Radverkehrspolitik im Main-Taunus-Kreis tut not

Der Radverkehr im MTK wächst und gedeiht – nicht mehr nur Schüler und Radsport-Begeisterte sind unterwegs, sondern auch immer mehr Alltagsradfahrende auf dem Weg zur Arbeits- oder Ausbildungsstelle, zum Einkaufen oder auf anderen Wegen des alltäglichen Transports. Leider spiegelt sich diese Veränderung der individuellen Mobilität in vielen MTK Kommunalparlamenten nicht hinreichend wider. Deshalb hat der Vorstand des ADFC Main-Taunus die folgenden Forderungen an die im MTK Kreistag vertretenen Parteien gesandt:

ADFC Forderung 1:
MTK Radverkehrspolitik beginnt mit der Frage: Wo kann ich als Bürgermeisterin oder Bürgermeister selbst umsteigen? Muss ich als Mitglied des Kommunalparlaments wirklich mit dem Auto zum Rathaus fahren?

ADFC Forderung 2:
MTK Radverkehrspolitik muss dafür sorgen, dass Radverkehr sicher und flächendeckend möglich ist, u.a. durch

  • Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit
  • Radschutzstreifen auf allen innerörtlichen Hauptstraßen
  • Wegfall der Benutzungspflicht von innerörtlichen Radwegen
  • Gehwege frei für Radverkehr entlang aller stark befahrenen Ausfallstraßen
  • Konsequente Beseitigung von Hindernissen auf Radrouten (Kfz, Aufsteller, Scherben, Mülltonnen, Landwirtschaftliche Verschmutzung…)
  • Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr
  • Funktionale und sichere Radabstellanlagen in ausreichender Zahl an den Knotenpunkten zu anderen Verkehrsmitteln, an Schulen und bei Einkaufszentren
  • Fahrradstraßen an allen weiterführenden Schulen
  • Einheitliche und StVO konforme Beschilderung (z.B. Verwendung des neuen Zeichens 357 für durchlässige Sackgassen oder keine Verwendung des Zeichens 250 für Straßen, die für den Radverkehr frei gegeben sind)

ADFC Forderung 3:
MTK Radverkehrspolitik muss dafür sorgen, dass in den Kommunen eine Person verlässlich die Verantwortung und das Wissen eines Radverkehrsbeauftragten hat, indem

  • eine Stelle mit entsprechender Stellenbeschreibung geschaffen oder ausgebaut wird
  • ein Kompetenzausbau (Technik und Finanzierung!) durch Besuch entsprechender Weiterbildungsangebote (z. B. Fahrradakademie am Deutschen Institut für Urbanistik) bzw. Austauschforen im Rhein-Main Gebiet (z. B. RADforum Rhein-Main, AK Radverkehr im Landratsamt) stattfindet.

Abschließend haben wir auf den Regionalen Flächennutzungsplan aus dem Jahre 2010 verwiesen, in dem vom Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main in Zusammenarbeit mit dem ADFC für relevante überregionale Radrouten fehlende Radverkehrsverbindungen markiert wurden. Der ADFC Main-Taunus hat diese Lückenschlüsse im Jahr 2014 bereits für den Schülerradverkehr, den Berufsradverkehr und den Freizeitradverkehr priorisiert.

Unser Fazit: MTK Radverkehrspolitik muss die Verbesserung des Radverkehrs in die Umsetzung bringen. Der Worte sind genug gewechselt, die Pläne liegen auf dem Tisch!

Gabriele Wittendorfer


Inhalt Ausgabe 5 (Sep/Okt) / 2015

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