Die guten Nachrichten

Gefährlichen Sperranlagen im (Rad-) Verkehr geben vielerorts Anlass zu Kritik. Diese Kritik an die richtigen Stellen weiter zu leiten, zuständige Behörden schnellstens über grobe Missstände zu informieren, kann manchmal für schnelle Abhilfe sorgen. Folgende Anfrage sandte ich per Mail am 11.11.04 an das Straßenbauamt der Stadt Frankfurt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Auf der Radverbindung am südlichen Mainufer Richtung Offenbach befinden sich am östlichen Ende des neu ausgebauten Weges zwischen Deutschherrnbrücke und Rudererdorf Sperrpfosten, die den Fuß-/Radweg vor KFZ-Verkehr schützen sollen. Leider sind diese Pfosten, wie an anderen Stellen auch, dezent in grauer Farbe gehalten. Das mindert ihren Wert als Schutzpfosten nicht im Geringsten, macht sie aber zu einer Gefahr für radelnde Mitbürger. Auch mit guter Lichtanlage am Velo sind diese Pfosten erst im letzten Augenblick zu erkennen, Momente der Unaufmerksamkeit verzeihen sie nicht.

Ist es nicht möglich, diese Pfosten in hellen, möglichst reflektierenden, Farben zu streichen. Oder mit sogenannten Katzenaugen zu versehen, um ein Übersehen dieser Sperranlagen zu vermeiden? Gerade jetzt, wo viele Berufs(rad)pendler morgens oder abends in Dunkelheit unterwegs sind, wäre das auf dem ansonsten unbeleuchteten Gelände ein Plus an Sicherheit. Offensichtlich fanden das auch schon andere Velofahrer, ist doch einer der Pfosten provisorisch mit gelbem Werbe-Band eines Reifenherstellers umwickelt – damit man wenigstens beim derzeit grauen Tageslicht den Unterschied zwischen der Farbe der nachgiebigen und der der unnachgiebigen, sprich eisenharten, Umgebung erahnen kann.

Meine Bedenken treffen nicht nur auf die oben beschriebene Sperranlage zu – vielerorts stehen solche in Tarnfarben gestrichenen Pfosten, die für Fahrradfahrer eine große Gefahr darstellen. Aber gerade auf dem vielbefahrenen unbeleuchteten Mainradweg sollte dieser gefährliche Unsinn schnellstens beseitigt werden.

Beste Grüße aus Bornheim

Am 22.11. meldete sich ein Mitarbeiter der Schlosserkolonne des Straßenbauamtes telefonisch und erklärte, dass die Pfosten inzwischen mit reflektierender Folie beklebt seien. Im Verlaufe des Gesprächs wurde der Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass sich auf der Schlossstraße/Ecke Robert-Mayer-Straße nach Bauarbeiten gefährliche Löcher im Bereich der Fahrradspur befänden. Er versprach, diese Information an die zuständige Stelle weiter zu geben. Ergebnis? Nur wenige Tage später waren die Löcher im Asphalt mit roter Farbe markiert, kurz danach war die Gefahr durch einen Bautrupp gebannt.

Ich finde es durchaus erwähnenswert, dass die Behörde umgehend reagiert und die Unfallgefahr, die von oben beschriebenen Mängeln ausgeht, mindert. Sicherer wäre im Falle der grauen Sperrpfosten zwar ein auch an grauen Tagen deutlich erkennbarer rot-weißer Anstrich (wie häufig in Frankfurt zu sehen), aber immerhin lassen sich die Pfosten bei abendlicher Fahrt mit Licht rechtzeitig erkennen.

Beide Fälle bestätigen den Eindruck, den Fitz Bergerhoff und Lothar Hennemuth in ihrem Beitrag „Unfallstatistiken – und was man daraus lernen kann“ zum Ausdruck brachten (in der letzten Ausgabe von frankfurt aktuell): „Unsere Erfahrungen mit den Ämtern sind durchaus gut.“            (ps)

...

Eine nicht ganz ungefährliche Begegnung mit oben abgebildeten Pfosten hatte Rainer Pipping (Text leicht gekürzt):

Wenn ich das richtige Foto aus den Tiefen der Festplatte gefischt habe, dann muss es am 16.09.2004 passiert sein. Mit Halogenlicht und geschätzten 15 Kilometern Geschwindigkeit spätabends auf dem Mainuferweg in Richtung Parkpatz der Rudervereinsgaststätten unterwegs überholte ich links einen Jogger in weißer Kleidung. Als ich gerade an ihm vorbei war und wieder auf die vermeintlich sichere Wegmitte zurückwollte, tauchte plötzlich – vermutlich waren meine Pupillen noch auf den „weißen Riesen“ eingestellt – ein Pfosten vor mir auf. Ich versuchte, rechts vorbeizukommen, und ich bin sicher, dass der Jogger über mein gelungenes Manöver gestaunt hat. Kein Sturz!

Allerdings entdeckte ich danach einen Riss in der Bluejeans am linken Oberschenkel, eine kleine Platzwunde am linken Oberschenkel und eine kleine Einbuchtung am Oberschenkel meines nagelneuen Stativs (das ich querliegend in einer großen Tasche auf den Gepäckträger geschnallt hatte). – Ärgerlich, aber es hätte schlimmer kommen können. Mal abgesehen vom Wert meiner Gesundheit, befand sich auf dem Gepäckträger in der großen Tasche (glücklicherweise hinter dem Stativ verstaut, daher stoßgeschützt und heil geblieben) noch eine Fototasche mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und einer Mittelformatkamera nebst zwei Objektiven. Gebrauchtwert 5500 Euro. (Ebay-Schnäppchen!)

Leichtsinn? Ich gebe zu, dass es unüblich ist, mit solchem Gepäck durch die Dunkelheit zu radeln, (...). Vielleicht steht dort auf dem Mainuferweg statt des Pfostens einmal ein Kreuz.

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