Ausgabe 2/2000   Mar. / Apr.


Radverkehr: Potenziale nicht ausgeschöpft

Bundestag diskutiert Regierungsbericht

Fahrradfahrer können helfen, den Verkehrskollaps in unseren Städten zu überwinden — zu diesem Ergebnis kommt die Bundesregierung in ihrem "Bericht über die Situation des Fahrradverkehrs". Am 15. Februar behandelte der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages diesen seit März 1999 vorliegenden Lagebericht. Wolfgang Große, Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), bekräftigt jetzt die Forderung nach einem nationalen Radverkehrsplan: "Das bedeutet nicht nur, dass mehr Radwegekilometer gebaut werden. Vielmehr muss dieser Plan aufzeigen, wie wir zukünftig bis zu 35 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurücklegen wollen. Eine Expertenanhörung im Parlament sollte jetzt entsprechende Handlungsansätze formulieren."

Derzeit beträgt der Radverkehrsanteil in Deutschland etwa elf Prozent. Beispiele aus Münster, Bremen, Freiburg, Erlangen und Troisdorf zeigen aber, dass Radverkehrsanteile von 20 bis über 30 Prozent erreichbar sind. Auf Distanzen bis fünf Kilometer hält der Regierungsbericht sogar 40 bis 50 Prozent für möglich.

Voraussetzung sind dafür, neben einer fahrradfreundlichen Infrastruktur, Serviceleistungen wie Fahrradstationen am Bahnhof, ein nationales Radfernwegenetz und gezieltes Marketing. "In der Öffentlichkeitsarbeit haben uns unsere Nachbarn in der Schweiz mit ihrem ’Velojahr’ gerade vorgemacht, wie sich eine ganze Nation auf das Thema Fahrrad einschwört. Dieser Erfolg sollte unsere Minister ressortübergreifend anspornen, einen Teil der jährlich 20 Milliarden Kfz-Fahrten unter fünf Kilometer auf das Fahrrad zu verlagern.", so ADFC-Vorsitzender Große.

Pressemitteilung des
ADFC-Bundesverbandes

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