wurden Raststellen und Informationspunkte geschaffen, die an die historische Bedeutung erinnern sollen. Denn schon die Römer waren hier – im Bereich des Taunengrabens kreuzte eine Hauptroute Mainz–Hofheim –Friedberg eine weitere römische Route, die zur Saalburg führte. Der jetzt fertig gestellte Abschnitt wird künftig vervollständigt durch eine Anbindung zur Erlenbach-Furt bei der Schlappermühle im Osten und durch weitere Wegstücke zwischen Oberursel und Kalbach. Letztendlich werden diese Abschnitte Teil der Hauptroute des Regionalparks um Frankfurt herum werden – es wird aber noch ein paar Jahre dauern, bis alles fertig gebaut ist. Der Taunengraben ist schon jetzt sehr schön zu befahren und kann als kleine Erweiterung der Rundroute um Bad Homburg genutzt werden, wenn man sich des Bad Homburger Radfahrerstadtplans bedient, der zum Beispiel bei der Stadt Bad Homburg kostenlos erhältlich ist.

Brücke über die Saalburgchaussee
Bad Homburg. Spektakulär war die Erneuerung des mittleren Teils einer Brücke, die das Gebiet um den Gluckenstein mit Dornholzhausen verbindet. Während es wegen der kurzzeitigen Sperrung für den Verkehr auf der Saalburgchaussee jeweils Umleitungen gab, wurde die Fahrradwegweisung während der mehrere Wochen dauernden Sperrung nicht angepasst - es gab lediglich einige Empfehlungen über Pressemitteilungen. Eine Bewertung mag der geneigte Leser selbst vornehmen. Jedenfalls wird die als reiner Fußweg beschilderte Brücke auch als Radroute verstanden. Obwohl per StVO ein Befahren untersagt ist, führt die grüne Fahrradwegweisung Radfahrer trotzdem darüber. Die Brücke ist jedoch wegen der sehr steilen Rampen auf beiden Seiten nicht zum sicheren Befahren geeignet. Mit mittel- oder längerfristiger Perspektive befindet sich eine neue Brücke in der Diskussion, die dann auch rollstuhlgerecht sein soll und eventuell sogar eine Verlängerung der Busverbindung vom Gluckensteinweg ermöglichen könnte. Das wäre sicher auch für den Radverkehr ein Meilenstein. 

Adenauerallee
Oberursel. Die Adenauerallee wird derzeit komplett umgestaltet. Sie ist das Verbindungsstück zwischen Bahnhof und Fußgängerzone, ihr wird als Stadtentree und im Rahmen des Hessentags 2011 hohe Bedeutung beigemessen. Neben dem Fällen der großen Kastanien wird auch der angrenzende Straßenquerschnitt komplett verändert. Die bisher sehr breite Adenauerallee wird schmaler, der Bürgersteig auf der Seite der Geschäfte wird breiter, die Fahrbahn entsprechend enger. Für Fußgänger entlang der Baumallee soll sich nicht so viel ändern, neue Bäume und ein weiterhin breiter Fußweg, der voraussichtlich weiter von Radfahrern befahren werden darf, ist vorgesehen. Wer als Radler auf der Straße fährt, dürfte aber erhebliche Vorteile haben, denn der neue Fahrbahnquerschnitt wird Richtung Bahnhof bei Gegenverkehr kaum ein Überholen durch Kfz zulassen. Wie das Richtung Innenstadt aussieht, wird sich zeigen: Hier ist ein Fahrradstreifen vorgesehen.

Aktiventreffen 2009
Hochtaunus. In Friedrichsdorf trafen sich am 25. Oktober über 30 Aktive zum Aktiventreffen 2009 aus dem ganzen Hochtaunuskreis. Bei einem Brunch konnten in lockerer Atmosphäre Erfahrungen ausgetauscht, Bekanntschaften über die Ortsgruppe hinaus geschlossen oder vertieft werden. Der Kreisvorstand möchte mit diesem Treffen nicht nur den ADFC im Hochtaunuskreis weiter voran bringen, sondern auch die Aktiven für das Engagement des vergangenen Jahres belohnen und für das nächste Jahr motivieren.

Text und Fotos: Stefan Pohl

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15 April, 2012 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt