Ausgabe 2/1999   Mar. / Apr.


Wirtschafts- oder Autolobby?

Standpunkt. Von Peter Niere, IHK Frankfurt am Main

Radwege braucht die Stadt...

...aber nicht in der Eschersheimer Landstraße vor dem Eschenheimer Turm. Daß Radfahrer in Frankfurt größere Spielräume bekommen sollen, ist in Ordnung. Aber die Verhältnisse müssen stimmen. Es kann nicht sein, daß eine der zentralen Schlagadern zur City in einem heute schon schwierigen Kreuzungspunkt lahmgelegt wird. Die berechtigten Interessen des Wirtschaftsverkehrs werden ignoriert bzw. Scheinalternativen dafür geboten. Es ist kein Platz für gleichzeitigen Liefer- und Radverkehr: Die Fellnerstraße ist Parkplakettengebiet und als echte Ladezonenalternative zu weit weg. Die Stadt unterminiert mit solchen Maßnahmen ihr selbstgestecktes Ziel, Finanzzentrum Europas zu werden. Denn das setzt eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur voraus, die dem internationalen Standortwettbewerb Rechnung trägt. aus IHK 12/98


Peter Niere ist Diplom-Kaufmann und stellvertretender Geschäftsführer der Abteilung Handel, Verkehr und Raumordnung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt.

Die IHK wäre zweifellos wesentlich glaubwürdiger in ihrem Kampf für die Sicherstellung des notwendigen Wirtschaftsverkehrs, wenn sie sich nicht nur dann für den Erhalt einer Ladezone einsetzen würde, wenn diese einem geplanten Fahrradstreifen weichen soll.

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der IHK-Politik, daß sie sich überhaupt nicht daran stört, wenn Ladezonen in Frankfurt von Autofahrern gewohnheitsmäßig als Parkzonen mißbraucht werden und damit wie die in dem Artikel angesprochene Ladezone zwischen Fellnerstraße und Eschenheimer Tor faktisch nicht zur Verfügung stehen. LKW, die dort entladen wollen, tun dies seit vielen Jahren, indem sie auf der rechten Fahrbahn halten. Diesen Zustand außerhalb der morgendlichen Spitzenzeiten zu legalisieren ist das Ziel des vom ADFC gemachten Kompromißvorschlages. (fb)

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