Kriminalstatistik

Die Diskussion während der Veranstaltung „Oberursel fährt ab" haben wir zum Anlass genommen, die letzte verfügbare Kriminalstatistik des Hochtaunuskreises (aus 2010) hinsichtlich der Fahrraddiebstahlproblematik auszuwerten.

Beim Fahrraddiebstahl stehen dabei deutlich sinkenden Fallzahlen dramatisch verschlechterte Aufklärungsquoten gegenüber dem Vorjahr gegenüber. Der Rückfall auf die schlechteste Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen im Hochtaunuskreis seit 2007 wiegt dabei höher als die sinkenden Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr. Nach zwei erfreulichen Jahren mit einer Aufklärungsquote von 20,4% bzw. 17,4% bei allen Fahrraddiebstählen erreicht die Aufklärungsquote 2010 mit 5,4% den schlechtesten Wert seit Beginn der ADFC-Analysen 2007.

Der „Tatort Schule" behält bei leicht sinkenden Fallzahlen jedoch seine Bedeutung aus dem Vorjahr, er fällt als Schwerpunkt vor allem für schwere Fahrraddiebstähle auf.

Insgesamt gingen 441 Delikte in die Statistik ein, davon werden 303 Delikte als schwerer Fahrraddiebstahl (also z.B. mit dem Aufbruch eines Schlosses verbunden) geführt. Die Entwicklung ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig, bei allen Fahrraddiebstahldelikten um -118 Fälle oder -21%. Dafür hat sich die Aufklärungsquote nach einem extremen Sprung von 2008 nach 2009 (damals von knapp 6% auf etwa 20%) auf historisch schlechte 5% reduziert. Bei allen anderen Diebstahldelikten liegt die Aufklärungsquote bei 40%!

Tatort Schule

Der „Tatort Schule" wird separat, aber ohne Aufklärungsquoten ausgewiesen. Vorherrschend sind schwere Fahrraddiebstähle - Schüler schließen ihre Fahrräder offensichtlich mehrheitlich ab. Hier sanken die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr auch geringer als außerhalb der Schulen.

Was kann man tun?

Es wäre zu vermuten, dass bei gezielter Information im Schulbereich über qualitativ hochwertige Schlösser und deren sachgerechten Einsatz in Verbindung mit geeigneten Fahrradabstellanlagen und zusätzlich möglichst umfassenden Kodierungen an Schulen die Diebstahlzahlen deutlich gesenkt werden könnten. Ideal wären Aktionen, bei denen Fahrräder kostenlos codiert werden, wenn die Schüler ein hochwertiges Fahrradschloss erwerben und sich in die sachgerechte Benutzung einweihen lassen. Vielleicht lassen sich für eine so gestaltete Aktion Fahrradhändler finden - doch dazu müssten Schulen sich für kommerzielles Handeln auf ihrem Gelände öffnen. Nach den Statistikdaten sind Schulen nicht nur ein Zentrum für Schüler, sondern auch eines für Fahrraddiebe. Vielleicht weicht das Positionen etwas auf...

Stefan Pohl

Im Internet unter www.adfc-hochtaunus.de finden sich die kompletten Kennzahlen und weitere Informationen zum Abruf.

Inhalt Ausgabe 2 (Mär/Apr) / 2012


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