Ausgabe 2/2000   Mar. / Apr.


Editorial

(-1) Eine vorübergehende und geringfügige Änderung meines Lebenswandels hat es in letzter Zeit mit sich gebracht, dass das Fahrrad öfter mal im Keller bleibt und S- und U-Bahnen benutzt werden. Dabei musste ich feststellen, dass zahlreiche andere Radler dies auch tun — und zwar gemeinsam mit ihrem Rad.

Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, denn im RMV ist dies außerhalb der Stoßzeiten erlaubt und sogar kostenlos. Zahlreiche Radler meinen jedoch, sich mit ihrem Rad auch zur Rushhour in völlig überfüllte U- und S-Bahnen zwängen zu müssen.

Vielleicht mag es mir als Seltenbenutzer der öffentlichen Verkehrsmittel an der nötigen Abhärtung fehlen. Aber ein wenig gereizt werde ich schon, wenn ein Radler einsteigt und versucht, sein offensichtlich frisch aus dem Schlamm gezogenes Gefährt an meiner Kleidung zu reinigen.

Und so richtig sauer kann man mich erleben, wenn auf diese Weise so abenteuerlich lange und beschwerliche Strecken wie von der Konstabler Wache zur Leipziger Straße zurückgelegt werden — und das bei völlig trockenem Wetter.

Ist es neuerdings Mode, das Fahrrad aus Prestigegründen in den öffentlichen Verkehrsmitteln statt auf dem Dachgepäckträger des Autos spazieren zu fahren?

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass derartig rücksichtsloses Verhalten dazu beiträgt, Reklame für das Radfahren zu machen oder Verständnis für die Belange der Radler zu wecken.

Aber vielleicht verschwindet das Problem ja jetzt im Frühjahr, wo auch all jene, die ihr Fahrrad nur bei schönem Wetter, leichtem Gefälle und Rückenwind benutzen, wieder aktiv werden. Einen guten Start in die Tourensaison wünscht

Ralf für das Redaktionsteam

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