Ausgabe 2/2000   Mar. / Apr.


Mitgliederversamlung am 2.3.2000

Zum ersten Mal war ich bei der Mitgliederversamlung des ADFC-Frankfurt. Auch wenn die verschiedenen Arbeitsfelder nur ganz kurz zusammengefasst dargestellt wurden, ist mir dort erst so richtig klar geworden, wie viele Menschen stark für den ADFC engagiert sind. Das finde ich ganz toll, denn in der heutigen Zeit ist das alles andere als selbstverständlich und dafür möchte ich mich bei allen Aktiven auf diesem Weg bedanken.

Ich war aber auch schockiert, dass die Begeisterung darüber, dass Fritz Biel jetzt beim ADFC angestellt ist, nicht einhellig war. Als Hauptproblem wurde die Finanzierung in den Jahren 2002 und 2003 angeführt (für 2000 und 2001 ist sein Gehalt durch die Stadt und das Arbeitsamt gesichert. Das Arbeitsamt zahlt 3,5 Jahre. Die Stadtverordneten können sich für alle Posten nur maximal für 2 Jahre festlegen). Die Stadtverordneten aller demokratischen Parteien haben für 2000 und 2001 je 35.000 DM für den ADFC dafür eingestellt. Es war also keine knappe Mehrheit. Als Stadtteilpolitikerin halte ich es für ziemlich unwahrscheinlich, dass es für die beiden folgenden Jahre keine Mehrheit mehr gibt für einen Betrag, der für die Stadt mini ist. Aus Angst vor dem schlimmst möglichsten Fall gar nichts zu machen, halte ich für eine ganz schlechte Lösung! Freuen wir uns doch, dass die unermüdliche und erfolgreiche Arbeit von Fritz endlich honoriert wird! Und dass, zumindest die ersten zwei Jahre, ohne dass der ADFC eine einzige Mark dazuzahlen muss! Von einem Kritiker dieser Lösung ist die Förderung des Alltagsradelns gefordert worden. Durch die Einstellung von Fritz sind wir da ein Stück weiter gekommen!

Annegret Brein, Frankfurt

 

Neulich beim freundlichen Fahrradhändler

Es geschieht sehr selten, aber diesmal passierte es: Kettenriss auf freiem Felde. Also runter vom Rad und bis zur nächsten Werkstatt schieben. Zum Glück waren es nur knappe zwei Kilometer, bis das große Fachgeschäft am Zimmersmühlenweg in Oberursel-Stierstadt erreicht war.

Kunde betritt den Laden, bittet um die Ausleihe eines Kettennietendrückers. Verkäufer: Ja, da schieben Sie mal Ihr Rad zur Werkstatt nebenan. Kunde wartet am Tor; nach drei Minuten erscheint ein junger Mann. Kunde erzählt sein Missgeschick, bittet um Nietendrücker. — Nein, wir verleihen kein Werkzeug. Azubi verschwindet, kehrt nach zwei Minuten mit dem Meister zurück. Der, Ende fünfzig, im blauen Monteurskittel, wiederholt die Politik des Hauses: Nein, grundsätzlich kein Werkzeug zur Ausleihe, man habe so schlechte Erfahrungen gemacht. Und außerdem, deutet auf Rad des Kunden, haben Sie das Rad nicht bei uns gekauft. Macht schließlich das Angebot, das Rad entweder ordnungsgemäß in der Werkstatt instandzusetzen oder Kunde soll sein Werkzeug im Laden käuflich erwerben.

Kunde registriert einen Stapel leerer Reparaturzettel am Eingangstor. Fragt, ob er einen solchen ausfüllen müsse und wie schnell der Meister denn die Kette wieder auflegen könne. Der gibt darauf keine Antwort, wendet sich ab, schließt das Tor zur Werkstatt und wünscht dem Kunden noch eine "gute Fahrt".

Werner W. Wille, Frankfurt

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