Foto: Jörg Hofmann, Foto-AG

Kilometerlange Lichterkette

ADFC bike-night, die Dritte. Für eine Nacht gehörte Frankfurt den Radlern

Mit einem nächtlichen Fahrradkorso demonstrierten gut 3.000 Radlerinnen und Radler am 31. August für eine fahrradfreundlichere Stadt. Sie kamen aus Frankfurt und Rhein-Main und sogar aus Wetzlar zu diesem stimmungsvollen Event und formierten eine kilometerlange Lichterkette. Unvergesslich bleibt besonders die flotte Autobahnabfahrt von der Friedberger bis zum Kaiserlei.

Schon auf dem Römerberg warteten mehr Menschen auf den Start als in den letzten beiden Jahren, trotz eines Schauers am späten Nachmittag, der manchen verunsichert hatte. Es wurde aber ein warmer Sommerabend, als sich der Zug über die Alte Brücke zum Südufer bewegte und zurück über die Untermainbrücke ins Zentrum rollte. Am Straßenrand gab es viel Zustimmung für das Motto der bike-night „Mehr Platz für Radler – nicht nur heut Nacht“.

Damit niemand unter die Räder kommt, hatten ADFC und Polizei ein genaues Sicherheitskonzept verabredet. Vorneweg mit Blaulicht brachte die Polizei den Verkehr zum Stillstand. Dann rückten sofort die 100 ADFC-Ordner in gelben Westen auf und sperrten die Straßen, bis der ganze Zug durch war. Anschließend rasten sie wieder an die Spitze des Tross. Das war in dem Gedränge nicht immer ganz leicht.

Bei den Baustellen unterwegs und den schmalen Straßen im Nordend gab es einige Engpässe. Deshalb war auf der Friedberger Landstraße eine kurze Zwischenkundgebung eingeplant, zu der sich die Radler wieder sammeln konnten. Bertram Giebeler, der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC Frankfurt, forderte hier: „Wenn sich die Verhältnisse im Verkehr so eindeutig in Richtung Fahrrad verschieben, dann muss auch mal die eine oder andere Autofahrspur überflüssig werden.“ Bisher seien die Investitionen in den Radverkehr zu gering, „sie liegen im Promillebereich der Verkehrsinvestitionen.“

Die Friedberger Landstraße hinauf fädelte sich der Korso dann in die Autobahn 661 ein. Immer bergab den Bornheimer Hang ging es durch die Einhausung, wo es die volle Dröhnung der Sound-Bikes und von Tausenden Fahrradklingeln gab. Dann konnten auch die Ordner das Tempo nicht mehr drosseln, und die Radler ließen es sehr flott laufen bis zum Kaiserlei-Kreisel. Mit Blick auf die Lichter der City ging es zurück nach Sachsenhausen und zum Abschluss auf dem Rathenauplatz.

Hier gab es langen Beifall für den ADFC Frankfurt und Hessen, die auch diese bike-night gemeinsam organisiert haben. Es war die bisher schönste und größte, aber nicht die letzte. Vielleicht ist sie 2014 noch zu toppen.

Wehrhart Otto

Inhalt Ausgabe 5 (Sep/Okt) / 2013


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