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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Manchmal muss man absteigen: Furt durch einen Bach
Foto: Karl-Peter Weiß

"Großartig, dass ich das erleben kann"

Kultur- und Landschaftsliebhaber kommen bei der Radreise Alpe Adria vom ADFC wieder voll auf ihre Kosten

Alpe Adria wird die jüngst gut ausgebaute Alpenstrecke genannt, von der so große und weitverbreitete Faszination ausgeht. Die Strecke von Salzburg bis nach Grado an der Adria unweit von Venedig verbindet ­idyllische Orte und eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten mit imposanten Naturlandschaften

Während in Frankfurt die bike-night über 3000 Teilnehmer auf die Straßen lockt, startet eine kleine Gruppe Radfahrer, die sich einen Platz auf dieser ADFC Tour vom 5. bis zum 15. September ergattert hatte. Durch die Ausarbeitung von Rainer Griga hatte der ADFC Frankfurt diese Attraktion im Frankfurter Tourenprogramm hinzugewonnen und 16 Teilnehmer beiderlei Geschlechts meldeten sich sehr beizeiten für diese herausragende Tour an. Sie beluden am 5. September am Frankfurter Hauptbahnhof den tourbegleitenden Transporter mit ihren Tourenrädern, darunter einige Mountainbikes und 3 Pedelecs und bestiegen dann den Zug nach Salzburg.

Sechs Tage auf österreichischer Seite durch das Salzburger Land und Kärnten und weitere fünf Tage in Italiens Norden bilden ein abwechslungsreiches Erlebnis. Gemessen an den Erwartungen an eine Alpenüberquerung gehören zu dieser Tour nicht allzu viele alpine Steigungen und Abfahrten. Ergänzt werden diese wunderbar durch die äußerst beliebten stillgelegten Bahntrassen, die – im Wesentlichen von der ­Europäischen Union gefördert – diese Tour zum Genuss machen.

Die offizielle Streckenführung der Alpe Adria Tour wurde durch einige Änderungen der Routenführung aufgewertet und überdies mit Besuchen in Venedig und München zusätzlich ergänzt.

links: Wildromantische Liechtensteinklamm
rechts: Greifvogelvorführung auf der Burg Hohenwerfen
Fotos: Karl-Peter Weiß

Österreichisches Kernland und Urlaubsidylle von Kärnten
Der Start in der liebenswerten Stadt Salzburg mit kurzer Besichtigung ist der gelungene Einstieg und die kurze Fahrt nach Hallein zur ersten Unterkunft führt auf schöner Strecke an der Salzach entlang. Am nächsten Tag findet u. a. eine Besichtigung der Burg Hohenwerfen statt und eine begeisternde Greifvogelvorführung von Falken, Adlern und Geiern wurde von jungen Vogelzüchtern im Burggarten dargeboten.

Die Gollinger Wasserfälle und die Liechtensteinklamm mit einer phantastischen Schlucht ermöglichen in den ersten Tagen Besichtigungen der schönsten Seiten der Bergnatur und die Wasserfälle bei Bad Gastein fügen sich tags darauf nahtlos daran an. In diesen Starttagen der Tour werden in den österreichischen Bergen auch zum Teil kräftige Anstiege durch die Teilnehmer bewältigt. Auf der Königs­etappe am dritten Tag werden u. a. mit der Auffahrt nach Bad Gastein rund 850 Höhenmeter an einem Tag erklommen. Einige Tourenteilnehmer entwickeln ungeahnte Bergziegenqualitäten, aber kein Tourenteilnehmer muss sich hier quälen, sondern der Gepäcktransporter hilft bereitwillig zwei Mitfahrern über die steilsten Klippen. Am Abend winkte zur Entspannung die Felsentherme mit Sauna.

Mit der Tauernschleuse durchqueren die Teilnehmer via Zug in 12 Minuten eine Anhöhe, die für Radler ansonsten nicht passierbar wäre und sie gelangen nach wunderschönen Bergaussichten durch das Mölltal und Drautal hinunter in die Seenlandschaften von Millstädter See, Feldsee, Afritzer See und Ossiacher See. Der hoteleigene Strand direkt am Millstätter See lädt zum Baden ein und hernach am Abend genießen die Radler auf dem Steg am Wasser den Rotwein im Mondschein. Auch am Feldsee machen die Teilnehmer ihr Mittagspicknick tags darauf direkt am See und erfrischen sich am kühlen Nass des Bergsees.

Norditalienische Flusslandschaften, frühchristliche ­Kulturlandschaften und die Sonne an der Adria
Nach einem Besuch von Villach und der Besichtigung des berühmten Kärntner Reliefs führt das ­canyonartige Kanaltal die Gruppe nach Italien und dort auf schöne Bahnradwege bis zum nächsten Höhepunkt, einer Bergbahn hinauf zum hochgelegenen Wallfahrtsort Monte Lussari. Wunderschöne ­Blicke auf die Alpen bieten sich an diesem Tage den Teilnehmern bei wechselnden Wolkenbildern. Die Weiterfahrt führt in ein ungewöhnliches Übernachtungshaus des ehemaligen Oberrichters in Marlborghetto, in dem ein besonders schönes Essen zum Abend geboten wird – angekommen im Land des dolce vita.

links: Hier geht's per Rad nicht mehr weiter: Rialtobrücke in Venedig
Foto: Karl-Peter Weiss
rechts: Lavendelgeschäft in Venzone
Foto: Ernesto Fromme

Der nächste Tag bietet durch die ausgebaute Bahntrasse Genussradeln pur durch die Täler der Flüsse Fella und Tagliamento. Das weite, im September fast leere Flussbett lässt ahnen, welche Wassermassen hier zu Zeiten der Schneeschmelze abfließen. An diesem Tag erleiden auch die Tourenteilnehmer einen Dauerregen über eine Tageshälfte, der sie zu einer längeren Pause in einem italienischen Restaurant bei Resiutta animiert. Auf der weiteren Strecke verliert sich das schlechte Wetter bis zum Besuch des Ortes Ven­zone, der in einer Festung mit gut erhaltenen alten Stadtmauern viel historische Atmosphäre zeigt, ergänzt durch reizvolle Läden, insbesondere auch mit den Düften und Farben des Lavendels.

Das nachfolgende Übernachtungshotel in Gemona da Friuli wurde von einem ehemaligen ital­ienischen Gastarbeiter aufgebaut und bietet italienischen Komfort. Am nächsten Tag zeigt sich Bella Italia in der schönen Stadt Udine von seiner besten Seite. Bunte Straßenmärkte durchziehen einen großen Bereich der Innenstadt, die voller Sehenswürdigkeiten steckt. Ein touristischer Höhepunkt, den die Teilnehmer mehrere Stunden genießen.

Nach der Übernachtung in Palmanova rückt am letzten Radeltag die Adria näher und näher, unterbrochen von der Besichtigung der sehenswerten Basilika Aquileia, einem romanischen Bau aus dem 11. Jahrhundert mit einem berühmten Mosaikboden aus dem 4. Jahrhundert, der zeitweilig zugeschüttet gewesen war. An diesem Ort mit heute 2.800 Einwohnern waren im römischen Imperium einstmals 100.000 Menschen angesiedelt. Erste Ausgrabungen aus der Zeit des 2. Jahrhunderts zeugen von dieser Vergangenheit.

Die Weiterfahrt führt auf ausgezeichneten Radwegen zum historischen Seeausgang Grado und hier werden die Teilnehmer abschließend in einer Hochburg des Tourismus mit weitangelegter Fussgängerzone in einem Hotel direkt an der Adria mit gutem Essen verwöhnt. Zuvor hat der Tourenleiter noch zusätzlich eine Lagunenfahrt zur Insel Barbana ins Programm genommen, um diesen herrlichen Sonnentag an der Adria zu krönen.

Radreise Alpe Adria mit dem ADFC
Nach wenigen Kilometern von Grado zurück nach Cervignano del Friuli werden die Räder zur Rückfahrt in den Transporter geladen und drei Mitfahrer starten die lange Reise zurück nach Frankfurt, während die meisten Teilnehmer den Zug nach Venedig nehmen. Dort sind sechs Stunden Aufenthalt eingeplant und jeder kann die Zeit individuell gestalten.

Anschließend fährt der Nachtzug nach München, wo lecker mit Blick auf das Rathaus gefrühstückt werden kann. Eine Kurzbesichtigung der Innenstadt folgt, ehe die Fahrt nach Frankfurt fortgesetzt wird. Dort wartet bereits der Transporter mit den Fahrrädern auf die Heimkehrer.

Die Radtouren des ADFC werden getragen von der sich entwickelnden Freundschaft der Teilnehmer untereinander. Die Alpe Adria Tour ist dank des großen ehrenamt­lichen Engagements des Tourenleiters eine sehr gelungene Reise des ADFC. Alle Mitreisenden wurden von ihm nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten befragt, denn auch der Tourenleiter freut sich bereits auf die Neuauflage dieser Tour im September 2015.

Neben der gemeinschaftlichen Radtour stehen die kulturellen ­Höhepunkte im Vordergrund. Das 11-tägige Programm mit unterschiedlichsten Unterkünften – von Jugendherbergen bis zu Hotels an der See – beinhaltet nahezu durchgehend auch Halbpension und damit eine gute Versorgung mit teilweise reichen kulinarischen Erfahrungen. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: "Großartig, dass ich das erleben kann."

Für Interessenten lohnt es sich, bereits jetzt schon Kontakt aufzunehmen unter der eMail Adresse Gr23iga11Ra19iner57 [at] gmx [dot] de und sich für diese gefragte Tour (Stichwort Alpe Adria) in den Teilnehmerlisten für 2015 (nahezu ausgebucht) oder 2016 vormerken zu lassen.

Ernesto Fromme