Ausgabe 6/2000   Nov. / Dez.


Editorial

(+1) Bei der letzten Sitzung des Redaktionsteams erzählte jemand, dass an der Galluswarte ein Radler einen schweren Unfall hatte und seit dem im Koma liege. Wegen meiner derzeitigen Tageszeitungs-Abstinenz hatte ich davon noch nichts mitbekommen. Da hat es also wieder jemanden erwischt. Einen Moment lang ist man betroffen, nimmt sich noch vor, wieder etwas vorsichtiger zu fahren und in Zukunft den Helm wirklich immer zu tragen. Tagesordnung. Kurze Zeit später ist mein Urlaub beendet und am Arbeitsplatz angekommen ist mit das erste, was ich von einem Kollegen erzählt bekomme: "Hast Du schon gehört, ... hatte an der Galluswarte einen schweren Fahrradunfall – er liegt noch im Koma."
Einen Moment lang ist die Kehle zugeschnürt, den Rest des Tages bin ich sehr nachdenklich. Diese Zusatzinformation trifft mich doch ziemlich hart.
Ich habe den Verunglückten nie persönlich kennengelernt. Allein das Wissen, dass es sich um einen Kollegen handelt... – sonderbar.
Plötzlich rückt das Ereignis deutlich näher. Es dringt ins Bewusstsein, dass so etwas einer wirklich nahestehenden Person, aber auch einem selbst täglich passieren kann. Oder – vielleicht noch schlimmer – eigene Unaufmerksamkeit könnte Auslöser für ein solches Unglück sein.
Wären wir uns dessen ständig bewusst, müsste der Straßenverkehr eigentlich deutlich ruhiger und unaufgeregter ablaufen.
Wir wünschen dem Verunglückten alles Gute und hoffen, dass er schon bald wieder an Radverkehr und Berufsleben teilnehmen kann.

Ralf für das Redaktionsteam

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