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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Editorial

In unserer letzten Ausgabe berichtete Joachim Brendel von einem folgenschweren Sturz beim Kreuzen von Trambahngleisen in Fechenheim. Vor längerer Zeit bereits informierte uns ein Leser über einen Sturz in Niederursel, ebenfalls beim Queren von Metallschienen. Jetzt schreibt uns Ulrich Vogt einen Leserbrief, in dem auch er über einen Sturz berichtet, dieses Mal in Offenbach (Seite 17). Allen Unfallopfern ist gemein, dass sie langjährige, erfahrene Radnutzer sind, die um die Gefährlichkeit von Bahnschienen, gerade bei feuchter Witterung, wissen. Auch ich zähle mich zu diesem Personenkreis, trotzdem hat es mich jetzt erwischt.

Foto: Peter Sauer

Zwischen Montbeliard und Besancon kreuzt der Radweg den Rhein-Rhone-Kanal auf einer Brücke mit Metallbelag. Dort war es nach Regen so glatt, dass ich nach einer leichten Lenkbewegung in voller Fahrt zu Fall gekommen bin. Schmerzhafte, tiefe Hautabschürfungen an Knie, Hüfte und Ellenbogen waren die Folge. Wer je im Fernsehen eine Etappe der Tour de France verfolgt hat, weiß, wie so etwas aussieht. Allerdings knallen die Profis mit 50 km/h auf den Asphalt, während ich bei knapp 20 km/h auf Riffelmetall stürze und mir so wenigstens erspart bleibt, Schottersteinchen aus den Wunden kratzen zu müssen. Schmerzhaft ist es trotzdem, und hinderlich beim Zelten allemal. Man muss auf der Campingwiese doch öfter auf die Knie oder Ellenbogen, als man glaubt.

Nachdem der erste Stolz über eine echte Profi-Verletzung verflogen ist, fahre ich nun etwas lädiert und verpflastert durch die Lande, beiße hin und wieder die Zähne zusammen und bin ganz froh darüber, dass die riesigen französischen Supermarches ein reichhaltiges Angebot an Kompressen und Pflastern bereit halten. Die Wunden heilen trotz täglicher Verbandwechsel nur langsam und der Abdruck des Riffelbelags der Brücke ist noch deutlich am Ellenbogen zu erkennen. Eine erhöhte Vorsicht auf den Abfahrten des Zentralmassivs ist die längerfristige Folge dieses Sturzes. Das Erlebnis, mit höherer Geschwindigkeit auf rauhen französischen Asphalt zu stürzen, möchte ich mir ersparen.

Das vorliegende Heft wird ausnahmsweise nicht von mir, sondern von Sigrid Hubert und Michael Samstag erstellt. Vielen Dank dafür an die beiden. Wenn ihr diesen Text lest, werde ich in den Pyrenäen hoffentlich wieder mehr Mut bei Abfahrten beweisen können.

Passt auf euch auf und hütet euch vor feuchtem Metall unter dem Reifen.

Peter für das Redaktionsteam