Ausgabe 6/2000   Nov. / Dez.


Kulturelle Höhepunkte im Herzen Deutschlands

Der Ederauen-Radweg

Ein Traumziel für den nächsten Erlebnisurlaub auf dem Fahrrad liegt mitten im Herzen Deutschlands: 180 km lang, lückenlos beschildert, begleitet ein Radweg die Eder auf zumeist ruhigen Rad- oder Wirtschaftswegen.

Vom Bahnhof Lützel aus ist die Ederquelle leicht zu erreichen, sie sprudelt im Rothaargebirge, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands. Dieser Naturpark bildet eine wunderschöne und erholsame Kulisse für den ersten Abschnitt der Radtour. Bis kurz nach Bad Berleburg (ca. 35 km) ist die eine oder andere Steigung zu bewältigen, danach gibt es keine nennenswerten Erhebungen mehr.

Das barocke Schloss in Berleburg und der historische Altstadtkern von Frankenberg (mit dem berühmten 10-türmigen Rathaus) setzen auf dem ersten Teil der Reise die Akzente. Der Radweg folgt weiter dem Flusslauf durch Wiesen und Felder. In Herzhausen verbreitert sich die Eder zum Ederstausee. Dieser hat eine Länge von 27 km bei maximal 1 km Breite. 900 Menschen verloren durch die Überflutung des Tals ihre Heimat. Die Ruinen der alten Ortschaften sind bei entsprechenden Wasserständen noch zu sehen. Bei schönem Wetter könnte ein Badetag dazwischen geschaltet werden.

Der nächste kulturelle Höhepunkt ist die alte Dom- und Kaiserstadt Fritzlar. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer und der Aufstieg im "Grauen Turm", dem größten noch erhaltenen Wehrturm Deutschlands, hinterlassen bleibende Eindrücke, für die man seine Tour unbedingt unterbrechen sollte. In den Gassen des Zentrums finden sich zahlreiche außerordentlich gut restaurierte Fachwerkhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts. Der Dom entstand größtenteils um 1200, er enthält Stilelemente von Romanik, Gotik und Barock. Weiter geht die Reise durch die Ederauen über Wabern nach Edermünde, wo der Fluss nun in die Fulda mündet. Der Ederauen-Radweg stößt in Guxhagen auf den R1, der uns an der Fulda entlang führt, bis wir in Kassel den Zug besteigen oder weiterradelnd in Hann. Münden den Werratal-Radweg oder den Weser-Radweg erreichen. Dazu gibt es eine Übersichtskarte am Schluss des Führers. Eine Alternative wäre auch, den Fuldaradweg in südliche Richtung zu befahren und in Fulda den R3 (auf den Spuren des Spätlesereiters) zu beradeln, der uns direkt nach Frankfurt bringt.

Diese neue spiralgebundene Radwanderkarte ist ein hervorragender Begleiter für diese Tour. Im radlerfreundlichen Maßstab 1:50.000 wird die Strecke in 11 Abschnitte eingeteilt. Alle für uns wichtigen Informationen werden über die aktuelle Kartengrundlage und die Signaturen vermittelt. Ganz neu: die Karten enthalten ausgewählte Straßennamen zur besseren Orientierung. Auf den Textseiten finden sich Kurzportraits der Gemeinden und Landschaften entlang der Route – mit Kontaktadressen und Tipps für Sightseeing. Wichtig ist vor allem auch die Auswahl fahrradfreundlicher Gästebetriebe (mit Ruhetag!) auf einer Seite am Ende des Führers. Für die Wanderfreunde interessant: der 234 km lange Ederhöhen-Wanderweg ist auf dieser Karte ebenfalls eingezeichnet.

Der Ederauen-Radweg, BVA, 1. Auflage 2000, DM 19,80

Gisela Schill

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