Leserbriefe

Kommentar zum Artikel „Konstruktive Kompromisse?“
in RadWelt 06/03
Lieber Karsten Klama,
Berichte über Äußerungen von Herrn Mehdorn zur Fahrradmitnahme in der Bahn fand ich noch nie sehr erbaulich. Die in in o. g. Artikel zitierte Meinung von Herrn Mehdorn treibt mir nun aber endgültig die Zornesröte ins Gesicht. Wörtlich heißt es da: „Es ist besser, am Bahnhof ein Fahrrad mieten zu können, als sich mit dem eigenen Rad in den Zug zwängen zu müssen, (. . .) da müssen wir alle Kompromisse machen.“
Herr Mehdorn mag Recht haben, wenn er an Bahnstationen Mieträder anbietet, um den gelegentlichen Bedarf von Einzelreisenden zu decken. Die Fahrgäste, für die das Rad ein alltägliches Verkehrsmittel ist und solche, die Fahrradurlaube in Verbindung mit der Bahn planen, wird er mit diesem Angebot nicht erreichen. Diese Gruppe von Menschen schätzt die Vorzüge eines eigenen Velos gegenüber einem Leihrad viel zu sehr, als dass sie auf die faulen Kompromissvorschläge des Herrn Mehdorn einginge. Als Vorzüge sind u. a. zu nennen:
- Das eigene Rad ist optimal auf die Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt.
- Wer oft mit dem (eigenen) Velo fährt, weicht ungern auf fremde Räder aus.
- Der technische Zustand eines eigenen Rades ist bekannt und kalkulierbar.
Die Bahn ist Dienstleister, sie verdient ihr Geld mit der Bereitstellung eines Angebots zur Beförderung von Personen und Sachen. Dies sollte sie Kunden orientiert tun. Das könnte z. B. in der Entwicklung auch von ICE-Fahrzeugen geschehen, bei denen die Fahrradmitnahme kein Problem darstellt. So könnte die Diskriminierung von Fahrgästen aufgehoben werden, die mit eigenen Fahrrädern und der Bahn auf Reisen gehen möchten.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Tatara

Erfreuliche Aktivitäten des Verkehrssicherheitsrates
Vielen Dank, dass sich der ADFC einsetzt gegen die Falschparker auf Radverkehrsanlagen: Seit Jahrzehnten setzt ihr euch und wir Grünen von Ortsbeirat 9 auch dafür ein, dass neue gebaut oder gekennzeichnet werden und vorhandene verbessert werden. Aber egal ob Radweg oder Radstreifen – besonders letztere sind wirklich fast immer zugeparkt. Und das ist nicht nur ärgerlich, sondern wirklich gefährlich, weil dann auf die Fahrbahn ausgewichen werden muss und es nicht klar ist, ob nachfolgende AutofahrerInnen einen sehen. Und das ist nicht nur meine persönliche Meinung: Immer wieder sagen und schreiben uns BürgerInnen von diesem Missstand. Eine hat sogar vorgeschlagen, den – nach jahrelangem Einsatz durchgesetzten Radstreifen in der Kurhessenstraße, Richtung Weißer Stein – gerade eingerichteten Radstreifen, deswegen wieder entfernen zu lassen.
Mit fahrradfreundlichem Gruß
Annegret Brein

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10. März 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt