Ausgabe 6/2000   Nov. / Dez.


Der Tod mit dem Fahrrad

Eine Novembergeschichte.

Nacht. Ein Mädchen in einem weißen Kleid. Sie geht auf dem kurvigen Landsträßchen, ringsum karge Hügellandschaft. Dunkle Wolken ziehen, und der bleiche Mond scheint nur für Momente.

Auch er fährt durch die Nacht: der Tod. Auf einem alten Fahrrad. Sein schreckliches Gesicht verbirgt eine graue Kutte, die Sense liegt über der Schulter. Wo fährt der dunkle Mann hin?
Scheinwerferlicht auf nassem Landasphalt. Der Müller fährt durch die Ödnis, mit einem Ford von 1958.
Nieselschauer, ein Käuzchen schreit immer wieder. Das Mädchen geht furchtlos, mag der Wind ihr Haar ruhig zausen! Das Sträßchen führt einen Hügel hinauf.
Der Tod fährt durchs Tal. Hinter ihr her?
Der Müller hört Dixie-Blues und will heim. Gut, dass der Schnaps seine Seele wärmt, denkt er und gibt Gas.
Das Mädchen blickt sich um. Aber der Tod fährt lautlos. Langsam kommt er ihr näher.
Vor der Hügelkuppe. Der Tod hat seine Sense zur Hand genommen. Das Mädchen hat Angst und geht schneller; eine schaurige Musik kommt ihr in den Sinn – warum?
Er streckt die Hand nach ihr aus, und – SKRÄTSCH! Das Mädchen ist gerettet. Der Müller hat den Tod überfahren – weil dieser kein Licht am Fahrrad hatte.

Schlussfolgerung: Fahr’ mit leuchtendem Beispiel voran.

(ak)

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