Ausgabe 6/2000   Nov. / Dez.


Europaweiter Autofreier Tag

Frankfurt, 22. September 2000: "In die Stadt – ohne mein Auto? Aber die fahren doch alle!?!" Solche und noch viel mehr verdutzte Gesichter gab es an diesem Aktionstag vor der Paulskirche. Auch ich habe davon nur erfahren, weil ich mich für den ADFC-Infostand eintragen ließ. Werbung dafür habe ich erst zwei Tage davor in den Zeitungen gesehen.

So standen an diesem Freitag zahlreiche Organisationen, Verbände und städtischen Einrichtungen, die die Aufmerksamkeit der Pendler und Städter erreichen wollten, weit weg und gut abgeschirmt durch Straßencafes vom Strom der Menschen, der zwischen Römer und Hauptwache zirkuliert. Lediglich zwei ärmliche Plakatständer von cirka 80 Zentimeter Höhe versuchten, diesen Strom zu den Infoständen zu bewegen – zwecklos.

Was hat es aber mit dieser Aktion auf sich? Die Europäische Kommission in Brüssel und das Klima-Bündnis rufen jedes Jahr am 22. September zu einem autofreien Tag auf. In diesem Jahr nahmen über 600 europäische Städte teil, die meisten in Spanien (215) und Italien (165), nur 68 in Deutschland. Es soll gezeigt werden, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, energiesparend und auch ohne Auto in die Stadt zu kommen, Stichwort "Stadtverträgliche Mobilität". Die Infostände präsentierten Themen wie Öffentlicher Nahverkehr, Fahrradfahren – Zufußgehen, umweltfreundliche Fahrzeuge (z. B. Erdgasfahrzeuge) und Car-Sharing. Abgerundet wurde die Aktion durch ein Programm mit Begrüßung und Autogrammstunde Frankfurter Politiker und Rudi Altig, einer Radversteigerung, Schaufahren und vieles mehr. Der ADFC Frankfurt stellte die an diesem Tag eingeweihte Radverbindung Nordweststadt – Innenstadt vor.

Positiv fielen die vielen Schulklassen auf, die ihre Eindrücke teilweise schriftlich festhielten. Natülich gab es auch böse Stimmen von Leuten, die sich gleich in ihrer Freiheit eigeengt sehen. Meiner Meinung nach soll diese Aktion nicht bei denen ein schlechtes Gewissen erzeugen die trotzdem das Auto nehmen. Vielmehr soll ein Bewusstsein für die Möglichkeiten alternativer Mobilität geschaffen werden. Da kann so eine kleine Aktion schon viel bewirken – wenn dafür die Werbetrommel entsprechend gerührt wird.

(ms)

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