Ausgabe 6/2000   Nov. / Dez.


Flößerbrücke – radfahrerfreie Zone!

Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, um sich Architektur anzuschauen, sucht man gerne nach guten Beispielen. Die Flößerbrücke ist städtebaulich eher ein schlechtes, aber das soll uns hier nicht beschäftigen. Hier interessiert die Frage: Warum ist der radelnde Mensch auf dieser jüngsten der Frankfurter Mainbrücken seit einiger Zeit "persona non grata" (für nicht Lateiniker: unerwünschte Person)? Derzeit gibt es keinen legalen Weg, um von Norden her kommend den Radweg im Wasserweg jenseits des Flusses zu erreichen, aber auch nach Osten hin zum neuen Deutschherrnviertel und zur Gerbermühle ist die Welt vernagelt. Wer, die Straßenverkehrsordnung ignorierend, die Brücke auf dem rechten Bürgersteig trotzdem überquert, landet in der Sackgasse. Egal wohin er sich wendet, drei stark befahrene Autorennpisten legen sich im wahrsten Sinne des Wortes quer – keine Ampel, kein Überweg.

Das war nicht immer so. Bis vor einigen Jahren konnte man beide Seiten der Brücke legal befahren. Der rechte Bürgersteig (Fahrtrichtung Sachsenhausen) war als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgeschildert. Den linken, der als einziger auf der anderen Mainseite das Fortkommen sicherte, zierte sogar ein getrennter Geh- und Radweg für beide Richtungen, der sich irgendwie durch die Betontragwerke der Brücke mäanderte. Irgendwann waren die blauen Schilder verschwunden. Am ehesten noch steht zu vermuten, dass sie den neuen Mindestanforderungen der StVO-Novelle zum Opfer fielen, aber die Liste der im Rahmen der StVO-Novelle veranlassten Maßnahmen hilft nicht weiter. Kein Wort zur Flößerbrücke.

Neue Hoffnung verspricht nun eine Anregung des Ortsbeirates Sachsenhausen (OA 1622 vom 15.9.2000), die derzeit im Stadtparlament auf der Tagesordnung steht. Seit die vierspurige Uferstraße entlang des ehemaligen Schlachthofgeländes zur autofreien Uferpromenade geworden ist, haben sich nämlich die Verkehrsverhältnisse am Südende der Flößerbrücke entscheidend verändert. Der Ortsbeirat verlangt nun die Herstellung eines neuen Fußgängerüberwegs auf der Westseite zwischen Flößerbrücke und Wasserweg. Der ADFC hat das Stadtparlament gebeten, dieser Anregung mit der Maßgabe zuzustimmen, dass in diesem Rahmen auch alle notwendigen Fahrbeziehungen für den Radverkehr hergestellt werden.

(fb)

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