Das Fahrrad rollt entlang der Küste,

als ob es auch um ihre Schönheit wüsste.

Berlin - Kopenhagen, 11. - 24. Juli 2004. Des Reisegedichts zweiter Teil.

7. Tag Rostock - Nyköbing

Kugelbäume, linke Seite,

unterbrechen Feldes Weite.

Der Radweg, schnurgeradeaus.

ab und zu rechts/links ein Haus.

Kleine Orte gibt es hinterher,

und glitzerndes Nass in der Bucht vom Meer.

Direkt am Wasser gings entlang,

wo das Herz vor Freude sprang,

nach Nyköbing flott hinein.

Um sieben wollen wir beim Essen sein.

 

8. Tag Nyköbing -- Stubbeköbing

Gutes Wetter! Welch ein Glück!

Ins Mittelalter geht’s zurück.

Der schmale Buschwindrosenpfad

von gestern uns heut wieder hat.

Übers Wasser. Diese große Brücke,

hebt und senkt bestimmte Stücke,

Segelboote durchzulassen.

Dann sind wir in Nyköbings Gassen.

Geld zu hol’n am Automat,

wer noch keine Kronen hat.

 

Rechts ein Haus mal, links nur Ferne,

radeln wir zum Picknick gerne.

Vom Meer weht es nach See und Tang,

den ganzen Küstenweg entlang.

Die Bucht zur Mittagsruh geladen.

Manche gehen in der Ostseefluten baden.

Das Fahrrad rollt entlang der Küste,

als ob es auch um ihre Schönheit wüsste.

 

9. Tag Stubbeköbing -- Klintholm Havn

Bedeckter Himmel, milde Luft.

Die neunte Tag-Etappe ruft!

Nach Bogö mit der Fähre weiter,

Nebel ist unser Begleiter.

Die erste Kirche ist dabei,

mit schöner Kalkwandmalerei.

Ein kurzes Stück Steilküste hinterher.

Von unten rauscht der Sound vom Meer.

 

Am Touristbüro in Stege

treffen sich unsere Wege.

Christina steigt hier in den Bus.

Bei der Erkältung ist’s ein Muss!

Verfahren! Gefunden! Flott ging es dann

die Hügel hinunter, die Hügel hinan.

Endlich, nach 53 Kilometern,

hören die Mägen auf, zu zetern!

Picknick im Schlosspark Liselund,

weckt neue Kraft, macht Muskulatur gesund.

 

Zu den Felsen, sportlich die Tour!

Auf und ab, Lehmstraße nur.

Abgestiegen zum Saum der See.

Die weißen Klippen ragen in die Höh.

In der Abendsonne sind wir im Quartier.

Vier-Mann-Ferienhäuser sind es hier.

 

10. Tag Klintholm Havn -- Praestöfjord

Kornfelder rechts und links begleiten

heute unseren Weg beizeiten.

Beim Abbiegen das Mohnfeld auf der Seite,

ist eine rechte Augenweide.

Rechts das Riesenfeld voll Klee!

Weiß, soweit das Auge seh!

Im weiten Land passieren wir St. Lint,

wo es schon 30 Kilometer sind.

 

Die Alexandrinebrücke ist der Hit!

Jeder nimmt sie nach seinem Gusto mit.

Dem Chronist kommt in den Sinn:

...fällst du hier runter, bist du hin..!

Am Balle Strand das Picknick war

gut ausgesucht, der Platz war wunderbar.

Am Praestö Hafen Kaffee trinken.

Ins Schauen und Gespräch versinken.

Nebenan die Kirche hat geschlossen.

Das Schlossmuseum wurde noch genossen.

Am Küstenradweg bläst der Wind,

ehe wir geschützt im Hotel sind.

11. Tag Praestöfjord -- Köge

Nieselregen gleich am Start.

Das Wetter ist gar nicht apart!

Die See rollt schwer zum Ufer an.

Wir stoppen kurz und fahren dann

weiter durch die diesig Suppe.

Der Sonne sind wir leider schnuppe.

 

In Stevns am Hafen kurz gestoppt,

mit Trinken und Naschen ein wenig gedopt.

Im Vorraum der Kirche das Picknick trocken,

beim Gehen und Stehen und Treppe hocken.

Diana bittet im Bus um Asyl,

das nasskalte Wetter war heute zu viel!

Und als wir Magdeby durchfahren,

es 53 Kilometer waren.

Das Wasserschloss Vallö, gar mächtig.

Auch der Wassergraben prächtig,

voll Seerosen, grad wie ein Teich.

Mutter Ente hütet ihre Jungen gleich.

Den Nieseltag bis vor Kopenhagen,

haben sonst alle gut vertragen.

In Köge sind wir angekommen,

haben privat Quartier genommen.

 

12. Tag Köge -- Kopenhagen

An der Schnellstraße der Ritt,

im cirka 20-Kilometer-Schnitt,

nach Kopenhagen nieselnd rein.

Das Wetter war nicht wirklich fein.

 

Das Zwischenstück, noch vor der Stadt,

viel Natur zu bieten hat.

Die Möwen schreien, kreischen oben.

Dem Niesel wird der Riegel vorgeschoben.

Dann haben Brücken wir erklommen.

Jeder hat sein eigen Tempo dort genommen.

Der Platten über der Autobahn,

kündigt eine kleine Pause an.

 

Dann endlich, Kopenhagen ist erreicht!

Amalienburg fanden wir leicht.

Schauten bei der Wachablösung zu.

Fanden die Meerjungfrau im Nu.

Ein Teil fuhr gemeinsam noch in die Stadt,

die viel zu viel zu bieten hat

für einen einz’gen Nachmittag,

wo jeder tut, was er gern mag.

 

13. Tag Landpartie Köge

Die Landpartie am letzten Tag

an der Köge A’e lag.

Den Matschweg fanden wir nicht putzig,

er machte Schuh und Strümpfe schmutzig.

Weiter geht das Abenteuer,

manches Stück ist nicht geheuer,

nicht zu fahren, also schieben,

weil wir uns und uns’re Räder lieben.

 

Erneut die Niederung entlang,

bei Sonnenschein und Vogelsang.

Schmetterlinge uns umschweben,

die drüben auf der Wiese leben.

Dann das Highlight, Mittagszeit!

Das Buffett hält viel bereit.

Malerklemmens Haus am Haus

sieht ländlich, klein und dänisch aus.

 

Zurück ging es mit Sonne und mit Wind,

als wir um drei Uhr erst gestartet sind.

Heim. Geduscht. Gepäck und Rad gerichtet,

die abends noch im Bus geschichtet.

 

14. Tag Kopenhagen -- Frankfurt

Köge ade! In Kopenhagen Zeit genug,

erst um 11.40 Uhr geht der Zug.

Fährt in Röby auf die Fähre,

setzt übers Wasser, wie wenn gar nichts wäre.

Die Sonne grüßt vom Himmel hell,

die Radler winken ...Dänemark, farewell!.. .

Hilka Garden

 (leicht gekürzt von der Redaktion)

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