Marterpfähle auf Radwegen

Wer hat sich nicht schon mal an die Stirn getippt oder die Haare gerauft – wenn er noch welche hatte – wenn er/sie wieder einmal einen unscheinbaren grauen Pfosten mitten im Radweg gesichtet hat?

Klar, nur mit den hier fälschlicher Weise als „Poller“ bezeichneten Stahlstangen können wir verhindern, dass sich auf „unseren Wegen“ auch mitleidlose Auto- und Traktorfahrer verirren. Sie haben also durchaus auch eine sehr nützliche Funktion und dürfen nicht generell weg gebeamt werden.

Dessen ungeachtet ist es in meinen Augen grobe Fahrlässigkeit, die Pfähle ohne – möglichst reflektierende – Signalfarben in die Landschaft zu stellen (siehe auch Beitrag auf Seite 5). Aschenputtel dieser Art gehören schlicht verboten, die Aufsteller dieser Dinger zur Rechenschaft gezogen.

Angesichts der zunehmenden Bereitschaft unserer Stadtteilpolitiker, sich mit Fahrrad-Themen zu beschäftigen und entsprechende Anträge in ihre Gremien einzubringen, bietet es sich an, diese entsprechend „zu stupsen“. Nicht ein generelles Lamento darf das sein, sondern mit gezielter Angabe konkret existierender Schikanen und deren „Entfährdungspotenzial“. Dazu gehören auch sinnlos enge Umlaufsperren und hohe Bordsteinkanten auf Radwegen. Paradebeispiele dieser Sorte werden auch auf unseren Plakatwänden viel Interesse finden.

Am besten, es packt uns mal wieder die sprichwörtliche Sammelwut, und wir stellen diese Objekte in einem Gefährdungskataster zusammen.

Dabei dürfen wir aber nicht erwarten, dass dies sofortige Abhilfe herbei führen wird, denn städtische Mühlen mahlen recht langsam, weil für die Umsetzung meist die finanziellen Mittel fehlen.

Wir dürfen ja nicht zur Sachbeschädigung aufrufen, notfalls selbst Hand anzulegen, um zu verhindern, dass bis zum Tag X noch weitere RadlerInnen zu Schaden kommen? Es geht nicht immer so glimpflich aus wie bei meiner Tour vor acht Jahren, als Jean C. seinen Sturz zum Anlass nahm, dem ADFC beizutreten.

Konkret: Bitte meldet formlos per E-Mail an Alfred.Linder@gmx.net oder schriftlich an unsere Geschäftsstelle (Fichardstraße 46, 60322 Frankfurt am Main) solche Pfosten/Steine des Anstoßes, mit möglichst genauer Beschreibung des Objektes und dessen Lage. Bildmaterial könnte ebenfalls nicht schaden. 

Die besten Bilder landen in frankfurt aktuell und auf unseren Informations-Stellwänden.

Alfred Linder

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18.01.2005 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt