Der Bad Vilbeler Radrundweg ...
... und wieder so eine Geschichte

Der ADFC-Ortsverband hat im vergangenen Jahr auf Anfrage der Stadt Bad Vilbel in einer Arbeitsgruppe der städtischen Verkehrskommission zur Entwicklung eines Radrundwegs mitgewirkt. Unser Beitrag erstreckte sich zunächst auf Vorschläge zur Routenführung. Das Ergebnis ist ein rund 22 Kilometer langer, attraktiver Rundkurs, der alle Bad Vilbeler Ortsteile umfasst. Doch damit sind die positiven Aspekte aus Radfahrersicht leider schon erschöpfend aufgezählt.

Unsere Empfehlungen hinsichtlich einer zeitgemäßen Fahrradwegweisung wurden bedauerlicherweise nicht in die Planungen der Stadt einbezogen. Allerdings gaben unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit auch kaum Anlass,  Derartiges zu erwarten. Wir informierten beispielsweise über die erforderlichen Maße der Schilder sowie über die Notwendigkeit, die Schilder mit bestehenden Beschilderungssystemen sinnvoll zu verknüpfen (unter anderem durch den Einsatz von Einhängeschildern). Es lief „selbstverständlich“ anders. Was die Radfahrer/-innen auf der Route nun tatsächlich zu sehen bekommen, ist eine minimalistische Variante mit 15 x 15 cm Kantenlänge und integriertem Richtungspfeil. Diese geringe Schildergröße ist bestenfalls für Wanderer geeignet. Zu allem Überfluss wurden die Schilder dann auch noch wiederholt falsch ausgerichtet oder aber gar nicht erst installiert (Bild links).

Ein weiterer Fall von Beratungsresistenz offenbarte sich, als wir auf die bevorstehende Renaturierung der Nidda auf der Strecke zwischen Golfplatz und Gronauer Hof hinwiesen. Wir hatten vorgeschlagen, wegen dieser Maßnahme die Eröffnung des Radrundwegs einschließlich Herausgabe des dazugehörigen Kartenwerks auf das Jahr 2010 zu verschieben. Darauf wurde mit größter Selbstverständlichkeit nicht eingegangen. Vielmehr gab man uns klar zu verstehen: Es muss unbedingt in diesem Jahr geschehen.

So gab es auch gleich Ende Juni einen Pressetermin zu dem neuen touristischen Angebot der Stadt. „Selbstverständlich“ wurden hierzu die Projektpartner beziehungsweise die ehrenamtlichen Helfer (unter ihnen auch der ADFC) nicht eingeladen, geschweige denn gegenüber der Presse auch nur erwähnt. Keiner Rede wert war es der Stadt auch, dass wir vom ADFC Bad Vilbel nicht zuletzt bei der Akquise von Anzeigen für die Radkarte behilflich waren. Doch das nur so nebenbei. Kommen wir noch einmal zurück auf den Weg. Es kam, wie es kommen musste. Kurz nachdem die Meldung in der Zeitung erschienen war, wurden die umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen an der Nidda aufgenommen (Bild rechts). Der alte Niddaradweg ist seither gesperrt, und an einem neuen Damm mit Radweg wird gegenwärtig gebaut. Der von der Sperrung betroffene Abschnitt des Bad Vilbeler Radrundwegs wird sicherlich erst im nächsten Jahr wieder befahrbar sein.
Wir hatten übrigens auch vorgeschlagen, in die Karte sogleich die neue Trassenführung über den Damm aufzunehmen. Nun, die ursprünglich für Mitte Juli dieses Jahres ankündigte Herausgabe der Karte lässt weiterhin auf sich warten. Der Sommer ist schließlich noch nicht ganz vorbei ... Oder könnte es tatsächlich sein, dass unser vor dem Hintergrund der Renaturierungsmaßnahme geäußerter Vorschlag zum Routennachweis in der Karte auf fruchtbaren Boden gefallen ist? Doch nein, bleiben wir lieber mal schön auf dem Boden der Realität, und hüten wir uns davor, unsere Einflussmöglichkeiten auf die Stadt zu überschätzen.

Joachim Hochstein

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15 April, 2012 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt