Ausgabe 2/2000   Mar. / Apr.


Radfahren zwischen Erzgebirge und Elbe

Muldental-Radweg

Radfahren im Tal der Burgen und Schlösser zwischen Erzgebirge und Elbe ist eine Herausforderung — aber eine traumhafte! Gleich zwei Varianten, an der Zwickauer Mulde und der Freiberger Mulde, stehen zur Verfügung. Auf ihren Windungen bis zum Zusammenfluss in Colditz gibt es zahlreiche schmucke Städtchen und idyllische Landschaften zu bewundern. Hinter Colditz bahnt sich der vereinte Fluss seinen Weg durch die Dübener Heide und lockt den verstaubten Radler im Muldentalstausee mit Badefreuden. Von dort ist es nicht mehr weit zur Mündung in die Elbe bei Dessau.

Startet man in Schöneck, radelt also die Zwickauer Mulde entlang, hat man 278 km vor sich, die Freiberger Strecke misst 155 km. Es existiert kein durchgehender Radweg am Fluß entlang, die Routen führen oft aus dem Tal heraus. Die Bodenbeläge variieren zwischen ausgebauten Radwegen, Landstraßen, Waldpfaden mit Mountainbike-Charakter sowie mehr oder weniger gut befahrbaren Feld- und Waldwegen. Selten anzutreffen sind stark befahrene Straßen und Kopfsteinpflaster. Die Beschilderung ist oft mangelhaft oder fehlt gänzlich, stellte der Autor bei seiner Beradelung 1998 fest. Schwierig gestaltet sich auch die Zugfahrt: Richtung Schöneck ist Umsteigen in Leipzig und Reichenbach vonnöten, bei Start in Rechenberg muß man in Dresden und Freiberg die Züge wechseln.

Beide Strecken sind im Erzgebirge sehr bergig. Später wird es dann hügelig — so dass diese Tour nur für Radler/-innen mit trainierten Wadl’n zu empfehlen ist. Eine Entschädigung für Müh und Plackerei bietet nicht nur die grandiose Landschaft, sondern auch zahlreiche Burgen und Schlösser, alte Kirchen mit ihren Schätzen, dazu viel Spezielles und Originelles: Schaubergwerk, Raumfahrtausstellung, Deutsche Automobilausstellung "August Horch", Beatlesmuseum "Sgt. peppers club", das Fluchtmuseum in Colditz mit Dokumentation der einfallsreichen Fluchtversuche alliierter Soldaten, uralte Mühlen, eine 150 Jahre alte Drogerieeinrichtung, Bauhaus in Dessau und einiges andere mehr.

Der Radwanderführer zeichnet sich durch exakte Karten im Maßstab 1:75.000 aus, die über Streckenverlauf, Straßenbeschaffenheit, Verkehrsaufkommen sowie über Steigungen informieren. Sinnvolle Ergänzung: diverse Stadtpläne und eine genaue Routenbeschreibung. Wissenswerte Hintergrundinformationen runden mit einem Serviceblock das Informationsangebot ab. Enthalten sind z.B. Übernachtungsverzeichnis, wichtige Adressen (z.B. Touristeninformation etc.). Wie im Esterbauerverlag üblich, hat das Buch Querformat und Ringbuchheftung.

Fazit: Geeignet für Leute mit guter Kondition und Trekking- oder Mountainbikes. Der Autor empfiehlt diese Tour nur für Kinder über 12 Jahren, weil sie einerseits anstrengend ist und auch öfters über Landstraßen führt. Übrigens: in Dessau ist der Anschluß an den Elbe-Radweg möglich.

Verlag Esterbauer, 1. Auflage 1999, DM 19,80

Gisela Schill

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